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In der Kindheit soll sich das Ur- zum Selbstvertrauen entwickeln. Wie Sie Ihr Kind fit fürs Jugendalter machen, verrät Erziehungsberaterin Sarah Renold.
Selbständig werden ist für das Kind wichtig. Auch wenn es den Eltern manchmal Angst und Bang wird.
«Zwei Dinge sollen Kinder von ihren Eltern bekommen: Wurzeln und Flügel.» Was Goethe dazumal wusste, ist auch heute noch aktuell. Kinder müssen als Fundament für eine gesunde Entwicklung ein Urvertrauen, also Wurzeln, entwickeln. Auf diese Weise gelangen sie zu einem gesunden Selbstvertrauen. Und wer ein solches hat, kann zu gegebener Zeit flügge werden. Gesagt, getan? Wenn das bloss so einfach wäre! Zwischen den Wurzeln und den Flügeln liegen nämlich etliche Jahre der sorgsamen Begleitung und Förderung.
Vertrauen des Kindes fördern
So fördern Sie das Selbstvertrauen Ihres Kindes:
- Loben, loben, loben! «Toll, Jonas, dass du es gleich nochmal versucht hast!», oder «Danke, Laura, dass du den Tisch so schön gedeckt hast!» Lob lässt Kinder buchstäblich grösser werden. Geben Sie Belohnungen für Dinge, bei denen Ihr Kind sich grosse Mühe geben muss.
- Reden Sie bei jeder Gelegenheit mit Ihrem Kind: Beim Spielen, Anziehen, Einkaufen. Antworten Sie auf Warumfragen mit einer Gegenfrage: «Was denkst denn du, wo die Sonne in der Nacht ist?». Das zeigt Interesse an seiner Sicht der Dinge. Ihr Kind fühlt sich ernst genommen.
- Beziehen Sie Ihr Kind in alle Arbeiten im und ums Haus ein. Erteilen Sie kleine Aufgaben, aber immer nur eine aufs Mal. Mit der Zeit darfs auch ein festes Ämtli sein: Katzen füttern, Tisch decken, Salatsauce zubereiten.
- Ermutigen Sie Ihr Kind zur Selbstständigkeit: Im Laden selber um einen Ballon bitten oder seine Glace bezahlen. Geht noch nicht? Kein Problem: Machen Sie es diesmal noch gemeinsam.
- Hängen Sie Zeichnungen, Basteleien und andere Werke Ihres Kindes auf: im Wohnzimmer, beim Eingang oder auch im Gäste-WC – das macht stolz.
- Heben Sie die guten Eigenschaften Ihres Kindes hervor. Wenn Ihr Kind ständig Schlechtes über sich hört, fühlt es sich bald als ganze Person ungeliebt. Vorsicht bei Telefonaten: Kinder hören mit.
Von den Wurzeln
Das Urvertrauen entwickelt sich vom ersten Tag an. Dann nämlich, wenn die Grundbedürfnisse Ihres Kindes versorgt werden. Urvertrauen entsteht vor allem durch die Gewissheit, dass Mama und Papa immer dann da sind, wenn das Kind sie braucht. Diese förderliche Grundhaltung zieht sich übrigens durch die gesamte Kindheit und Jugend hindurch!
Damit aus dem Urvertrauen ein gesundes Selbstvertrauen entsteht, muss das kleine Kind in der Trotzphase lernen, mit den eigenen wie auch den von aussen gesetzten Grenzen umzugehen. Die Kleinen stellen fest, dass ihnen nicht alles gelingt und dass Mama und Papa «Nein» sagen – so ein Frust! Wutgebrüll und Tränen sind an der Tagesordnung. Sie können jedoch Ihr Kind schon jetzt darin unterstützen, selbstständiger zu werden und nicht immer gleich aus der Fassung zu geraten. Haben Sie Vertrauen in Ihr Kind und trauen Sie ihm etwas zu. Das ist nämlich die Basis dafür, dass es auch Vertrauen in sich selbst aufbauen kann.
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