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Zu Ihren pädagogischen Grundsätzen gehört es, das Kind als schaffenden Künstler anzusehen. Steckt denn wirklich in jedem Kind ein kreativer Geist? Oder gibt es auch Ausnahmen?
Nach meiner Erfahrung gibt es keine Ausnahmen. Alle Kinder verfügen über Kreativität, die entsprechend gefördert werden muss. Unterstützt man sie nicht in ihrem kreativen Handeln, schadet ihnen das erheblich und macht eine gesunde Entwicklung unmöglich.
In jedem Kind steckt also ein kreativer Geist. Allerdings sind die Anlagen bei jedem verschieden. Um ein Kind richtig in seiner kreativen Entwicklung unterstützen zu können, muss man als erstes herausfinden, in welchem Bereich seine Stärken und Vorlieben liegen.
Natur und Umwelt zu erleben ist ein weiterer, wichtiger Aspekt der Betreuung in der «Müsliburg», wie regelmässige Besuche mit den Kindern im Wald zeigen. Inwiefern tragen diese Ausflüge zur kreativen Entwicklung der Kinder bei?
Die Natur hautnah zu erleben, ist enorm wichtig für die Kinder. Die Sinnesreizungen im Freien unterscheiden sich stark von denen im Haus. Sie hören andere Töne, sehen das natürliche Licht mit seinen vielen Facetten und spüren den Wind auf der Haut. Im Wald ist ausserdem viel mehr Raum um sie herum. Durch diese völlig unterschiedliche Umgebung verändert sich die Wahrnehmung der Kinder.
Im Wald sind zudem viele verschiedene, natürliche Materialien zu finden, welche die Kinder zum kreativen Gestalten gebrauchen können. Diese in der Kunst als «Landart» bezeichnete Ausdrucksform erschliesst den Kindern eine Fülle von Möglichkeiten zur Förderung ihrer Sinne. Sie lernen, ihre Motorik auf ganz andere Weise einzusetzen. Und das wiederum wirkt sich positiv auf ihre kognitive Entwicklung aus.
In welcher Form werden die Eltern in die künstlerische Erziehung der Krippe mit einbezogen?
Die Kommunikation zwischen Eltern und Krippe ist sehr wichtig. Die Eltern werden deshalb ständig auf dem Laufenden gehalten. Dazu gibt es unter anderem Quartalsbriefe, sowie regelmässige, persönliche Treffen, in denen ausgiebig über die Entwicklung des Kindes gesprochen wird. Auch bei einigen über das Jahr hinweg verteilten Festen und anderen Anlässen treffen Eltern und Betreuer zusammen.
Was machen Eltern, wenn sie selbst ganz unkreativ sind, sie aber ihre Kinder trotzdem fördern möchten?
Meinen Eltern, keinen Zugang zur Kreativität zu haben, dann ist etwas falsch gelaufen. Ihre natürliche Inspiration wurde irgendwann im Laufe ihrer Entwicklung abgeblockt. Wenn sie ihre Kinder aber trotzdem bei der Förderung künstlerischer Prozesse unterstützen möchten, sollten sie versuchen, wieder einen Zugang zur Kreativität zu finden. Das können sie zum Beispiel tun, indem sie einfach ihr Kind beim Spielen beobachten. Sind sie dabei offen für Neues, können sie viel von ihren Kindern lernen. Eltern müssen loslassen und sich trauen, wieder eine Quelle zur Inspiration zu erschliessen. Dadurch können sie die eigene Kreativität wiederfinden.
Um das zu erreichen, kann man zum Beispiel auch erstmal hinter verschlossener Tür üben, sich selbst in Tanz, Gesang oder anderen kreativen Prozessen auszudrücken. Manchmal fällt das leichter, wenn es keiner sieht. Ist es jemandem jedoch gar nicht möglich, einen Zugang zur Kreativität zu finden, dann kann vielleicht auch ein Coach oder Kunstpädagoge helfen.
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Was kann man tun, damit die während der Krippenzeit geschaffenen, kreativen Ansätze auch im späteren Schulalltag der Kinder ihren Platz finden?
In der kreativen Entwicklung sind im Grunde die ersten vier Lebensjahre entscheidend. Deshalb ist eine Krippe der ideale Ort für die Förderung gestalterischer Prozesse. Wenn in diesen ersten Jahren einmal eine gute Grundlage geschaffen wird, dann besteht eigentlich nicht mehr die Gefahr, dass dies im Laufe der Schulzeit wieder verloren geht.
Mittlerweile ist aber auch in den Schulen einiges passiert. Immer mehr wird die Wichtigkeit kreativer Prozesse erkannt. Es wird deutlich, wie sehr sie die Kinder motivieren und deshalb werden sie auch mehr in den Schulalltag integriert.
Wer aber zusätzlich noch mit den Kindern etwas tun möchte, kann nach der Schule auch die Kunst zu Hause aufleben lassen. Bereits mit kleinen Projekten kann man so die Kreativität am Leben erhalten.
Vielen Dank für das Gespräch, Herr Lalkaka.
Interview: Bianca Sellnow
Hier geht es zur Kinderkrippe Müsliburg in Affoltern am Albis.
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Kommentare
Gehen Sie doch in den Zoo um Tiere abzuzeichnen! Wenn das Malen irgendwann zu langweilig wird, kann man noch die verschiedenen Tiere besuchen.
Viele Kinder sind ganz verrückt nach Mandalas! Versuchs doch mal damit ;-)
Sehr geehrte Frau Gilomen Am besten kontaktieren Sie Herrn Lalkaka über seine Website: http://www.lalkaka.ch/index.html Freundliche Grüsse Familienleben
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