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Wenn ein Kind zur Adoption freigegeben wird, bricht der Kontakt zu den leiblichen Eltern in der Regel ab. Einige Vermittlungsstellen bieten aber einen anonymen Briefverkehr an, bei dem die Mütter in unregelmässigen Abständen schreiben können. Aus den Adoptionserfahrungen der letzten Jahrzehnte hat man gelernt, dass die kulturellen und sozialen Wurzeln des Kindes nie verschwinden werden. Aber man weiss auch, dass die Beziehung mit den Adoptiveltern nicht zwangsläufig darunter leidet, wenn das Kind dann doch Kontakt zu seinen leiblichen Eltern aufnimmt.
Die Adoptiveltern müssen keine Angst davor haben, das Kind zu verlieren, wenn es seine leiblichen Eltern sucht. Wenn die Adoptiveltern das Kind dabei unterstützen, wird die Beziehung sogar eher gefestigt als gelockert. Lange vor Madonna oder Angelina Jolie hatte die Tänzerin Josephine Baker 12 Kinder aus verschiedenen Nationen und Kontinenten adoptiert. Diese Menschen fühlen sich heute eigenen Aussagen zufolge als Familie, obwohl viele ihre leiblichen Eltern kennen.
Emotionale Bindungen zu Adoptiveltern und Adoptivgeschwistern entstehen. Aber sie sind immer freiwillig. Das Kind, ob das eigene oder das adoptierte, gehört letztlich nur sich selbst.
Text: Kathrin Fischer, redaktionelle Mitarbeit: Monika BeluskovaWeitere Informationen
- Zuständige kantonale Adoptions-Behörde finden.
- Adressliste der vom Bund bewilligten Adoptionsvermittlungsstellen (PDF)
- Merkblatt Standards für Adoptionen (Herausgeber Amt für Jugend- und Sozialberatung Kt. Zürich):
- Die Schweizerische Fachstelle für Adoption
- Schweizerischer Adoptiveltern-Verein
Buchtipp
Adoption von Kindern aus fremden Kulturen. Antworten auf Fragen von zukünftigen Adoptiveltern
2. überarb. Auflage, 2003
Herausgeber: Marie Meierhofer-Institut für das Kind
Schweizerische Fachstelle für Adoption
Schweizerische Stiftung des Internationalen Sozialdienstes
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Kommentare
Guter Artikel!
ich lebe selbst seit fast einem Jahr in Nepal und habe hier mittlerweile eine Menge durhschaut, was die Adoptionsindustrie angeht. Ich muss es in meiner Arbeitsstelle immer wieder erleben, wie korrupt hier doch alles ist und es zu 99% nicht um das wohl des kindes geht.
danke auch, dass sie so gut auf katalogadoptionen eingehen und den satz "Es werden Eltern für Kinder gesucht und nicht Kinder für Eltern.", denn das scheinen viele menschen hier, aber auch in europa zu vergessen.
Bitte wenden Sie sich direkt an die Schweizerische Fachstelle für Adoption. Die Informationen und Kontaktdaten finden Sie hier:
http://www.adoption.ch
Ich kenne einen 16-jährigen Knaben, der in Kinderheim in der Schweiz aufwächst, der sich eine Adoptivfamilie wünscht. Seine Mutter wäre einverstanden. Sein Vater ist während Krieg vor 12 Jahren verschollen. Wie kann man da vorgehen? Mail an dejavu(at)romandie.com Danke
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