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Egal, ob Sie einen Zykluscomputer zur Verhütung oder um schwanger zu werden benutzen möchten, er kann Ihnen dabei helfen, Ihre fruchtbaren Tage herauszufinden. Dafür stehen Ihnen verschiedene Modelle zur Verfügung. Nebenwirkungen wie bei der Pille gibt es dabei nicht.
Ein Zykluscomputer kann die natürliche Familienplanung leichter machen. Foto: Stockbyte, Thinkstock
Wer hormonfrei und natürlich verhüten möchte oder wer seine fruchtbaren Tage herausfinden möchte, um schwanger zu werden, kann dies zum Beispiel mit einem Thermometer, einer Kurventabelle und täglichem Messen der Basaltemperatur machen. Oder indem der Zervixschleim untersucht wird. Wer lieber auf technische Hilfe vertraut, für den kann ein Zykluscomputer die Lösung sein. In den Mini-Computer können Sie bestimmte Daten von Ihrem Zyklus eingeben und dieser wertet sie aus und interpretiert sie.
Die Anschaffung eines solchen Gerätes ist nicht billig. Laut der Internetplattform Swissmom.ch kostet ein Zykluscomputer zwischen 280 und 1000 Franken und wer in einen Zykluscomputer investiert, wird wahrscheinlich zunächst recherchieren, ob sich der Kauf lohnt. Wir stellen die gängigsten Modelle vor.
Zykluscomputer haben alle ein Ziel: die fruchtbaren Tage zu ermitteln. Die verschiedenen Modelle tun dies auf verschiedene Art und Weise. Man unterscheidet im Wesentlichen drei verschiedene Prinzipien, die den Computern zugrunde liegen: Bestimmung der Temperatur, der Hormone oder des Speichels bzw. Schleims.
Temperatur-Computer: Bei einem Temperatur-Computer messen Sie früh am Morgen Ihre Körpertemperatur, die sogenannte Basaltemperatur. Die Daten werden im Computer gespeichert und ausgewertet und ein Signal zeigt danach an, ob Sie sich in den fruchtbaren Tagen befinden oder nicht. Je länger Sie das Gerät benutzen, um so genauer kann der Zykluscomputer eine Angabe über die fruchtbaren Tage machen. Anbieter für Zykluscomputer, die Temperaturmessung als Grundlage haben, sind zum Beispiel Ladycomp, Babycomp, Pearly und Cyclotest. Bei Letztgenanntem gibt es auch die Möglichkeit zusätzlich zur Temperatur ein weiteres Fruchtbarkeitsmerkmal einzugeben, was die Bestimmung der fruchtbaren Tage noch erfolgreicher machen sollte.
Hormon-Computer: Bei Hormon-Computern wird mit Hilfe von Teststäbchen der Hormongehalt im Urin bestimmt. Aus der Konzentration der Hormone LH (Luteinisierendes Hormon) und Estradiol (ein Östrogen) lässt sich ableiten, ob der Eisprung stattfindet. Bei dieser Art von Mini-Computern gibt es einige Folgekosten, da die Teststäbchen immer wieder nachgekauft werden müssen. Die verbreitetsten Anbieter sind Persona und Clearblue Fertilitätsmonitor.
Speichel- oder Schleim-Mikroskop: Bei diesen Babyplanern sollen entweder getrockneter Zervixschleim oder Speichel unter dem Mikroskop betrachtet werden. An den fruchtbaren Tagen nehmen die Ausscheidungen ein bestimmtes Kristallmuster an. Dies ist jedoch für Laien sehr schwer zu erkennen.
Wenn Sie einen Zykluscomputer zur Verhütung benutzen, möchten Sie natürlich wissen, wie sicher der elektronische Schutz vor Schwangerschaft ist. Zunächst einmal kann festgestellt werden, dass die Benutzung eines Zykluscomputers für alle Frauen, für die eine Schwangerschaft extrem unerwünscht wäre, nicht zu empfehlen ist. Dies wird deutlich, wenn man den Pearl-Index für die verschiedenen Zykluscomputer vergleicht.
Der Pearl-Index ist ein Vergleichswert für die Sicherheit verschiedener Verhütungsmittel. Beispielsweise hat die Pille einen Pearl-Index von 0,1 bis 0,9. Das heisst, pro Jahr werden zwischen 1 und 9 von 1000 Frauen schwanger. Die Differenz ergibt sich aus einem theoretischen Pearl-Index (0,1), der eine völlig korrekte Einnahme voraussetzt und einem praktischen Pearl-Index (0,9), der menschliche Fehler bei der Anwendung mit einplant.
Bei verschiedenen Untersuchungen (siehe Infobox) schnitten die Schleim-Mikroskope mit einer Fehlerquote von mehr als 50 Prozent besonders schlecht ab. Bei den Hormon-Computern wurde ein theoretischer Pearl-Index von 6,5 ermittelt. Ein grosser Unterschied also zu herkömmlichen Verhütungsmethoden wie der Pille. Die Temperatur-Computer schnitten unter den Zykluscomputern zwar am Besten ab, mit einem Pearl-Index von 0,7 (theoretisch) bzw. 3,8 (praktisch) können auch sie mit anderen Verhütungsmethoden nicht mithalten.
Die deutsche Stiftung Warentest kam in einer Untersuchung vor einigen Jahren zu dem Ergebnis, dass eine natürliche Verhütung, bei der die Frau selbst mit Bleistift und Thermometer ihre Basaltemperatur misst und daneben den Zervixschleim untersucht, am Besten ist und sich kaum von der Sicherheit der Pille unterscheidet. Auch Petra Frank-Herrmann von der deutschen Universitätsfrauenklinik in Heidelberg stellt auf der Website der Konsumenteninfo AG ktipp.ch fest: «Verhütungscomputer sind in der Regel immer unsicherer als eine gut durchgeführte natürliche Verhütung ohne diese Geräte.»
Voraussetzung für eine erfolgreiche natürliche Verhütung ist jedoch genügend Disziplin. Ein Zykluscomputer kann diese Arbeit erleichtern, und auch wenn die verschiedenen Verhütungscomputer im Pearl-Index nicht so gut abschneiden wie andere Methoden, haben viele Frauen durchaus gute Erfahrungen damit gemacht.
Mehr Informationen zu Zykluscomputern:
Autor: Julia Wohlgemuth
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