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Einer neuen Studie zufolge leidet jeder Siebte unter grossen Schwierigkeiten, Arbeits- und Familienleben zu kombinieren. Work-Family-Konflikte nehmen zu, schädigen nachweislich die Gesundheit, fördern Verschleiss und reduzieren Familienzeit. Nun will sich der Bundesrat mit der Work-Life-Balance beschäftigen.
Erschöpfte Eltern sind psychisch öfter abwesend und vermitteln ihren Kindern zudem falsche Werte.
Um die Work-Family-Balance in der Schweiz steht es schlecht. Sehr schlecht. Verschleisserscheinungen wie Burnout und psychische Erkrankungen nehmen sprunghaft zu.
Wie es um die Work-Life-Balance steht, untersuchen seit Jahren zahlreiche Studien. Aber erst seit kurzem legt man in der Deutschsprachigen Welt besondere Aufmerksamkeit auf den Konflikt, der zwischen dem Arbeitsleben und dem Familienleben brodelt.
Gesellschaftliche Zeitbombe
Eine kürzlich im International Journal of Public Health veröffentlichte Studie der Universität Zürich belegt: Durchschnittlich jeder siebte Schweizer Erwerbstätige, ob Frau oder Mann, hat erhebliche Schwierigkeiten, neben dem Arbeitsleben noch ein Familienleben zu führen. Bei einigen der untersuchten Bevölkerungsgruppen ist bereits sogar jeder dritte betroffen. Bei der im Jahr 2000 publiziert Studie des Bundesamts für Wirtschaft SECO über die Kosten des Stresses sind es 37 Prozent, die Schwierigkeiten haben, zugleich beruflichen und privaten Beanspruchungen gerecht zu werden.
Besonders brisant: Die aus dem Work-Family-Konflikt resultierenden gesundheitlichen Folgen. Ungesunde Menschen leisten weniger und fehlen häufiger bei der Arbeit als gesunde. Die jeweils rund 1600 weiblichen und männlichen Teilnehmenden der erwähnten Studie der Universität Zürich mussten ihre Gesundheit einschätzen. Nicht überraschend zeigt sich ein signifikanter Zusammenhang zwischen erlebtem Work-Family-Konflikt und Gesundheit. Depressionen, Mutlosigkeit, Erschöpfung und Schlafprobleme nehmen zu bis hin zum Burnout. Das Fazit: Work-Family-Konflikte sind kein Privatproblem mehr, sondern Zeitbomben für unsere Gesellschaft.
Adieu Alleinverdienermodell, adieu Feierabend
Und dennoch tut sich wenig. Das Umdenken in den Köpfen scheint in der Schweiz länger zu dauern als anderswo. Zwar verändert sich das Rollenverständnis nicht erst seit gestern. Die Scheidungsraten sind hoch, Alleinerziehende und Patchworkfamilien nehmen zu, die traditionelle Familienform nimmt ab. Die Erwerbsbeteiligung von Frauen hat in den vergangenen Jahren dramatisch zugenommen, mittlerweile liegt sie gesamthaft bei 75 Prozent und damit nicht mehr weit hinter der der Männer mit 88 Prozent.
Die Erwerbsbeteiligung von Müttern mit Kindern im Vorschulalter lag bereits im Jahr 2000 bei 62 Prozent, die von Müttern mit schulpflichtigen Kindern bis 14jährig bei 76 Prozent, die von Müttern mit jugendlichen Kindern (15-20jährig) bei 83 Prozent. Es ist eigentlich schon lange eine Tatsache: Immer mehr Mütter und Väter müssen in der Schweiz immer mehr Verpflichtungen bewältigen.
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Kommentare
Endlich mal wird hier Tacheles geredet! Was mich aber immer ärgert ist, dass es heisst entweder Kinder oder Karriere. In vielen anderen Ländern (USA, UK, China, Indien, Australien, Frankreich) ist beides möglich, nur in der Schweiz leben wir noch wie zu Gotthelfs Zeiten. Sind wir Schweizer eigentlich total bescheuert? Während unsere Kinder im Muki Turnen verblöden, überholen uns die Inder und Chinesen. Ich bin Chinesin, aber in der Schweiz aufgewachsen. Ich werde meine Kinder chinesisch erziehen, d.h. die Eltern geben den Ton an und die Kinder lernen - neben Spass und Spiel - auch Disziplin, Ordnung und schnellstmöglich Selbständigkeit und Durchsetzungsvermögen. Wir erziehen keine Plüschtiere sondern Menschen, die eines Tages selbständig und erfolgreich sein sollen.
Endlich kommt dieses Thema in die politische Agenda. Es wird Zeit, dass sich hier ein öffentliches Bewusstsein entwickelt. Nur so kann sich etwas an dieser Situation ändern.
bin an den Kommentaren intressiert!
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