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Die Schweizer Kinderkonferenz gibt Kindern eine politische Stimme

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Dürfen Eltern den Schulthek ihrer Kinder durchsuchen? Welche Lebensbereiche sind intim und sollen es auch bleiben – trotz Facebook & Co.? Was bedeutet «Privatsphäre» und wie wichtig ist sie Kindern? An der 14. Schweizer Kinderkonferenz beschäftigten sich 8-15-Jährige mit Politik und dem Thema «Privatsache!».

Das Thema der Kinderkonferenz war «Privatsache!».

Im Stadthaus Uster befassten sich Kinder an der mehrtägigen Kinderkonferenz mit dem Thema Privatsphäre.

Es ist 14 Uhr und in den Konferenzräumen des Stadthauses Uster sitzen ausnahmsweise rund 50 Kinder. Denn heute treffen sie die Entscheidungen. Eine bunt zusammen gewürfelte Schar von Kindern im Alter von 8 bis 15 Jahren tastet sich in einem Workshop an das Thema «Intimsphäre» heran. Das Zimmer im fünften Stock des Stadthauses ist tapeziert mit den Ergebnissen des «Brainstormings», das am Morgen zum Thema gemacht wurde. Begriffe wie «Schulthek», «Körper» und «Compi» zeigen ganz klar, wo die Kinder die Grenzen zwischen persönlich und öffentlich ziehen und wo sie finden, dass dort die Erwachsenen nichts zu suchen haben. «Es ist zwar schön, wenn mir meine Eltern bei den Hausaufgaben helfen und deshalb meine Schulmappe anschauen wollen. Da sind aber oft Botschaften drin, die sie nichts angehen», erzählt ein 9-jähriger Junge zu Beginn des Workshops.

Vor einigen Monaten meldeten sich 50 Kinder und Jugendliche aus der ganzen Deutschschweiz für die 14. Kinderkonferenz an, die vom 9. bis 12. November in Uster statt fand. Diese wird von der Kinderlobby Schweiz organisiert, eine partei- und konfessionslose Fachstelle, die sich für Kinderrechte in der Schweiz einsetzt. Für die Geschäftsleiterin Petra Greykowsky ist es jedes Jahr wichtig, Kinder aus möglichst vielen Schweizer Kantonen dabeizuhaben, die unterschiedlichen Alters sind und eine breite Palette an Interessen haben.

Im Brainstorming wurden wichtige Begriffe genannt.

Liebe, Ausgang, Kleider - was davon ist Privatsache und sollte nur Kinder etwas angehen?

Die Kinderkonferenz: Ein Politik-Sprachrohr für Kinder

Tagsüber diskutierten Kinder über Gesellschaft und Politik, nach Feierabend kam im Pfadiheim Uster Lagerstimmung auf. Das Ziel des mehrtägigen Treffens war, die Mitsprache der Kinder bei wichtigen Entscheidungen bezüglich Privatsphäre zu fördern und über wichtige Aspekte zu diskutieren, zu recherchieren und sich darüber eine Meinung zu bilden. Am letzten Tag der Konferenz stand eine Ergebnispräsentation vor Eltern, Medien und Politikern auf dem Programm. Das Ziel der Kinderkonferenz ist, die Bedürfnisse und Wünsche der Schweizer Kinder zu erhören und ihnen eine Stimme «bei den Grossen» im Bundeshaus zu geben.

Die Kinder durften im Vorfeld des Treffens eines der vier Unterthemen aussuchen: Persönlich, Privat, Soziales und Öffentlichkeit. Bei «Persönlich» ging es unter anderem um die Intimsphäre und den Schutz der eigenen Person. Gruppenleiterin Laura Rickenbacher zeigt im Workshopraum ihres Teams auf zwei grosse Plakate, auf denen zwei menschliche Silhouetten gezeichnet wurden. Darauf sind an verschiedenen Körperstellen entweder grüne oder rote Kleber zu sehen. «Zum Einstieg haben die Kids heute morgen mit den grünen Punkten die Stellen markiert, an denen sie es nicht stört, berührt zu werden. Wo die roten Kleber sind, finden sie eine Berührung nicht okay. So haben wir Leiterinnen versucht, die Teilnehmer auf das Thema Körperbewusstsein zu sensibilisieren.»



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