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In der Schweiz lassen sich immer mehr Menschen von einer besonderen Leidenschaft anstecken: der Jagd nach versteckten Schatztruhen. Geocaching – so wird die moderne Schatzsuche für die ganze Familie genannt. Was Geocaching ist, erklärt Ramona Jakob, Autorin des Ratgebers «Abenteuer Geocaching».
Jedes Kind träumt davon, einmal einen Schatz zu finden. Mit Geocaching wird dieser Traum erfüllt. Foto: iStockphoto - Thinkstock
Viele Kinder in der Schweiz träumen davon, einmal in ihrem Leben einen echten Schatz zu finden. Geocaching macht es möglich. Was verbirgt sich hinter diesem Begriff?
Ramona Jakob: Geocaching ist eine moderne und aufregende Schnitzeljagd. Mit Hilfe von Koordinaten und Beschreibungen aus dem Internet können grosse und kleine Abenteurer auf die Suche nach einem Schatz, einem sogenannten «Cache», gehen. Geocaching ist ein Vergnügen für die ganze Familie!
Wie viele Caches sind in der Schweiz versteckt?
In der Schweiz gibt es mehr als 16.000 Caches, die Zahl steigt jeden Tag. Die Schätze sind überall zu finden, oft in der Nähe von grossen Städten oder besonderen Orten und Aussichtspunkten, an Seen und bei beeindruckenden Sehenswürdigkeiten.
Wer versteckt diese Schätze?
Im Grunde kann jeder einen Cache verstecken. Doch wer mit dem Gedanken spielt, sollte zuvor ein wenig Erfahrung beim Geocaching sammeln, um ein Gefühl dafür zu bekommen, welche Cache-Ideen, Beschreibungen und Verstecke besonders viel Spass machen.
Kinder interessiert besonders, was die Kisten enthalten.
In den Dosen liegen kleine Gegenstände: Schlüsselanhänger, Spielzeugautos, schöne Murmeln, Münzen, Anstecker und Pins zum Beispiel. Damit derjenige, der den Schatz versteckt hat, nicht ständig neue Dinge besorgen muss, werden die Sachen getauscht. Also: Wer etwas aus der Schatzkiste herausnimmt, muss etwas Gleichwertiges hineintun!
Was ist zu tun, um Geocacher zu werden?
Familien, die Geocaching ausprobieren wollen, finden im Internet spezielle Datenbanken. Dort tragen die Owner, also die Besitzer der Behälter, in der Regel völlig kostenlos die Koordinaten ihrer Verstecke ein, damit andere Geocacher danach suchen können. Mit diesen Koordinaten kann jeder losziehen und sich auf die aufregende Suche begeben.
Was braucht man, um einen Cache zu finden?
Das wichtigste Handwerkszeug eines Geocachers ist das GPS-Gerät. Mittlerweile gibt es viele gute und günstige Geräte, die für den Einstieg ausreichen. Wichtig ist, dass das Gerät einen guten Empfang hat, ständige Positionsbestimmung ermöglicht, per Batterie betrieben wird oder eine sehr hohe Akkulaufzeit hat. Ausserdem sollte es einfach zu bedienen, robust und wasserfest sein. Eine integrierte Landkarte ist nicht unbedingt erforderlich.
Mit welchen Kosten muss man rechnen?
Kindertaugliche Geräte gibt es bereits ab etwa 120 Franken. Magellan und Garmin sind klare Marktführer.
Beim Geocaching können Kinder mit Karte und Kompass in die Natur aufbrechen. Foto: Photodisc - Thinkstock.
Was muss man sonst noch zur Schatzsuche mitnehmen?
Einen Rucksack mit Stift und Zettel, einer Erste-Hilfe-Notfall-Tasche, Handy, Proviant und Tausch-Geschenk. Wer einmal losmarschiert ist, den packt oft die echte Schatzsucher-Leidenschaft.
Was raten Sie Anfängern?
Anfänger sollten möglichst nahegelegene Caches wählen. Die Webseiten stellen dafür verschiedene Suchfunktionen zur Verfügung. Oft findet man eine Landkarte, auf der alle umliegenden Caches zu sehen sind. Sinnvoll ist es, zunächst einen Cache mit leichtem Schwierigkeitsgrad zu wählen. Wichtig: Die Cache-Beschreibung ausdrucken und mitnehmen oder auf das GPS laden – Hauptsache man hat sie dabei!
Was macht den besonderen Reiz von Geocaching aus?
Die Kombination aus Natur und Technik! Und natürlich der Reiz der Schatzsuche. Toll ist auch, dass es eine Vielzahl von unterschiedlichen Caches gibt, die sich in ihrer Form, Grösse, Machart und ihrem Schwierigkeitsgrad unterscheiden. Bei vielen Caches sind die Koordinaten nur der Startpunkt, von dem aus verschiedene Aufgaben gelöst oder Hinweise gefunden werden müssen. Das ist spannend. Und: Geocaching geschieht unauffällig. Personen, die keine Geocacher sind, sollen das Versteck nicht entdecken. Dann können sie es auch nicht versehentlich oder absichtlich zerstören. Geocaching ist also eine herrlich heimliche Schnitzeljagd!
Gibt es klassische Verstecke?
Ja! Zum Beispiel unter einer grossen Baumwurzel am Fusse eines Baumes, in einer Astgabel, in einem Baumstumpf, unter einer Treppe, in einem Mauerriss. Oft finden sich in der Cache-Beschreibung wertvolle Tipps, wo der Cache zu finden ist.
Und dann kommt der grosse Augenblick, in dem man den Schatz öffnen darf.
Diesen Augenblick geniesst jeder Geocacher besonders! Dabei geht er vorsichtig vor. Schliesslich soll die Box nicht beschädigt werden. Wasser darf nicht eindringen. Darüber hinaus müssen das Versteck und vor allem die Natur geschützt werden!
Muss der Schatz später wieder an derselben Stelle versteckt werden?
Unbedingt, das ist wichtig – sonst stimmt ja die Beschreibung im Internet nicht mehr. Zuvor aber darf man sich noch im Logbuch eintragen, das in jeder Kiste ist. Spannend zu lesen, wer bereits zuvor den Schatz gefunden hat.
Was ist für Sie das Faszinierendste am Geocaching?
Beim Geocaching bist du an der frischen Luft, bewegst dich, immer das unbekannte Ziel vor Augen. Du entdeckst dabei nicht nur versteckte Behälter, sondern auch historische Orte, verwunschene Plätze, schöne Aussichtspunkte und traumhafte Gegenden, die du sonst wohl nie besuchst hättest.
Ramona Jakob aus Aschheim bei München ist Autorin, Kolumnistin, Texterin und arbeitet zusätzlich als Personalfachkauffrau. Mit ihrem neunjährigen Sohn geht sie seit zwei Jahren auf Schatzsuche. Beide lieben die Kombination von Natur und Technik sowie die spannende Schatzsuche an ausgefallenen Orten. Dabei entstand auch die Idee zum Buch, das extra für Kinder und Einsteiger geschrieben wurde.
Foto: Privat
Autor: Sigrid Schulze
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