
Die Politikerin Jaqueline Fehr möchte mehr Dreijährigen den Besuch eines Kindergartens ermöglichen. Sie fordert ein kostenloses Vor-Kindergarten-Jahr. »

Gehören iPads in Kinderhände? Die Schulbehörde Adliswil ist davon überzeugt. Lesen Sie hier, wie und warum iPads im Kindergarten eingesetzt werden. »

Im Kindergarten sollte Schweizerdeutsch gesprochen werden, findet SVP-Politikerin Silvia Blocher. Hochdeutsch sollten die Kinder erst in der Schule lernen. »
In mehr als der Hälfte der Schweizer Kantone ist der Besuch eines Kindergartens bereits obligatorisch. Zwar lernen Kinder dort noch keine Kulturtechniken wie Lesen und Schreiben. Doch auch der Kindergarten folgt in der Schweiz einem Lehrplan.
Im obligatorischen Kindergarten werden die Kinder nach Lehrplan unterrichtet und gefördert. Foto: © Warrengoldswain | Dreamstime.com
Die Kinder sitzen im Kreis. In der Mitte stehen verschiedenfarbige Dosen. «Jetzt bin ich dran!» freut sich Emma. Sie wählt die blaue Dose und schnuppert an der kleinen Öffnung. Gut riecht es – den Geruch kennt sie doch, oder? «Da ist eine Erdbeere drin! » ruft sie und greift nach der nächsten Dose.
Emma ist im Obligatorischen Kindergarten – wie es ihn bereits in mehr als der Hälfte der Schweizer Kantone gibt. Mit Hilfe dieses Geruch-Spieles wird ihre Wahrnehmung gefördert, so wie es die Vorschullehrpläne vieler Kantone fordern, die Ende der 1990er Jahre eingeführt wurden. Sie machen deutlich: Nicht nur die Schule, auch der Kindergarten folgt in der Schweiz systematisch erklärten Lernzielen.
Der Lehrplan des Kantons Luzern zum Beispiel folgt drei Leitzielen:
Selbstkompetenz bedeutet:
Ein Beispiel für den Punkt «Wahrnehmung differenzieren»:
Die Kinder betrachten mit Lupe, Mikroskop, Drachenauge, Kaleidoskop, Feldstecher, Spiegel und Taschenlampe die Umwelt. Emma staunt, wie sehr sich durch diese Instrumente scheinbar die Umwelt verändert! Danach malt sie auf, wie sie eine Blume sieht - mit blossem Auge, durch die Lupe, durch das Kaleidoskop.
Sozialkompetenz bedeutet:
Ein Beispiel für den Punkt «An Freund und Leid der anderen Anteil nehmen»:
Die Erzieher haben ein Ritual eingeführt, mit dessen Hilfe Kinder sich gegenseitig trösten können. Verletzt sich ein Kind und weint, singen alle zusammen das Lied «Heile, heile Segen». Heute hat Max sich an der Tischkante gestossen. Emma läuft los, um ein Kuscheltier zum Trösten zu holen. Sie ist sehr stolz, als er bald wieder fröhlich lacht.
Sachkompetenz bedeutet:
Ein Beispiel für den Punkt «Mit Materialien experimentieren und gestalten»:
Emma ist ganz still. Hochkonzentriert beugt sie sich über den Webrahmen und bewegt den Webstock hin und her. Emma will eine Decke für ihre Puppe weben. Dabei lernt sie das Material Wolle kennen und macht die Erfahrung, dass sie aus eigener Kraft bereits mit Wolle arbeiten kann.
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