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Die Kita-Initiative: für Kitas ohne Wartelisten

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Immer mehr Eltern möchten ihre Kinder in eine Kita geben und von deren Vorteilen profitieren, denn die Kita ist eine Bereicherung zum Familienleben. Die Kinder erhalten neue Anregungen, knüpfen Kontakte und werden ihrem Alter gerecht gefördert. Anderssprachige Kinder lernen frühzeitig die deutsche Sprache – eine wichtige Voraussetzung für die Integration und den Schulerfolg.

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Kitas sind aber ein Gewinn für alle, nicht nur für die Kinder. Eltern erhalten so die Möglichkeit, Familie und Beruf zu vereinbaren. Die Stadt Bern erhöht ihre Attraktivität als moderne und soziale Wohnstadt für Familien, der Wirtschaftsstandort Bern kann dank der familienergänzenden Kinderbetreuung auf viele gut ausgebildete Mütter zählen.

Obwohl die Stadt Bern vorbildlich jedes Jahr neue, subventionierte Kita-Plätze schafft, konnte bis jetzt die Warteliste mit den etwa 700 wartenden Kindern (das entspricht in etwa 200 Vollzeitplätzen) nicht abgebaut werden. Diese sehr hohe Nachfrage nach familienexternen Betreuungsplätzen führte dazu, dass die SP der Stadt Bern 2006 unter der Federführung der Stadträtinnen Ursula Marti und Annette Lehmann die Kita-Initiative lancierte und erfolgreich einreichen konnte. Ziel der Initiative ist es, dass jedes Kind in der Stadt Bern einen Rechtsanspruch auf einen subventionierten Kita-Platz hat, dies spätestens 6 Monaten nach Anmeldung. Wie bis anhin würden die Tarife je nach Einkommen festgelegt.

Dieser Rechtsanspruch ist uns ein zentrales Anliegen. Die Geburt der Kinder bringt für die Eltern viel Neues und Unbekanntes mit sich. Damit Väter und Mütter sich auf diese wichtigen Aufgaben einlassen können, brauchen sie Sicherheit und Ruhe. Durch den Rechtsanspruch können sich die Eltern bei der Planung ihres Alltags nach dem Wiedereinstieg in’s Berufsleben auf einen garantierten Platz verlassen und sich somit ohne Sorgen voll und ganz dem anspruchsvollen Alltag mit den Kleinen widmen.

Die wegweisende Initiative blieb in der Stadt Bern natürlich nicht unbestritten. Die Fraktionen GFL/EVP, GLP, FDP und BDP/CVP haben eine Motion eingereicht, welche im Falle einer Annahme als direkter Gegenvorschlag dem Stimmvolk unterbreitet werden soll. Die Motion beinhaltet verschiedene Anliegen, wobei aber nur ein Bruchteil wirklich etwas mit unserer Initiative zu tun hat.

Das wohl wichtigste Anliegen der Motionäre und Motionärinnen ist es, das bisherige System völlig umzukrempeln. Anstatt wie heute Plätze zu subventionieren, sollen die Eltern nun Betreuungsgutscheine erhalten. Diese können sie dann in jeder Kita einlösen. Problematisch an dieser Motion finden wir, dass die einreichenden Parteien die Mittel zur Subventionierung der Kitas nicht erhöhen wollen. Dieser Punkt machte es uns dann auch unmöglich, diese Motion zu unterstützen. Denn egal ob die Subventionierung über den Platz oder das Kind stattfindet, müssen unserer Meinung nach mehr Plätze geschaffen werden – schliesslich wollen wir ja, dass jedes Kind in der Stadt Bern von einem subventionierten Platz profitieren kann und nicht nur ein paar Auserlesene. An dieser Stelle muss ich noch anmerken, dass ein Rechtsanspruch durchaus auch mit dem Gutscheinsystem realisiert werden könnte.

Trotz der Bedenken der Ratslinken wurde die Motion mit einer deutlichen Mehrheit überwiesen. Der Ball liegt nun beim Gemeinderat – er muss bezüglich der Einführung des Gutscheinssystems diverse Abklärungen tätigen um dann einen Gegenvorschlag zur Initiative ausarbeiten zu können.

Uns bleibt im Moment nichts anderes übrig, als den Entwurf des Gemeinderates zum Gutscheinsystem abzuwarten. Klar ist indessen, dass wir uns weiterhin dafür einsetzen werden, dass die Mittel zur Subventionierung von Kita-Plätzen im Sinne unserer Initiative deutlich erhöht werden.

Text: Lea Kusano, 2010

 

Lea Kusano ist Stadträtin der SP/Juso Fraktion Bern, arbeitet zur Zeit an ihrer Masterarbeit zum Themenkreis Teilzeitarbeit bei Vätern.

Sie ist verheiratet und die Mutter der beiden Mädchen Noa (3) und Liam Ethel (1.5)


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