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Heiraten, sich scheiden lassen und wieder heiraten. Die romantische Vorstellung einer Ehe auf ewig wird heute immer weniger gelebt. Trotzdem geben sich jährlich in der Schweiz 40'000 Menschen das Jawort. Nicht zuletzt deshalb, weil ihnen eine Heirat mehr Vor- als Nachteile bringt.
Eine romantische Ehe auf Lebenszeit gibt es kaum mehr.
«Man staunt immer wieder, Freunde heiraten, plötzlich verändern sie sich, sind wie ausgetauscht. Sie waren romantisch, sie waren verliebt, jetzt kann man ihnen dabei zusehen, wie sie im Zeitraffer ihre alte Persönlichkeit ablegen.» Beobachtungen, wie sie Schauspielerin Emma Thompson, selbst in zweiter Ehe, dem Magazin beschrieb, haben wohl die meisten Menschen schon in ähnlicher Form gemacht. Es ist der Effekt, den jede Partnerschaft haben kann, auch ohne Trauschein. Immer mehr Paare entscheiden sich denn auch heute gegen die Ehe, um sich nicht später scheiden lassen zu müssen. Bereits sind es über elf Prozent, Tendenz steigend. Bloss: Das Leben im Konkubinat hat Nachteile, die auch finanzielle Einschränkungen mit sich bringen können. Und: Heiraten bringt nicht nur eine bessere Absicherung mit sich, sondern auch zwischenmenschliche Vorteile.
Liebe ist etwas Ideelles, Heiraten etwas Reelles. Und nie verwechselt man ungestraft das eine mit dem anderen.
Psychologen empfehlen deshalb schon länger, ohne romantische Ideale an die Ehe heranzugehen. Wer heiraten will, muss aufs Zivilstandsamt, rechtzeitig alle Papiere beisammen haben, viel organisieren. Und wenn gar ein Hochzeitsfest zu planen ist, müssen die individuellen Vorstellungen geklärt werden. Oft sind dies Prüfsteine für die Beziehung. Wer sie meistert, gewinnt gemäss Ökonomen und Sozialwissenschaftlern viel. Denn die Ehe beeinflusst das tägliche Verhalten nicht nur negativ. Verheiratete trinken weniger Alkohol, nehmen weniger Drogen und leben gesünder als Singles. Zudem sind Verheiratete glücklicher und haben mehr Sex. Offenbar lohnt es sich nicht nur der Liebe wegen, die Ringe zu tauschen.
Die Ehe und ihre wichtigsten Vor- und Nachteile
- Im Todesfall gilt der überlebende Ehepartner als Witwe bzw. Witwer. Es besteht Anspruch auf Hinterlassenenrente und auf Erbschaft. Bei Todesfallleistungen der Pensionskasse und der Säule 3a sind Ehepartner und Kinder automatisch die Begünstigten.
- Erbschafts- und Schenkungssteuer ist bei Ehe je nach Kanton massiv gesenkt oder ganz gestrichen.
- Bei binationalen Ehepaaren erhalten die Partner eine Aufenthaltsbewilligung.
- Ehepartner müssen einander unfassend finanziell unterstützen.
- Ehepartner müssen einander über Geldangelegenheiten informieren und gegebenenfalls Haftung für den Partner mittragen.
- Im Rentenalter erhalten Ehegatten Paarrenten, die tiefer sind als die Einzelrenten.
- Bei einer Scheidung kann der besser verdienende Paarteil zu Unterhaltszahlungen verpflichtet werden.
- Bei Doppeleinkommen kann die Steuerbelastung infolge Progression höher sein als bei Konkubinatspaaren.
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Kommentare
Ich finde dem Thema heiraten wird in unserer heutigen Zeit viel zu viel Bedeutung geschenkt. Schlussendlich ist, zumindest für mich, die Ehe einfach ein Blatt Papier wo man seine Partnerschaft bescheinigt kriegt. Eine Partnerschaft die nicht funktioniert hätte auch als Ehe nicht funktioniert und eine Parnterschaft die funktioniert wird nicht daran zerbrechen nur weil man nicht heiraten will. Zumindest seh ich das so.
Ja, das denke ich auch. Der Kennenlernprozess dauert oft viel länger als man denkt. Ich finde man sollte sich Zeit lassen, den Partner wirklich kennen lernen und schon einmal auch ein paar Tiefs durchlebt haben. Denn hat man diese gemeinsam überstanden, ist die Wahrscheinlichkeit grösser, auch in der Ehe welche zu überstehen. Manchmal habe ich ein bisschen das Gefühl, viele heiraten einfach der Heirat wegen. Ein tolles Fest, die Beziehung in den Mittelpunkt stellen etc. Aber ein Fest kann man auch so machen, ohne zu heiraten. Wichtiger ist doch, dass wenn man eine Beziehung hat, die einem wichtig ist, dran arbeitet, dass sie auch in Zukunft hält. Und das ist mit einer Heirat noch lange nicht getan.
Denis, das klingt ganz nach schlechten Erfahrungen, oder täusche ich mich? Klar hat die Ehe auch Nachteile, wenn sie ein schlechtes Ende nimmt. Trozdem sollte man diesen Schritt meiner Meinung nach machen, wenn man Kinder haben möchte. Und dass so viele Ehen geschieden werden, hat vielleicht auch damit zu tun, dass immer mehr Paare schon nach einem oder zwei Jahren heiraten. Es würde vielen gut tun, sich zuerst richtig kennenzulernen, das dauert nämlich länger als ein paar Monate..
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