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Wenn Eltern ausrasten, schrecken sie auch nicht davor zurück, winzig-kleine Babys zu schlagen. Deshalb sollten sich überforderte Mütter und Väter rechtzeitig um Möglichkeiten zur Entlastung bemühen. Wo finden überforderte Eltern Hilfe?
Überforderte Mütter und Väter sollten sich rechtzeitig um professionelle Hilfe bemühen.
Erschreckend: Die Anzahl Kindsmisshandlungen steigt Jahr für Jahr. Im Jahr 2008 registrierte das Kinderspital Zürich 455 Verdachtsfälle von Kindesmisshandlung. Davon konnten 285 Fälle gesichert werden. Die Hälfte der Opfer ist unter 7 Jahren, über ein Drittel betrifft sexuellen Missbrauch. Und das sind nur die registrierten Kindsmisshandlungen – die Dunkelziffer dürfte noch viel höher sein. Experten glauben aber, dass heutzutage nicht mehr zugeschlagen wird als früher. Aber man ist heute mehr sensibilisiert, sodass Missbräuche auch eher entdeckt werden.
Weshalb kommt es aber überhaupt dazu, dass erwachsene Menschen kleinen, wehrlosen Wesen derart Gewalt antun? Experten sehen den Grund dafür in den hohen Ansprüchen, die die Gesellschaft, aber auch die Eltern an sich selber stellen. Kind, Job, Haushalt und Hobby müssen unter einen Hut gebracht werden, und alles soll perfekt funktionieren.
Schlecht vorbereitet
Eine weitere Ursache ist mangelndes Wissen. Zwar kennen werdende Eltern jedes Detail in Sachen Geburt, aber was danach auf sie zukommt, darüber sind sie oft zu wenig informiert. Was es wirklich heisst, rund um die Uhr für ein kleines Kind da zu sein, wird einem erst nach der Geburt bewusst. Und ein Baby, das ständig schreit, ist auch für hartgesottene Eltern eine echte Belastungsprobe. Zudem gibt es in den modernen Kleinfamilien keine Grossmutter oder Tante mehr, die die Mutter zwischendurch ganz unkompliziert entlasten könnte.
So kommt denn für viele Mütter und Väter irgendwann einmal der Moment, wo sie an ihre Grenzen kommen, wo ihnen die Sicherung durchbrennt und sie zuschlagen. Es ist also nicht Bosheit, sondern schlichte Überforderung, wenn Kinder misshandelt werden – und höchste Zeit für die Eltern, Hilfe bei Fachleuten zu suchen.
Soforthilfe gefragt
Was können Eltern tun, wenn sie spüren, dass sie kurz vor dem Ausrasten stehen? Diese Tricks könnten helfen:
- Gehen Sie in einen anderen Raum, in den Keller, auf den Balkon oder kurz nach draussen und atmen Sie tief durch, sagen Sie laut das Alphabet auf oder zählen Sie langsam bis 50.
- Schrubben Sie den Küchenboden, schütteln Sie das Bettzeug auf oder kneten Sie einen Teig – lassen Sie Ihre Wut irgendwo aus, nur nicht am Kind.
- Suchen Sie sich einen Ort, wo Sie ungestört Ihren Frust heraus schreien können.
- Rufen Sie jemanden an, dem sie vertrauen, oder wenden Sie sich an den Elternnotruf.
Tipps und Infos:
- Elternnotruf: Telefon 044 261 88 66. Hier finden gestresste Eltern rund um die Uhr Hilfe. www.elternnotruf.ch
- Auf www.elternbildung.ch finden Eltern aktuelle Kursangebote zum Thema Kindererziehung in ihrer Region
- Die Kinderschutzgruppen an den Kinderspitälern helfen, Lösungen für Kinder und Eltern zu finden.
- Die Jugendsekretariate der Bezirke bieten Kleinkindberatung an.
- Mütterberaterinnen sind ebenfalls Ansprechpartnerinnen.
Text: Marianne Siegenthaler
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Kommentare
die Welt spielt verrückt. Während dem die Teppichetage 30% mehr Lohn pro Jahr kassiert und noch von goldenen Fallschirmen profitiert, wird der Ottonormalbürger dazu verpflichtet, dass beide arbeiten gehen, die Kinder zur Tagesmutter bringen sich mit den Schulbehörden und den "schwierigen" (Schwieger und eigenen) Eltern herumschlagen und nur als unfähig betitelt werden. Es kommt einem manchmal vor man mache alles falsch. Sobald man aber nach Hilfe schreit haben die Schwiegereltern keine Zeit, dafür fahren sie als Pensionierte fürs Rote Kreuz oder die eigenen Eltern sind plötzlich wochenweise krank. Die Gemeinde meint nur ja wir können Ihnen alles besorgen Hausaufgabenhilfe, (überforderte) Tagesmutter, ... aber wer bezahlt? Die Eltern welche kaum die laufenden Rechnungen bezahlen können. Sind wir also soweit, dass nur noch Reiche mit einer "hauseigenen" Nanny Kids haben können und alle anderen alleingelassen werden? Wo sind alle die helfenden Organisationen? und helfen die wirklich oder bringen diese nur die bereits bekannten Kalendersprüche? und wenn es dann konkret wird ..wir können nicht weil die Politiker...? Welche Erfahrungen macht Ihr?
Überforderung, hohe Ansprüche, belastete Schwangerschaft oder schwere, entäuschende Geburten zehren an den Kräften und legen die Nerven, so dass Eltern keinen Ausstieg mehr finden aus diesem negativen Kreislauf. Wir sind die Anlaufstelle in Thun und Berneroberland und bieten Hilfe, Unterstützung und Begleitung bei solchen Krisen vor oder nach der Geburt und im Säuglingsalter.
Hallo,
Die Anforderungen an Eltern werden immer härter, die unterstützungen von Familienseiten weniger, selbst in KiTa und Schule muss man sich als Eltern min. 2 Beine Ausreissen.
Wisst ihr was der erste Schritt aus diesem Kreislauf ist?
Die Ansprüche runterschrauben.... Die von anderen und die eigenen. Die Nachbarn finden 2 Krümmel im Flur, sehr schön. Schwiegereltern sind der Meinung dass man die Kinder nicht richtig erzieht, ohne dabei auch nur die kleinste hilfe anzubieten, schliesslich sind die Kids ja anstrengend? Einfach mal die Meinung sagen, auch wenn sie danach beleidigt sind. Sobald sie sich wieder beruhigt haben ist die Situation sehr viel entspannter.
In der Schule/Kita ist das Kind nicht das perfekte Wesen? Klasse, auch Grosse politiker haben unter ADHS gelitten...
Und dann wird man in der Stadt auch noch von wildfremden bekloppten angeschnautzt, nur weil man sein geistig behindertes Kind davon abhält auf die Strasse zu rennen. Zivilcourage ist ja toll, aber doch bitte mit bedacht und in einem Angemessenen Ton!
Zusammenfassung: Macht euch einen schönen Tag mit den Kids! Lieber mal entspannt ein Buch lesen statt spülen. (Und wenn euer Besuch meint die Fenster wären zu dreckig: drückt denen nen Putzlappen in die Hand, dabei könnt ihr nur gewinnen^^)
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