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Herausforderung Teilzeitkarriere

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Die Rahmenbedingungen für Familien haben sich leicht verbessert: Es gibt inzwischen mehr und vom Bund subventionierte Krippenplätze und eine - wenn auch minimale - Mutterschaftsversicherung. Genügt das nun für eine Karriere trotz Kindern? familienleben.ch hat nachgefragt.

Vater im Anzug mit Baby, passt das zusammen?

Kinder haben und trotzdem Karriere machen - diesen Wunsch hegen immer mehr Mütter und zunehmend auch Väter. Ein immer noch frommer Wunsch, oft.

Katharina Maurer*; Projektleiterin bei einer internationalen Hotelkette, ist frustriert: Sechs Monate nach der Geburt ihrer Tochter kam sie auf Wunsch ihres Chefs an ihren früheren Arbeitsplatz zurück, vier Monate später kam ohne Vorwarnung die Kündigung. «Mein Chef sagte, das 60 Prozent Pensum, mit dem ich wieder eingestiegen war, sei einfach zu wenig, um anspruchsvolle Kunden zu betreuen.» Die Krippe konnte ihr keine zusätzlichen Betreuungstage anbieten. «Ich musste schon froh sein, mein Kind drei Tage hinbringen zu können. Und ein Grosi, das aushilft, haben wir leider nicht. Ich muss mich wohl damit abfinden, dass ein anspruchsvoller Job und Kinder in der Schweiz schlecht zusammenpassen», sagt sie resigniert.

Krippen: Knapp und teuer

Viele Frauen wie Katharina entscheiden sich ganz bewusst nicht für die klassische Rollenverteilung «Vater arbeitet, Mutter kümmert sich um die Kinder», weil sie den Anschluss im Beruf nicht verpassen und finanziell unabhängig bleiben wollen. Wenn die Kinderbetreuung ein Gehalt verschlingt, treten manche wieder den Rückzug an und betreuen die Kinder lieber selbst. Nicht nur sind die Krippen teuer, sie sind auch Mangelware: Eine Studie des Nationalfonds geht von derzeit rund 50'000 fehlenden Krippenplätzen in der Schweiz aus.

Fünf Tipps, damit der Einstieg ins Familienleben kein Ausstieg aus dem Berufsleben wird:

 

  1. Sprechen Sie frühzeitig mit Ihrem Chef, wenn Sie das Pensum reduzieren wollen. Zeigen Sie, dass Sie in Zukunft noch motivierter arbeiten werden, wenn Ihr zeitlicher Spielraum grösser ist.
  2. Diskutieren Sie mit Ihrem Partner, auf wen Sie innerhalb und ausserhalb der Familie für die Kinderbetreuung zurückgreifen können. Vor allem wenn das Kind krank ist und nicht in die Krippe gehen kann brauchen Sie Verwandte, Freunde und Nachbarn, die einspringen können.
  3. Informieren Sie sich, ob es in Ihrer Firma Programme zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf gibt, zum Beispiel Jobsharing oder Telearbeit.
  4. Informieren Sie sich über die Krippen und Tagesmütter in Ihrer Umgebung und lassen Sie sich auf die Warteliste setzen, sobald Sie schwanger sind.
  5. Lassen Sie den Kontakt zu Ihrem Unternehmen während einer Babypause nicht abreissen. Machen sie Ferienvertretungen und nehmen Sie an wichtigen Sitzungen und Ausbildungen teil.
  6.  



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Kommentare

  • Rita 20.07.2011 18:46 Uhr
    Als ich mit 37 Mutter wurde, hatte ich eine 14 jährige internationale Karriere als Ingenieurin hinter mir und nicht vor mit einem Kind dieses Leben ganz aufzugeben. Also stieg ich, als mein Kleiner 4 Monate alt war, wieder zu 60% im Beruf ein. So konnte ich 4 Tage die Woche beim Kleinen sein und er verbrachte 3 Tage die Woche in der Krippe. Ein Teilzeitjob rentierte sich für meinen Mann nicht, da ich als Ingenieurin nur einen schlechter bezahlten Ingenieurs-Job für diese 60% fand und nicht mehr im Consulting arbeiten konnte (aber immerhin in meinem studierten Beruf, was keine Selbstverständlichkeit ist!). Viele exzellent ausgebildete Mütter mit hervorragenden akademischen Abschlüssen, Auslandserfahrung und Führungserfahrung (auch in Grosskonzernen) sind arbeitslos, weil sie ein Kind bekommen haben. Die Aussage der Personaler, dass sie Teilzeitmütter unterstützen sind oft nur Lügen, die auf Personalbroschüren gut aussehen, aber in der Realität kaum umgesetzt werden.

    Unter Schweizer Müttern ist es schade, dass arbeitende Frauen immer noch das Stigma der Rabenmutter haben. Aber dazu nur soviel: Nur Menschen, die sonst nichts im Leben haben, für das es sich zu kämpfen lohnt, fixieren sich total auf ihr Kind und zeigen neidisch mit dem Finger auf Frauen, die einen erweiterten Horizont und weitere Möglichkeiten haben. Ob jemand Vollzeit Mutter ist oder nicht, sollte jeder selbst überlassen sein. Die Rabenmutter-Neiderei entlarvt nur die Neiderinnen, die selbst in ihrem Leben versagt haben und sich an ihre Mutterrolle klammern und dadurch ihre einzige Selbstbestätigung erfahren.

    Ich bin lieber asiatisch-strenge Tiger-Rabenmutter als ein dämliches KlatschundTratschmami, das sich nur über Windeln und Esoterik unterhalten kann. Schon meine Mutter (Juristin) und meine Oma (Professorin) haben immer in akademischen Berufen gearbeitet, was vielen Schweizerinnen sehr seltsam vorkommt, da hierzulande noch soziale Normen der 50er Jahre (Hausfrau/Mutter oder Berufsfrau) dominieren und sich auch in 100 Jahren nicht viel daran ändern wird.

    Arbeitenden gut qualifizierten Frauen empfehle ich, ihren eigenen Weg zu gehen, sich gleichgesinnte Frauen zu suchen und statt über vergossene Milch zu weinen, zusammen Lösungen anzupacken. Natürlich ist es schockierend als Abteilungsleiterin, die ehemals für ein Team von 30 Leuten und ein zweistelliges Millionenbudget verantwortlich war, gefeuert zu werden, weil man sich für ein zweites Kind entschieden hat. Aber das Leben geht weiter.

    Die Selbständigkeit ist eine Lösung, wenn sie denn ernsthaft in Erwägung gezogen wird. Oft ist die Selbständigkeit jedoch aber nur ein Alibi, damit man nicht sagen muss, man sei "Nur Mutter", was wiederum den Ruf der ernsthaft selbständig erwerbenden Frauen beschädigt. Egal was man tut, man sollte dazu stehen können. Ob nun Vollzeit-Mama oder Karrieremutter.
  • Bornhauser 04.02.2010 13:48 Uhr
    Seit 2006 bin als Wiedereinstiegerin im Marketing tätig und habe meinen letzten Job durch Reorganisation verloren. Immer wieder musste ich mich rechtfertigen, warum ich als Mutter zweier Kinder berufstätig sei, ich Rabenmutter ;) - ich glaube, in der heutigen Zeit sollte man tolerant gegenüber verschiedenen Lebensmodellen haben. Erfolg hat für jeden einen anderen Stellenwert. Aber es ist wirklich eine Gratwanderung. Berufstätige Mütter arbeiten bis zum Umfallen, schliesslich macht sich der Haushalt nicht von alleine und im Geschäft muss man den Kopf bei der Sache haben, egal, was mit den Kindern in der Kita oder Kindgsi gerade abgeht...Dennoch möchte ich es nicht anders haben...ich liebe die Herausforderung des Lebens und möchte mich nicht komplett für die Kinder aufopfern und wenn die Kids dann gross sind, sich fragen müssen, was man jetzt machen soll...
  • Sören Reinhardt 10.07.2009 11:18 Uhr
    Warum wird der beruflichen Karriere soviel Bedeutung zugemessen? Es gibt viele andere Arten von Karriere die persönliche 'Erfüllung' bringen können. Aber nein. Mehr Verantwortung, mehr Geld, mehr Macht, Statussymbole, Selbstverwirklichung, finanzielle Unabhängigkeit... Dieses Schoggiweggli plus Füfi-Umegäld Denken kann ich vllt. verstehen - für mich akzeptiere ich es aber nicht.

    Machen wir uns nichts vor: Bescheidenheit in diesen Belangen bleibt hier doch v. a. bei den männlichen Berufstätigen auf der Strecke, so wie die Genugtuung um das Wissen, dass Mann auch als 'gewöhnlicher' Angestellter Befriedung im Leben erfahren kann. Eine bewusste Entscheidung 'gegen' die Karriere? Warum nicht. Oder: welche ehrbaren Ziele verfolgt Mann denn schon, in sogenannten Machtpositionen?

    Als Vater und Teilzeit-Angestellter ohne Leitungsfunktion habe ich trotzdem täglich genug Herausforderungen und eine anspruchsvolle Arbei. Aber abends habe ich auch einen freien Kopf für Kind, Partnerin, Familie und für meine anderen, persönlichen Interessen. Warum müssen/sollen wir Männer immer für unsere Anliegen kämpfen (sind wir im Krieg?) anstatt auch mal 'einen Schritt zurück' zu wagen? Was davon ist mutiger?

    Aber vllt. bin ich auch nur nur vom Glück getroffen: eine bezahlbare Kita, zwei Grosis, die flexibel sind, ein verständnisvoller Arbeitgeber PLUS eine gut genug verdienende Ehepartnerin in Teilzeit-Anstellung, gut ausgebautes soziales Netz, ... Doch glauben Sie ernsthaft, dass dieses Glück ohne Entbehrung und der nötigen Zurückhaltung geschmiedet wurde?

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