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Da die Nachfrage nach Krippenplätzen, insbesondere nach Säuglingsplätzen, regional immer noch höher ist als das Angebot, reagieren einige Unternehmen mit betriebseigenen Krippen. Für Eltern ist das eine ideale Lösung, weil sie den Nachwuchs auf dem Weg zur Arbeit in der Krippe abgeben können und bei Problemen schnell erreichbar sind. Mit einem Krippenplatz allein ist aber noch nicht Karriere oder wenigstens ein interessanter, anspruchsvoller Job gemacht: Zumindest in den Imagebroschüren bieten einige Unternehmen ihren Mitarbeitenden eine Vielzahl an Arbeitsmodellen an: Teilzeitarbeit, Jahresarbeitszeit, Jobsharing oder Telearbeit, die eine individuelle Lebensgestaltung ermöglichen sollen. Alles nur Image-Pflege und schöne Unternehmensrethorik?
und die unflexible Realität
Die Realität ist tatsächlich oft ernüchternd. Patrick Obrist* zum Beispiel hat vor fünf Jahren eine 80-Prozent-Stelle als Redaktor bei einer Schweizer Versicherung angetreten. «Ich habe mich ganz bewusst dafür entschieden, weil ich geschieden bin und Zeit für meine Söhne haben will. Mein Chef sagte mir schon bei der Einstellung, dass man mit vier Arbeitstagen pro Woche keine Karriere macht. Und ich muss sagen: Er hat Recht gehabt. Ich bin nicht weiter gekommen, obwohl ich meiner Ansicht nach effizienter arbeite als viele Kollegen mit einem 100-Prozent-Pensum.»
Der Balanceakt gelingt nur, wenn alles stimmt: Eine bezahlbare Krippe, ein Grosi im Einsatz und nicht zuletzt ein verständnisvoller Chef. Und wer hat schon so viel Glück aufs Mal?
Teilzeit für Kader
Die ganze «Kinder und Karriere»- und Teilzeitstellendebatte scheint eine Frage der Firmenphilosophie zu sein und hat letztlich mit der Einstellung der Chefs zu tun. Aber das Problem liegt auch bei den männlichen Arbeitnehmern, die zu wenig um Teilzeitstellen kämpfen. Der Verdacht liegt oft nahe, dass sie insgeheim gar nicht wollen. Bekannt ist die Aussage (respektive Ausrede): «Teilzeit arbeiten in meinem Job und in meiner Firma – das geht nicht!» Ob sie denn nachgefragt, mit dem Chef gesprochen, gar darum gekämpft hätten, will man wissen. Natürlich haben sie nicht.
Dass ein reduziertes Arbeitspensum und Karriere nicht immer ein Widerspruch sein müssen, zeigt das Beispiel der Post. Dort hat sich der Anteil von Teilzeitarbeitenden im Kader zwischen 2003 und 2007 von 5,1 auf 8,6 Prozent erhöht. «Dieser Anstieg ist das Resultat einer Vielzahl von Arbeitsmodellen, die wir anbieten», erklärt Sabine Rial-Ramseier, Leiterin Management bei der Schweizerischen Post. «Wer die Möglichkeit hat, sein Leben individuell zu gestalten, ist zufriedener und bringt bessere Leistungen», ist sie überzeugt.
Flexibilität nutzt auch Arbeitgebern
Grössere zeitliche Flexibilität ist aber oft nicht nur für die Arbeitnehmenden, sondern auch für die Arbeitgeber attraktiv: Caroline Schmid*. etwa arbeitet 60 Prozent in der Marketingabteilung einer Schweizer Grossbank. «Ich fange oft erst an zu arbeiten, wenn die Kinder im Bett sind. Das geht, weil die meisten Kollegen und mein Chef in den USA leben und wir so trotz Zeitverschiebung zusammen arbeiten können. Da ich ein ausgesprochener Nachtmensch bin, ist das für mich die optimale Lösung.»
- 1. Teil Herausforderung Teilzeitkarriere
- 2. Teil Flexible Arbeitsbedingungen
- 3. Teil Selbständigkeit als Lösung
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Kommentare
Auch ich musste die bittere Erfahrung machen, dass man als Mami mit einem guten Job nicht mehr erwünscht ist und ein Teizeitpensum ab einer gewissen Kader Position in der Schweiz allgemein fast unmöglich ist. Ich habe gute Qualifikation mit grosser Berufserfahrung und arbeitete immer 100%. Ich wurde ein spätes Mami. (von meinem Arbeitgeber mit meinem alter 35+ wohl nicht mehr erwartet. )Vor der Schwangerschaft war alles bestens. 2 Wochen nach der Geburt teilte man mir per Telefon mit, dass man mich in ein neues Tätigkeitsgebiet nach der Mutterschaft versetzen werde, plus neu bekam ich die ganze Schweiz als Gebiet zu betreuen. ( vor der Geburt hatte ich nur ein Teil. Als ich nach der Mutterschaft zurück kam 100% ( da ein Teizeitpensum für den Arbeitgeber nicht in Frage kam), begann bereits in der ersten Woche Mobbing und ein \"Horror Trip\" Hürdenlauf begann während mehrere Monaten. Ich versuchte mich nicht runter zu kriegen und kämpfte bis zur Erschöpfung. Anschliessend wurde mir aus wirtschaftlichen Gründen gekündigt.
Gibt es auch Mütter wie ich welche grosse Probleme haben einen Teilzeitjob zu finden? Ich bin Mutter von zwei Kindern und suche seit der Geburt meines erstes Kindes eine Teilzeitstelle in der Zentralschweiz. Bis jetzt hatte ich nur Absagen und langsam empfinde ich dies als ziemlich erniedrigend. Vor der Geburt meiner Kinder arbeitete ich im Kanton als kaufmännische Sachbearbeiterin. Mir wurde gesagt, dass ich doch mitteilen soll wieviel und wann ich wieder zurückkommen könnte. Als ich dann das Gespräch mit meinem Vorgesetzten gesucht habe, hat er mir mitgeteilt, dass einen Wiedereinstieg nur zu 100% möglich wäre. Super!!! Obwohl ich bei meinen Bewerbungen erwähne, dass die Kinderbetreuung familienintern geregelt ist, hab ich bis heute keine Chance bekommen. Rein psychisch brauche ich den Ausgleich zwischen Familie und Job. Kann mir da jemand einen Tip geben bevor ich komplett die Hoffnung verliere je wieder eine Stelle zu finden?
Als ich nach meinem ersten Kind wieder in den Beruf einstieg, musste ich als erstes jemanden finden, der sich um Haus und Garten kümmert (www.gebaeudereinigung.net), denn sonst hätte ich die Dreifachbelastung "Familie-Leben-Arbeiten" nicht unter einen Hut bringen können. Ohne diese Entlastung hätte ich auf das Bisschen Privatleben, dass ich noch hatte, vollkommen verzichten müssen.
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