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Der EGMR in Strassburg entschied, dass leibliche Väter nicht in jedem Fall Anspruch auf eine Vaterschaft haben. Meta-Keywords: vaterschaft, leiblicher Vater, biologischer Vater »

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Beruf und Familie im Alltag miteinander zu vereinbaren, fällt nicht leicht. Frauen fühlen sich deshalb oft überfordert. Doch auch Väter leiden unter der besonderen Alltagsbelastung. Viele Männer stehen sogar so unter Stress, dass ihre Gesundheit gefährdet ist, warnt eine Politikerin.
Nicht nur Mütter, sondern auch Väter fühlen sich von Beruf und Familie oft überfordert. Foto: Lifesize - Thinkstock
Vater geworden! Ein tolles Gefühl. Doch das Familienleben verläuft bisher keineswegs harmonisch. Nicht nur die Nächte sind kurz, das Kind schreit auch tagsüber oft und lang. Die Nerven der Mutter sind strapaziert. In solchen Situationen bemühen sich zum Glück immer mehr Väter, die Mutter zu Hause zu unterstützen. Doch dabei geraten sie selbst oft in gesundheitsgefährdenden Stress, warnt die Nationalrätin Yvonne Gillis, Mitglied der Grünen, in einem Postulat.
«Während einer Mutter ein bezahlter Mutterschaftsurlaub von mindestens 14 Wochen zusteht, hat ein Vater nur einen Anspruch auf eine Auszeit von einem Tag, analog zu einem Arztbesuch», beklagt Yvonne Gillis. Der Einsatz des Vaters zu Hause gehe auf Kosten seiner Frei- und Ferienzeit, unter Gefährdung seiner Gesundheit.
Das Forum «Männergesundheit» unterstützt die Auffassung der Politikerin: «Wenn Männer, die eine partnerschaftliche Rollenteilung anstreben und auch im Alltag der Kinder präsent sein wollen, in einem wertkonservativen Arbeitsmilieu arbeiten, kann Vatersein zum Gesundheitsproblem werden», sagt René Setz. So gerieten Väter, denen Arbeitgeber wenig zeitliche Flexibilität einräumen, immer wieder unter starken Druck. «Da kommt ja unser Ferientechniker wieder», derart abschätzende Bemerkungen lösen ebenfalls Stress aus. Engagierte Väter laufen dem Forum Männergesundheit zufolge auch Gefahr, schlechtere Arbeit zu bekommen. «Der ist ja nicht da, wenn man ihn braucht», werde dann argumentiert.
Die volkswirtschaftlichen Kosten von Stress in der Schweiz betragen rund 4 Milliarden Franken jährlich, wie eine Schweizer Studie ergab. 37 Prozent der Befragten leiden besonders unter der Schwierigkeit, die Anforderungen im Erwerbs- und Privatleben unter einen Hut zu bekommen. Der Stress, der sich daraus ergibt, hat für Männer und Frauen gesundheitliche Folgen. «Stress führt nicht nur zu psychischen Problemen wie Schlaflosigkeit, Anzeichen von Depressionen und Burnout, sondern auch zu körperlichen Leiden wie Kopf- und Rückenschmerzen. Das Risiko für Rückenschmerzen ist bei starken Schwierigkeiten, Beruf und Privatleben miteinander zu vereinbaren, drei Mal grösser als bei guter Vereinbarkeit», heisst es in dem Bericht «Gesundheit und Vereinbarkeit von Erwerbs- und Privatleben» der gemeinnützigen Stiftung «Radix».
«Arbeitsbedingungen müssen sich so ändern, dass sie eine partnerschaftliche Rollenverteilung ermöglichen», betont René Spitz vom Forum «Männergesundheit». Deshalb fordert er gleiche Stundenlöhne für Voll- und Teilzeitarbeitende. Gleichzeitig wünscht er sich, dass abwertende Äusserungen gegen teilzeitarbeitende Männer nicht mehr akzeptiert werden. Notwendig ist seiner Meinung nach ein gut ausgebautes Netz familienexterner Kinderbetreuung. «Auch ein Bauarbeiter soll die Chance haben, im Alltag seiner Kinder anwesend zu sein.»
Immer wieder wird in der Schweiz diskutiert, wie Vaterschaftsurlaub finanziert oder Elternurlaub reformiert werden kann. Noch erarbeitet der Bundesrat dazu einen Bericht, der Lösungswege aufzeigen soll. Bis er vorliegt, können allerdings noch einige Monate dauern. Deshalb müssen Väter jetzt selbst für günstige Arbeitsbedingungen sorgen. «Väter sollten das Gespräch mit dem Betrieb suchen, wenn die Vereinbarkeit von Berufs- und Privatleben zur Belastung wird, weil ein Baby da ist, ein Kind krank oder ein Familienmitglied pflegebedürftig wird», rät Daniel Huber, Geschäftsführer der schweizerischen «Fachstelle UND Familien- und Erwerbsarbeit für Männer und Frauen». Viele Betriebe hätten die Möglichkeit, Ferien, Teilzeitarbeit oder unbezahlte Ferien zu gewähren.
Autor: Sigrid Schulze

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