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Früher fusionierten die Menschen aus praktischen Erwägungen – planten Besitz, Erbschaft, Arbeitskraft – , waren nett zueinander und rauften sich zusammen. Die Paarbeziehung war ein Zweckbund. Erst mit dem Aufkommen der Romantik wurde die Liebe verklärt – und heute zeugt eine riesige Unterhaltungsindustrie von unserer tiefen Sehnsucht nach eben dieser romantischen Liebe. Um 1900 hatte das bürgerliche Liebesleben-Ideal von «glücklich verheiratet auf immer und ewig» Hochkonjunktur. Auch heute sind diese Werte noch für viele heilig. Es folgten zwei Weltkriege, dann die Antibabypille. In der Folge verdreifachte sich zwischen 1960 und 1980 die Scheidungsrate, heute wird fast jede zweite Ehe geschieden. Entscheidend für diese Entwicklung ist auch die jeweilige Wirtschaftslage. Denn in wirtschaftlich schlechten Zeiten halten die Menschen zusammen und gründen Lebensgemeinschaften. Partnerschaften und Familie geben Halt und sparen Kosten. Wohl nicht von ungefähr halbiert gemeinsames Wohneigentum hierzulande die Scheidungshäufigkeit.
Ina und Terry* sind seit fünf Jahren ein Paar. Die deutsche Architektin und der Unternehmensberater aus Appenzell wohnen mit Seeblick in einem angesagten Quartier Zürichs. Die Doppelverdiener sind schon mehrmals um den ganzen Erdball gereist, waren in Japan, Dubai und auf den Malediven. Als Ina vor einem Jahr ihren Kinderwunsch äusserte, hätte dies fast das Ende bedeutet. Terry war nicht bereit, einen Abstrich vom hohen Lebensstandard zu machen. «Mir bedeutet das gemeinsame Reisen viel und ich stehe gerade in einer wichtigen beruflichen Phase. Mit Kindern könnte ich dies nicht mehr verwirklichen,» sagt der studierte Psychologe. Ina ist trotz ihres Kinderwunsches geblieben, arbeitet jetzt als rechte Hand eines Stararchitekten. Ihr Liebesleben sei intakt, aber weniger spontan als früher, meinen beide. Sie unternehmen viel gemeinsam und planen – kaum gelandet – schon ihre nächste Reise.
Wie Ina und Terry gibt es heute viele gut gebildete und verdienende Paare, die sich gegen Kinder entscheiden. Sie streben ihre Selbstverwirklichung zwar in einer stabilen Partnerschaft, aber ohne Kinder an. Von zentraler Bedeutung ist ihnen die berufliche Karriere. Männer, die stark berufsorientiert und an Fortkommen, Status und Finanzen interessiert sind, legen grossen Wert auf eine erfolgreiche Partnerin, die ihren Erfolg abrundet. Aber auch Frauen steht es gut an, bei der Karriereplanung einen Partner an der Seite zu haben, den man vorzeigen kann.
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Kommentare
Ich liebe meine man aber ins bett klappt nicht! wieso nicht? so sind wir in scheidungsweg! :-(
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