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Frühkindliche Bildung zahlt sich langfristig aus. Kinder, die früh gefördert wurden, haben später ein höheres Einkommen und werden weniger kriminell als Kinder, die keine frühkindliche Förderung erhielten.
Frühkindliche Förderung bringt wirtschaftlichen Nutzen.
Wie die «NZZ am Sonntag» berichtete, haben die Wirtschaftswissenschaften das Thema frühkindliche Bildung entdeckt. Wenn es gelingen würde, die Leistungen der schwächsten Schüler im Pisa-Test anzuheben, würde das Bruttoinlandprodukt (BIP) in den nächsten 80 Jahren um über 900 Milliarden Franken wachsen, so das Ergebnis einer OECD-Studie. Dazu müsste man nach Meinung der Ökonomen nicht nur Schulkinder besser fördern, sondern auch Kinder im Kindergarten.
Ernst Fehr, Leiter des Instituts für empirische Wirtschaftsforschung an der Universität Zürich, ist ebendieser Meinung. Er hat sich eine amerikanische Langzeitstudie genau angeschaut, das «Perry preschool program». Für diese Studie wurden in den 1960er Jahren 123 Kinder, die nur einen IQ von 85 hatten und aus armen Verhältnissen stammten, ausgewählt. Die Hälfte erhielt Frühförderung, die andere Hälfte nicht. In den folgenden 40 Jahren wurde der Lebensweg der Kinder beobachtet. Das Ergebnis ist eindeutig: In der Fördergruppe erreichten 71 Prozent der Kinder einen Highschool-Abschluss, in der nicht geförderten Gruppe nur 54 Prozent. Die geförderten Kinder erzielten später ein höheres Einkommen und wurden seltener kriminell.
«Im Perry preschool program löst jeder investierte Dollar einen gesellschaftlichen Ertrag von 7 Dollar aus, und zwar in Form von weniger Kriminalität, weniger Sozialhilfeausgaben und höheren individuellen Einkommen», sagte Ernst Fehr der «NZZ am Sonntag». Frühförderung zahle sich viel mehr aus als die gängigen Unterstützungsmassnahmen, etwa Qualifizierungsprogramme von Arbeitslosen, das Verkleinern von Schulklassen oder Nachhilfeunterricht.
Text: Angela Zimmerling am 25.5.2011
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