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Kinder von Migranten sind in der Schule nicht schlechter als Schweizer Kinder. Dennoch sind sie im Gymnasium und an den Universitäten unterrepräsentiert. Das zeigt eine vom Schweizerischen Nationalfonds (SNF) unterstützte Studie.
Kinder aus Migrantenfamilien sind im Bildungssystem im Nachteil. Foto: © Benis Arapovic | Dreamstime.com
Migrantenkinder seien im Bildungssystem im Nachteil, heisst es in einer Medienmitteilung des Schweizerischen Nationalfonds vom Dienstag. Sie erhalten viel seltener einen höheren Bildungsabschluss als Kinder von vermögenden Eltern und Akademikern. «Die Gründe sind nicht Diskriminierung durch die Lehrperson oder die Schule, sondern oftmals die schwache finanzielle und kulturelle Ausstattung des Elternhauses.» Dabei bestünden zwischen den einzelnen Nationalitäten grosse Unterschiede.
Kinder aus Deutschland, Frankreich und Österreich sind sogar oftmals erfolgreicher als Gleichaltrige aus der Schweiz. Das liegt an ihrem vorteilhaften sozioökonomischem Hintergrund. Nachteile haben Migrantenkinder aus der Türkei, aus Portugal oder vom Balkan.
In der Schule würden Kinder von Migranten aber nicht von Lehrern diskriminiert, sondern aufgrund ihrer tatsächlichen Leistungen gerecht benotet und nicht von vornherein als Problemfälle etikettiert und stigmatisiert, so der SNF weiter. Ebenso wenig fänden sich Hinweise dafür, dass sie strukturell durch das Schulsystem benachteiligt würden.
Nur wenige Kinder von Migranten studieren
Migrantenkinder haben dennoch ein knapp dreimal grösseres Risiko als einheimische Kinder, in einer Sonderschule unterrichtet zu werden. Zudem ist das Risiko keine Lehrstelle zu finden oder keine nachobligatorische Berufsausbildung abzuschliessen um zwei- bis dreimal höher. Ihr Anteil an den Absolventen der Universitäten liegt zudem nur bei fünf Prozent, obwohl sie im Schnitt keine schlechteren schulischen Leistungen erbringen als Schweizer Kinder.
Die Gründe, warum Kinder aus der Türkei, Portugal oder dem Balkan so schlecht abschneiden, liegen zum einen an finanziellen Problemen der Eltern und zum anderen sind Sprachprobleme schuld.
Herausgefunden hat das der Bildungssoziologe Rolf Becker von der Universität Bern mit seinem Team. Er untersuchte die Frage «Warum sind die Chancen im Bildungssystem gerade für Migrantenkinder schlecht?» für den Übergang von der Primarstufe auf die Sekundarstufe I statistisch mit Daten des Geburtsjahrgangs 1985 in der Deutschschweiz (2755 Fälle), mit Daten von 1998 für Schulkinder am Ende der Primarstufe im Kanton Zürich (1200 Fälle) sowie mit Daten für Primarschulkinder in den Kantonen Bern und Zürich (1366 Fälle).
Die Studie können Sie unter www.snf.ch downloaden.
Text: Angela Zimmerling am 22.6. 2011
Weitere interessante aktuelle Familien-Themen gibt es unter familienleben.ch/blog
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