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Wenn sich Arbeit und Familie nicht reibungslos koordinieren lassen, bringen viele Eltern ihre Kinder in die Krippe. Bekommt oder schadet sie den Kindern? Eine aufwendige Langzeitstudie norwegischer Forscher hat darauf eine Antwort gefunden.
Viele Kinder, die in der Krippe waren, sind später erfolgreich im Job. Foto: © Brebca - Fotolia.com
Nach einer familienpolitischen Kehrtwende im Jahre 1975 wurde das staatliche Kinderkrippenangebot in Norwegen sehr stark ausgebaut. Bis 1979 verdoppelte sich die Anzahl von Kindertagesstätten für Kleinkinder.
Die Langzeitfolgen von staatlicher Kinderbetreuung wurden in der Studie « No child left behind: Subsidized child care and children's long-run outcomes» die vor wenigen Wochen im American Economic Journal veröffentlicht wurde, bei insgesamt 575'000 norwegischen 35- bis 44-Jährigen analysiert. Die Wissenschaftler verfolgten einerseits Bildungswege und Karrierestationen der damaligen Kinder, die vom neuen Betreuungsangebot profitieren konnten und parallel von denen, die schon im Primarschulalter waren, als 1975 die neuen Gesetze eintraten. Dank des liberalen Datenschutzsystems Norwegens bereitete die Einsicht in die Lebensläufe den beiden Osloer Wissenschaftlern Tarjei Havnes und Magne Mogstad keine Schwierigkeiten.
Die Ergebnisse sind bemerkenswert. Die Forscher stellten fest, dass jeder neu geschaffene Krippenplatz dazu führte, dass ein Kind durchschnittlich 0,35 Jahre länger zur Schule ging. Schulabbrüche gingen um sechs Prozent zurück. Die Wahrscheinlichkeit, einen Hochschulabschluss zu machen, stieg um sieben Prozent. Dementsprechend machte sich die höhere Bildung auch im Einkommen bemerkbar. Leute, die als Kinder die neuen Betreuungseinrichtungen nutzten, waren später viel seltener von der Sozialhilfe abhängig. Besonders auffällig war die Entwicklung bei Kindern aus der Unterschicht.
Junge Erwachsene in der Schweiz halten laut einer Befragung der Soziologin Karin Schwiter Kinderkrippen dagegen für «daneben» und denken, dass Kinder in Tagesstätten nicht optimal gefördert werden. Müssen junge Schweizer anhand dieser Studie vielleicht ihre Ansichten überdenken?
Text: Sabrina Stallone am 21.10.2011
Quelle: zeit.de, Handelsblatt
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