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Abtreibungen werden weltweit immer öfter unter gesundheitsgefährdenden Bedingungen vollzogen. Zwar blieb die Quote der abgebrochenen Schwangerschaften laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) konstant, der Anteil der Frauen, die von ungeschultem Personal eine Abtreibung durchführen lässt, steige jedoch an.
Die Anzahl der Abtreibungen, die ohne medizinisches Personal vollzogen werden, nimmt zu. Foto: © photoCD - Fotolia.com
Die aktuelle Studie der WHO berichtet, dass während noch vor 16 Jahren 44 Prozent der weltweiten Abtreibungen mit erheblichem Gesundheitsrisiko durchgeführt wurden, 2008 bereits 49 Prozent nicht den notwendigen Sicherheitstandards entsprachen. Darunter versteht man Eingriffe, die nicht in medizinischen Institutionen und ohne medizinisches Personal ausgeführt werden, so das medizinische Fachmagazin The Lancet.
Riskanten Abtreibungen erhöhen das Risiko von Infektionen und Blutungen und seien deswegen einer der Hauptursachen für Muttersterblichkeit, berichtet die WHO. Dabei sind gefährliche Abtreibungen offenbar ein regionales Armutsproblem mit kulturell-religiöser Dimension. Der Grossteil gefährlicher Schwangerschaftsabbrüche findet in Afrika und Südamerika statt. Mit 97 Prozent hat Afrika die höchste Rate an risikoreichen Abtreibungen, dicht gefolgt von Lateinamerika mit 95 Prozent. Während in Asien 40 Prozent der Frauen bei der Abtreibung ein erhebliches Risiko eingehen, sind es in Europa 8 Prozent – Tendenz steigend.
Die WHO-Studie bestätigt einmal mehr, dass es weltweit an fachmedizinischer Hilfe für Frauen mangelt. Wo offiziell keine Unterstützung da ist, suchen sich Frauen dann offenbar selbst einen Weg: «Frauen, die eine unerwünschte Schwangerschaft beenden wollen, nehmen dafür jedes Risiko auf sich», glaubt das medizinische Fachmagazin The Lancet. Die New Yorker Organisation Gynuity engagiert sich deshalb dafür, dass eine entsprechende medizinische Unterstützung für Frauen jedes Stands und jeder Herkunft gewährleistet wird. «Die Sterblichkeitsrate ist bei einer sicheren Abtreibung 14 mal geringer als bei einer gewöhnlichen Geburt», so die Leiterin der Organisation Gynuity.
Text: Sabrina Stallone am 25. Januar 2012
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