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Auf sozialen Plattformen wie Facebook oder Youtube tauchen immer wieder Videos auf, in denen Lehrer blossgestellt und provoziert werden. Ein Lehrer aus Zürich sieht nur eine Lösung gegen Lehrer-Mobbing im Internet: Smartphones sollen aus dem Unterricht verbannt werden.
Provokation bis zum Verzweifeln: Beim Lehrer-Mobbing filmen Schüler ihre Lehrer in hilflosen Situationen. Foto: Digital Vision - Thinkstock
Ein Lehrer einer Zürcher Schule staunte nicht schlecht, als er beim Googeln seines eigenen Namens auf ein Facebook-Profil stiess, das er nie erstellt hatte. Zu recherchieren begann er, weil er in den vergangenen Wochen vermehrt von seinen Schülern provoziert worden war. Immer wieder äusserten sie sich respektlos und stellten ihn während des Unterrichts bloss. Seine Vermutung: Die Schüler filmen seine Reaktionen und machen sich auf sozialen Plattformen über ihn lustig. Ist er ein Opfer von Lehrer-Mobbing im Internet geworden?
Von diesem Fall berichtete heute der Tages Anzeiger. Ähnliche Fälle gibt es auf dem Videoportal YouTube viele zu finden: Schüler aus Deutschland, Brasilien und den USA provozieren ihre hilflosen Lehrer und machen sich im Internet über Videos mit Namen wie «Lehrerin rastet aus» und «Schüler verarscht Lehrer» lustig. Ein harmloser Spass? Nein, findet der Lehrer aus Zürich. Als einzige Lösung sieht er ein Verbot von Handys in Schulen: «Wer glaubt, dass Smartphones nur zum Schreiben von SMS genutzt werden, ist naiv».
Marc Kummer, Chef des Mittelschul- und Berufsbildungsamtes, sind noch keine ähnlichen Fälle in der Schweiz begegnet. Gegen ein Handyverbot an Schulen spricht er sich ganz klar aus, da sich Pubertierende von solchen Verboten nur provoziert fühlen. Der Wandel zur Generation 2.0 muss aber nicht nur negative Folgen haben, wie er heute im Tages Anzeiger erklärte. «Mit einem Handy können Schüler zum Beispiel einen Chemieversuch aufnehmen und den Film dann im Unterricht vorführen.» An Weiterbildungskursen an der Pädagogischen Hochschule empfiehlt er Lehrpersonen, sich vermehrt mit dem Internet zu beschäftigen und eigene Facebook-Profile zu erstellen. Nur so könne man Fälle von Cybermobbing schneller durchschauen und blossstellen.
Autor: Jasmine Helbling am 8. Juni 2012
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