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Im Frühling 2013 soll das Schweizer Stimmvolk darüber entscheiden, ob bei einer künstlichen Befruchtung gezielt ein gesunder Embryo ausgewählt werden darf. Laut einer Umfrage von 20 Minuten befürwortet die Mehrheit der Schweizer eine solche Untersuchung. Ein Schritt in Richtung Designer-Baby?
Viele Umfrageteilnehmer sind dafür, dass man Embryos auf Behinderungen untersuchen darf. Foto: Hemera - Thinkstock.
Dürfen Embryos genetisch untersucht werden, um spätere Behinderungen und Krankheiten auszuschliessen? Die Beantwortung dieser Frage ist eine ethische Gratwanderung, die heftige Debatten auslöst. In der vergangenen Woche hat sich der Bundesrat für eine genetische Abklärung ausgesprochen – allerdings mit Einschränkungen: Eine Untersuchung der Embryos soll nur dann erlaubt sein, wenn ein hohes Risiko für Erbkrankheiten besteht. Systematische Kontrolluntersuchungen wie auch eine Untersuchung auf Behinderungen wie Trisomie 21 sollen allerdings verboten bleiben. Anders sehen dies die Teilnehmer einer Umfrage von 20 Minuten. Über 80 Prozent befürworten den Test zur Abklärung.
In der nicht-repräsentativen Umfrage von 20 Minuten zeigt sich das Volk liberaler als die Landesregierung. Hinter den restriktiven Vorschlag des Bundesrates stellen sich 31 Prozent der 1430 Umfrageteilnehmer, 52 Prozent sind gar für eine Untersuchung ohne Einschränkungen. Nur 14 Prozent lehnen die Untersuchung grundsätzlich ab, da der Embryo als bereits menschliches Wesen geschützt werden müsse. Erfreut über das Ergebnis der Umfrage ist der Präventivmediziner Felix Gutzwiller. Er habe erwartet, dass das Volk bei den Fragen liberaler ticke als der Bund, sei aber über die so klare Zustimmung überrascht gewesen. Den Vorschlag des Bundesrates hält er indes für widersprüchlich: «Es kann doch nicht sein, dass ein Embryo im Zellstadium stärker geschützt wird als ein Fötus bis zur zwölften Woche», sagte er gegenüber 20 Minuten.
Die meisten Umfrageteilnehmer, die eine Untersuchung ablehnen, bezeichnen sich selbst als religiös und haben Angst vor den Auswirkungen eines positiven Stimmresultats. CVP-Nationalrätin Ida Glanzmann schliesst sich an: «Die Regierung geht schon sehr weit und ich befürchte, dass danach die Grenzen der Fortpflanzungmedizin immer weiter ausgedehnt werden.» In Amerika ist es bereits heute möglich, unter dem Begriff «family balancing» (ausgewogene Familie), das Geschlecht eines ungeborenen Kindes zu bestimmen. Theoretisch können durch Tests nicht nur Krankheitsbilder erkannt, sondern auch Merkmale wie die Augenfarbe und Intelligenz eines Kindes bestimmt werden.
Autor: Jasmine Helbling am 12. Juli 2012
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