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Frauen, die unter Bulimie oder Magersucht leiden, stehen ohnehin schon unter einem hohen psychischen Druck. Eine Schwangerschaft und das anschliessende Muttersein sind da oft eine starke, zusätzliche und nicht leicht zu bewältigende Belastung.
Bei vielen Frauen mit Anorexie würde eine Schwangerschaft überhaupt nicht in Frage kommen. Viele der Betroffenen sind so dünn, dass ihr Hormonhaushalt nicht mehr richtig funktioniert und sie deshalb nicht einmal ihre Periode bekommen. Wenn aber trotz der Krankheit eine Schwangerschaft zustande kommt, dann kann das für diese Frauen zum zusätzlichen Stressfaktor werden.
Im Besonderen werden von Essstörungen betroffene Mütter häufig dadurch belastet, dass sie versuchen, diese Krankheit vor ihren Kindern zu verstecken. Das fand die norwegische Forscherin Kristine Rortveit von der Universität Stavanger bei Tiefeninterviews mit betroffenen Frauen heraus. Laut der Befragung herrscht bei den meisten Müttern die Angst vor, dass auch die Kinder an Bulimie oder Magersucht erkranken könnten.
Die Wissenschaftlerin befragte die Mütter auch zu ihrem Empfinden der Zeit während der Schwangerschaft. Dabei stellte sie fest, dass es geteilte Meinungen gab. Für die einen Frauen war es eine sehr schöne Zeit, für andere wiederum bedeutete die Schwangerschaft enormen Stress. Sie nahmen deshalb während der diesen Monaten noch mehr ab. Auswirkungen auf die Gesundheit des Kindes konnten dadurch jedoch zum Glück nicht festgestellt werden.
Um essgestörten, werdenden Müttern besser helfen zu können, empfiehlt Rortveit, Hebammen und Ärzte besser zu schulen. Dadurch sollen sie bei Kontrollen im Verlauf der Schwangerschaft eine Essstörung eher erkennen und entsprechend auf die Frauen eingehen können. Besonders in schweren Fällen können sie so ausserdem an einen Spezialisten verweisen.
Bianca Sellnow am 29.3.2010
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