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Wer ein behindertes Kind hat, muss mit einem Mehraufwand im Alltag rechnen. Foto: © Tomasz Markowski - Fotolia.com
Wenn Ärzte Eltern mitteilen, dass ihr Kind behindert ist, sind sie meist geschockt, traurig und mitunter auch wütend. «Wut und Trauer sind absolut gerechtfertigt und sollten zunächst auch zugelassen und ausgelebt werden», schreibt die Stiftung MyHandicap. Wichtig sei, nicht in diesen Gefühlen zu versinken. Schliesslich brauche das Kind mit seinen besonderen Bedürfnissen nun umso mehr fürsorgliche und starke Eltern.
Eltern sollten wissen, dass eine Behinderung viele Gesichter haben kann. Je nach Art und Ausprägung der Behinderung oder der chronischen Krankheit kommen auf die Eltern viele neue Aufgaben zu. «Grundsätzlich ist ein Mehraufwand in vielen Alltäglichkeiten zu erwarten», sagt Beatrice Pfister vom Forum «Das andere Kind».
Ansprechpartner und Beratungen für Eltern mit behinderten Kindern
Der erste Ansprechpartner ist in der Regel der Kinderarzt oder das Kinderspital. Bei Bedarf vermitteln sie an den Spezialisten. Bei Kindern, die mit einer Behinderung zur Welt kommen, können auch Stillberaterinnen oder Mütterberaterinnen die ersten Ansprechpartner sein. Therapeuten können gute Ratschläge für den Alltag geben.
Zusätzlich sollten Eltern sich selbst über die Behinderung, mögliche Therapien und Hilfsangebote informieren. «Sie können – und sollten unbedingt auch – Experten in eigener Sache werden», rät die Stiftung MyHandicap. Gerade bei seltenen Erkrankungen fehle es oftmals auch den Ärzten an Fachwissen.
Behindertenverbände
Mögliche Anlaufstellen, um sich beraten zu lassen, sind beispielsweise die Behindertenverbände und Stiftungen. In der Schweiz finden behinderte Kinder und ihre Eltern unter anderem hier Hilfe:
Pro Infirmis
Pro Infirmis ist die grösste Fachorganisation für behinderte Menschen in der Schweiz. Sie setzt sich für Chancengleichheit ein. Hier finden Sie Beratung und Hilfe zu vielen Themen. Mehr unter www.proinfirmis.ch
MyHandicap
Bei der Stiftung MyHandicap finden Menschen mit Behinderung und Angehörige ein Forum, in dem Fachexperten unentgeltlich beraten. Auf der Seite erhalten Familien zudem Informationen zum Thema Kinder und Behinderung. Mehr unter www.myhandicap.ch
Procap
Procap ist der grösste Mitgliederverband von und für Menschen mit Handicap in der Schweiz. Bekannt ist der Verein für seine gute Rechts- und Sozialversicherungsberatung. Procap ist ausserdem spezialisiert auf Themen wie hindernisfreies Bauen und Wohnen und massgeschneiderte Ferien für Menschen mit Handicap. Mehr unter www.procap.ch
Pro Parents
ProParents bietet eine Beratung für Eltern behinderter Kinder an. Es werden Strategien zur Bewältigung des Alltags ausgearbeitet und Sie erhalten fachlichen Rat. Die ersten drei Coachings kosten nur einen symbolischen Minimalbetrag von 15 Franken pro Sitzung. Mehr unter www.proparents.ch
Selbsthilfegruppen
Selbsthilfegruppen haben den Vorteil, dass Eltern von den Erfahrungen anderer profitieren können. Meist finden sich auch Selbsthilfegruppen in Ihrer Nähe. Eine Liste einiger Selbsthilfegruppen finden Sie hier: www.dasanderekind.ch
Foren im Internet
Auf dem Schweizer Elternforum www.dasanderekind.ch finden Sie Informationen und können sich mit anderen Eltern austauschen. Das Forum wurde von Eltern eines betroffenen Kindes gegründet. Es richtet sich an mitbetroffene Eltern, deren Kinder behindert oder chronisch krank sind oder welche mit einer Fehlbildung geboren wurden. Das Forum liefert auch Informationen über Selbsthilfegruppen, gibt Buchtipps und beinhaltet eine Sammlung persönlicher Homepages von Eltern. Auch die Eltern oder Grosseltern verstorbener behinderter Kinder finden hier einen Raum, sich auszutauschen. Das Forum ist auf die Schweiz ausgerichtet. Die Registrierung ist kostenlos.
Die deutsche Seite Rehakids richtet sich auch an Eltern behinderter Kinder. Hier gibt es Tipps von Betroffenen für Betroffene.
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