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Challenge Camps ist ein gemeinnütziger Verein, der sich der Integration von Kindern mit und ohne Handicap über den Fussball widmet. MyHandicap hat sich mit Initiant und Gründungsmitglied Thomas Hirsiger über das Projekt unterhalten.
Die Camps helfen bei der Integration von Kindern mit Handicap. (Foto: myhandicap.ch / Challenge Camps)
Herr Hirsiger, Sie sind Gründungsmitglied und Initiant des gemeinnützigen Vereins Challenge Camps. Welches ist die grundsätzliche Idee hinter diesem Projekt?
Wir möchten über den Sport – und im Speziellen den Fussball - alle Kinder auf natürliche Weise integrieren. Die Begeisterung im Spiel verbindet, unabhängig welches Handicap ein Kind hat. Über unseren gemeinnützigen Verein können wir dank den Sponsoren diese tollen Fussballcamps den behinderten Kindern gratis anbieten.
An den verschiedenen Camps können Kinder mit und ohne Handicap teilnehmen. Nun gibt es verschiedenste Arten von Handicap oder Behinderung. Wie werden die einzelnen Gruppen zusammengestellt?
Bei der Organisation dieser Camps finden im Vorfeld intensive Gespräche zwischen meiner Frau als Gesamtverantwortlicher für dieses Projekt, Adrian Elvedi als technischer Leiter von Challenge Camps AG und den Betreuern und Eltern statt. Zusätzlich ist der erste Tag des Camps so aufgebaut, dass nach einem ersten Training die Gruppen eingeteilt werden können.
Welche Vorteile bringt ein entsprechendes Camp für ein Kind ohne Handicap mit sich und was sind seine «Aufgaben» während des Camps?
Wir nehmen jedes Kind wie es ist, mit all seinen Stärken und Schwächen. Da die Teams für die sogenannte Champions League aus allen Kindern zusammengestellt werden, muss jedes im Match sein Bestes geben. Kinder ohne Handicap lernen, ihre neuen Freunde aktiv ins Spiel zu integrieren. Die gegenseitige Rücksichtnahme funktioniert. Ohne Zutun der Trainer oder Betreuer.
Können Sie uns den Ablauf eines gemeinsamen Camps von Kindern mit und ohne Handicap schildern? Was erleben die Kinder?
Ich nehme am besten das letzte gemeinsame Fussballcamp mit dem Verband Nordwestschweiz in Muttenz als Beispiel. Unsere Gäste wurden um 11.00 Uhr durch meine Frau begrüsst. Die Kinder und ihre Begleiter wurden nochmals über den sportlichen Ablauf informiert (auf der schriftlichen Einladung waren die Zeitabläufe aufgeführt). Nachdem die JuniorInnen ihre persönliche Ausrüstung bekommen hatten – Shirt, Hosen, Stutzen, Ball und Trinkflasche – wurde mit den übrigen Teilnehmenden gemeinsam das Mittagessen eingenommen. So konnten sich alle ohne Berührungsängste ein erstes Mal kennen lernen.
Es folgte das gemeinsame Einlaufen und per Los wurden schliesslich die Teams zusammengestellt. Die Wettkämpfe konnten beginnen. Der Captain jedes Teams war verantwortlich, dass fair ausgewechselt wurde und alle zum Einsatz kamen. Trainer und Betreuer hielten sich bewusst im Hintergrund. Es war für Eltern und Kinder ein tolles Erlebnis. Jeder nahm Rücksicht, ohne dass wir dies moderieren mussten. Die Kinder sind sensibel und fair genug. Selbst in einem hart umkämpften Match.
Nach der Preisverleihung - es wird immer in zwei Kategorien gespielt - bekamen die Kinder mit Handicap ihren persönlichen Pokal überreicht und wurden anschließend von allen gemeinsam verabschiedet. Die restlichen Teilnehmer erhalten ihren Pokal am letzten Tag.
Wie sind die verantwortlichen Betreuer im Umgang mit den Kindern geschult?
Alle unsere Trainer und das Support-Team verfügen über langjährige Erfahrung im Bereich Kinderbetreuung und Sport. Wir legen grosses Gewicht auf einen natürlichen Umgang mit Kindern mit Behinderung. Ein Kind kann auch mit den Augen oder der Körpersprache kommunizieren. Aus diesem Grund müssen die Trainer und Betreuer über eine natürliche Sensibilität verfügen. Unsere Betreuerinnen haben eigene Kinder, aus unserer Sicht ist das unabdingbar. Selbstdarsteller werden nie in einem Challenge Camp anzutreffen sein.
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