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Kinder wissen nicht, ob der Schuh zu klein ist. Deshalb ist es gar nicht so leicht, für ein Kind Kinderschuhe in der richtigen Grösse zu finden. Untersuchungen ergeben immer wieder: Viele Kinder laufen in zu kleinen Schuhen herum.
Die richtigen Schuhe sind gerade in frühen Jahren für Kinder wichtig.
«Och – och», jauchzt Peter, 13 Monate – und meint damit: «Hoch, hoch!» Fröhlich klammert er sich an die Kante der Tischplatte und zieht sich nach oben. Jetzt steht er, wackelig und leicht taumelnd, doch ist er weiterhin zu neuen Abenteuern bereit. Er läuft los, zwei, drei Schritte und schafft es bis zur Wohnzimmertüre, wo er dann, zack, auf dem weichen Windelpopo landet. Endlich stehen – endlich laufen! Peter ist stolz. Die Eltern überlegen: Braucht Peter jetzt Schuhe?
Ein Kind, das gerade laufen gelernt hat, braucht noch keine Kinderschuhe. Der Grund: Für die Entwicklung der Füsse ist es wichtig, dass sie sich möglichst frei entfalten können. «Kinder sollten in den ersten Monaten, in denen sie auf eigenen Beinen stehen, so oft wie möglich barfuss laufen», erklärt Rudolf Lensing-Conrady, Geschäftsführer des Fördervereins für Psychomotorik Bonn. Nur wenn es draussen zu kalt für die kleinen Füsse ist, macht es Sinn, Geld für Schuhe auszugeben.
Kinderschuhe dürfen auf keinen Fall zu eng sein. Selbst ältere Kinder merken nicht, wenn ihre Schuhe zu eng werden. Der Grund: Die Nerven in den Füssen sind noch nicht voll ausgebildet. Gleichzeitig sind die Fussknochen zunächst nur knorpelige Strukturen, die erst nach und nach verknöchern.
Haben die Füsse zu wenig Platz, passen sie sich den Schuhen an. Dann drohen Blasen und eingewachsene oder krumme Fussnägel. Aber es kann noch schlimmer kommen: kranke Knie- und Hüftgelenke, Haltungsschäden, Gelenkschmerzen, Muskelverkürzungen und Durchblutungsstörungen, Senk-, Spreiz- oder Plattfüsse können die langfristige Folge zu kleiner Schuhe sein.
Neue Kinderschuhe reissen oft Löcher in die Haushaltskasse. Deshalb fragen sich viele Eltern, ob sie ihren Kindern auch gebrauchte Schuhe anziehen dürfen. Das Universitätsspital Zürich meint dazu: «Wenn die Schuhe des älteren Geschwisters noch in gutem Zustand sind, also nicht einseitig abgelaufen sind, und sie auch in der Breite passen, können Eltern sie bedenkenlos für das kleine Geschwister verwenden.»
Wer dagegen einen Einkauf im Schuhgeschäft plant, sollte sich nicht am Morgen mit seinem Kind auf den Weg machen. «Kaufen Sie Schuhe am Nachmittag, denn die Füsse schwellen im Laufe des Tages etwas an», rät das Universitässpital Zürich.
Die richtige Schuhgrösse für ihr Kind zu finden ist wichtig.
Nicht immer haben kleine Kinder ausreichend Geduld, sich im Schuhgeschäft mehrere Modelle anziehen zu lassen. Eltern sind dann oft ratlos. Wie können sie herausfinden, welche Schuhe dem Kind richtig passen?
Auf Schuhgrössen können sich Eltern nicht verlassen. 82 Prozent der Schuhe sind kleiner als die angegebene Grösse, fand der Schweizerische Schuhhändlerverband bereits vor einigen Jahren heraus. Vier Prozent der Schuhe waren dagegen zu gross.
Ein Trick kann dabei helfen herauszufinden, ob der Kinderschuh noch passt: Den nackten Kinderfuss auf ein Stück Pappe stellen, mit einem Stift um den Fuss herum fahren, vorne aber etwa zwölf bis 15 Millimeter dazu geben. Den Umriss ausschneiden. Passt der Papp-Fuss nicht in den Schuh, ist er zu klein.
Sind die Schuhe gekauft, ist es wichtig, regelmässig zu überprüfen, ob sie noch passen. Manchmal wachsen Kinderfüsse schnell, manchmal langsamer. Zu klein sind Kinderschuhe, wenn sie dem längsten Zeh weniger als einen Zentimeter Luft lassen.
Ein guter Kinderschuh erfüllt dem Universitätsspital Zürich zufolge unter anderem folgende Kriterien:
Text: Sigrid Schulze

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