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Die Eltern sind nach dem Entsetzen und dem Schock, das Baby tot und oft blau angelaufen gefunden zu haben, zuerst einmal mit dem Notarzt, dann aber bald auch mit Polizei und Gerichtsmedizin konfrontiert bis die Diagnose feststeht. Diese wird im Ausschlussverfahren gewonnen. Zuerst müssen alle denkbaren natürlichen und nicht-natürlichen Todesursachen ausgeschlossen und auch alle Todesumstände und die klinische Vorgeschichte müssen abgeklärt werden, bevor man vom SIDS sprechen kann. Häufig werden die Eltern bewusst oder unbewusst verantwortlich gemacht, bis die Diagnose feststeht.
Das kann für die überforderten und leidenden Eltern sehr unangenehm sein. Viel menschliche Kompetenz wird den Fach- und Amtspersonen abverlangt. Was diese nicht unbedingt leisten können. Der Fall eines Verhörrichters, der die Rechnung für Transport und Obduktion den Eltern zustellte und damit öffentliches Entsetzen auslöste, zeigt dies in aller Deutlichkeit.
- 1. Teil Plötzlicher Kindstod: Wenn das Baby stirbt
- 2. Teil Diagnose erst nach der Obduktion
- 3. Teil Schuldgefühle und Aufklärung
- 4. Teil Sachzwänge und Trauer
- 5. Teil Probleme der Hinterbliebenen
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Kommentare
22 Jahre ist es her und trotzdem noch immer viel zu nah -
Den Verlust eines Kindes zu überwinden ist für Eltern immer besonders schwer, egal wie alt das Kind war.
Beim Kindstod kommen aber noch Dinge hinzu, die die Verarbeitung so schwierig machen:
- das Gefühl schuldig zu sein: wir sind als Eltern verantwortlich für ein Neugeborenes, all unser Instinkt sagt uns, dass wir es hegen und pflegen müssen und verantwortlich sind - also sind wir auch verantwortlich für sein Sterben (bei mir hat es Monate gedauert, ehe der Verstand über diese instinktive Reaktion des sich schuldig Fühlens siegte)
- die leerlaufenden Instinkte: 9 Monate hat man sich drauf vorbereitet, das Kindchenschema wirkt, die Produktion von Muttermilch läuft auf hohen Touren und von jetzt auf gleich ist da - nichts. Zeitweise habe ich Angst davor gehabt, ich würde irgendwann ein fremdes Baby stehlen, da ich das Gefühl der leeren Arme nicht ertrug.
Ich wünschte, es gäbe nicht 20 Babies in der Schweiz, die jährlich sterben und fühle mit den Familien und wünsche Ihnen Kraft, das zu überwinden!
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