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In der Schweiz können Jugendliche aus über 200 Berufen auswählen, doch die Mädchen beschränken sich unverändert auf zehn Berufe. Das hat Folgen für Lohn, Karriere und Rollenteilung. Immer mehr Projekte weisen auf die Vielfalt in der Arbeitswelt hin wie der Nationale Zukunftstag im November.
Am Nationalen Zukunftstag sollen Mädchen für Männerberufe begeistert werden. Foto: ©iStockphoto.com/Lisa F. Young
Bereits im zarten Alter von drei Jahren besass Sandy Althaus einen Computer und spielte Mario Bros-Spiele. Als Teenagerin demontierte sie gemeinsam mit ihrem Vater PCs und liess sich die Teile von ihm – einem Programmierer – erklären. Wäre Sandy ein Junge, würde das als ganz natürlich betrachtet. Jungens montieren und demontieren nun mal gern. Aber ein Mädchen? Sandy Althaus machte eine Ausbildung zur Informatikerin bei Siemens in Zürich und musste immer wieder erklären, wie sie ausgerechnet auf diesen Beruf gekommen ist.
Das Klischee, dass man männlich und ein bisschen ein Freak sein muss, um in der Informatik erfolgreich zu sein, ist weit verbreitet. Und tatsächlich wählen sehr wenige Frauen den Beruf der Informatikerin. Teilweise, weil die Interessen anders sind. Aber auch, weil viele nicht genau wissen, was eine Informatikerin denn überhaupt macht oder weil sie sich einen technischen Beruf nicht zutrauen. Dabei haben junge Informatikerinnen blendende Zukunftsaussichten. Für IT-Berufe werden verzweifelt qualifizierte Fachkräfte gesucht.
Sandy Althaus, in 2009 Informatikerin im 3. Lehrjahr, absolvierte ihre Berufsausbildung in einer typischen Männerdomäne.
Bild: Sandro Würmli
Die Berufswahl hat sich in der Schweiz in den letzten 30 Jahren nur wenig verändert – und das hat vor allem für die berufliche und persönliche Entwicklung von Mädchen Folgen. Rund 230 Berufe stehen zur Verfügung, aber die Mehrheit der Mädchen wählt aus einer Palette von gerade mal zehn Berufen aus, während die Knaben sich aus 100 Berufen bedienen. Mädchen schreiben zwar im Schnitt bessere Schulnoten, aber sie wählen Berufe mit wenig Weiterbildungs-, Karriere- und Lohnmöglichkeiten. So sind unter den zehn beliebtesten Berufen Medizinische Praxisassistentin, Dentalassistentin und Pharmaassistentin zu finden – lauter Zudienerberufe. Es ist denn nicht nur der Mutterinstinkt, der Frauen nach der Geburt ihres Kindes beruflich kürzer treten lässt. Die entscheidende Frage nach dem wer-verdient-mehr wird häufig schon gar nicht mehr gestellt.
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