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Vor einigen Jahren kam Ökobekleidung nur für Mutige in Frage. Sie war einfach nicht modisch genug. Da gab es unförmige Jutesäcke und allerlei Selbstgestricktes. Heute bieten Läden und Online-Shops gut aussehende Mode in Bioqualität. Gütesiegel versprechen ökologische und faire Standards.
Bio-Baumwolle kommt im Gegensatz zu konventioneller Baumwolle ohne chemische Dünger aus. Foto: ©iStockphoto.com/Fábio Moreira Salles
Ökobekleidung hat einige Vorteile. Sie ist umweltverträglicher als herkömmliche Kleidung, deshalb weniger belastet und weniger gesundheitsschädigend. Zusätzlich ist Bio-Kleidung oft mit fairem Handel verbunden. So werden die Bauern in den Entwicklungsländern unterstützt.
Beispiel Baumwolle: Insgesamt werden nach Angaben der Schweizer «Max Havelaar-Stiftung» für fairen Handel jährlich etwa 24 Millionen Tonnen Baumwolle auf konventionelle Art produziert. China ist grösster Produzent und grösstes Importland von Baumwolle. Hauptsächlich kommt die Baumwollbekleidung, die es in den Schweizer Läden zu kaufen gibt, aus den asiatischen Ländern, so die «Max Havelaar-Stiftung».
Der Weltpreis für Baumwolle ist in den vergangenen Jahren immer weiter gesunken. Heute ist der Wert von Baumwolle bei nur noch einem Drittel von dem Wert in den 1980er Jahren, so die Organisation für fairen Handel «FLO». Der Wertverlust hängt mit dem Aufkommen der synthetischen Fasern wie Nylon und Polyester zusammen. Ausserdem wird Baumwolle in vielen Ländern wie den USA oder den Ländern der EU subventioniert, was die Preise ebenso drückt. Bauern in den südlichen Ländern der Erde leiden am meisten unter den niedrigen Preisen, weil die Baumwolle dort im Gegensatz zu anderen Ländern kaum subventioniert wird.
Biologische Insektenbekämpfung
Bei der Aufzucht von konventioneller Baumwolle kommen chemische Dünger zum Einsatz. Nach Angaben der Internet-Plattform «Utopia» landen ein Viertel aller weltweit eingesetzten Insektizide auf Baumwollfeldern. 20.000 Menschen sterben jährlich an den Giften, da Unkenntnis im Umgang mit den Giften herrscht. Biobekleidung stammt hingegen aus umweltfreundlichem Anbau. Auf chemische Dünger wird bei der Produktion von Bio-Baumwolle verzichtet, stattdessen kommt die biologische Insektenbekämpfung zum Einsatz. Da die Bio-Baumwolle meist von Hand gepflückt wird, fallen giftige Entlaubungsmittel weg. Auch chemische Bleichmittel wie Chlor oder gesundheitsschädliche Giftstoffe wie metallhaltige Farben oder Imprägnierungen werden laut «ökokleidung.net» nicht verwendet.
- 1. Teil Mode: Bio Baumwolle und Co
- 2. Teil Die richtigen Gütesiegel
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