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Die vielfältigen Möglichkeiten der Selbstdarstellung und der Kommunikation in der digitalen Welt haben bekanntlich auch ihre Schattenseiten. Eine davon ist das Cybermobbing, mit dem Kinder heute häufiger konfrontiert werden als Erwachsene meinen.
Cybermobbing: Kinder sind im Internet pausenlos angreifbar. Foto: © Monika Wisniewska | Fotolia.com
Hänseln, Blossstellen und Beschimpfen – solche Vorkommnisse auf dem Pausenhof gibt es bestimmt nicht erst seit der Erfindung des Internets. Was beim sogenannten «Cybermobbing» oder «Cyberbullying» allerdings neu ist und eine neue, nicht zu unterschätzende Gefahr darstellt, ist die Loslösung von Ort und Zeit. Kinder und Jugendliche sind im Internet pausenlos angreifbar; die Täter manchmal sogar anonym und nicht so einfach zu identifizieren wie auf einem Spielplatz.
Man unterscheidet verschiedene Übergriffe, die als Cybermobbing bezeichnet werden. Beleidigungen und Beschimpfungen erfolgen zumeist in öffentlichen Beiträgen, also in Foren oder als Kommentar zu einem Bild. Das Weiterleiten oder gar Veröffentlichen von Bildern und privater Nachrichten wird gezielt zum Blossstellen des Opfers eingesetzt. Manchmal wird den betroffenen Kindern auch mit körperlicher Gewalt gedroht. Den wiederholten und eindringlichen Drohungen folgt selten tatsächlich eine physische Auseinandersetzung. Die Ängste, die beim Opfer ausgelöst werden, gelten jedoch ganz klar als psychologische Gewalt.
«Soziale Netzwerke vereinen alle Kanäle, die für einen Täter von Bedeutung sind», erklärt Eveline Hipeli Müller vom Schweizerischen Institut für Kinder- und Jugendmedien im Interview mit Swisscom. «Private Nachrichten, öffentliche Beiträge, die Veröffentlichung von Fotos und Chatmöglichkeiten und die Tatsache, dass die grosse Masse auf sozialen Netzwerken miteinander kommuniziert, machen diese Plattformen zu den Hauptträgern von Cybermobbing.»
Cybermobbing ist eine brandaktuelle Problematik
Das Thema Cybermobbing ist in den Medien immer wieder präsent. Selbst der deutsche öffentlich-rechtliche Fernsehsender ARD, dessen Zuschauer für gewöhnlich keine Teenager sind, sprach das Thema im Film «Homevideo» an. Der Film handelt von Jakob, einem 15-jährigen Teenager, der von seinen Mitschülern heftig gemobbt wird, vor allem durch die Verbreitung persönlicher Inhalte im Internet.
Weitere Infos über den Film und Anne Wills komplette Sendung zum Thema «Wir machen dich fertig – Mobbing im Internet» finden Sie hier: daserste.ndr.de
Cybermobbing: Jeder zehnte Schweizer Jugendliche ist betroffen
Es ist schwer zu sagen, wie viele Kinder in der Schweiz oder weltweit vom Phänomen Cybermobbing betroffen sind. Die erschreckendsten Fälle werden oft in den Medien aufgegriffen. Vieles bleibt aber unentdeckt. Die Europäische Kommission geht davon aus, dass jeder fünfte Jugendliche in der westlichen Welt bereits Opfer von «Pöbeleien» im Internet wurde. Mädchen seien dabei öfter betroffen als Jungen. Im JAMES-Bericht der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW) steht, dass an rund zehn Prozent der Schweizer Kinder und Jugendlichen schon einmal beleidigende Texte oder Bilder verschickt wurden.
Naivität und übermässiges Vertrauen zum Gegenüber führen dazu, dass Kinder und Jugendliche in Erpressungs- und Belästigungssituationen gelangen. Die Opfer sind oft von Scham und Schuldgefühlen geplagt und können daher mit niemandem über ihr Problem sprechen.
Für Eltern ist es oft sehr schwierig, auf das schikanierte Kind zuzugehen und ihm zu helfen. Eine im vergangenen Sommer veröffentlichte Studie aus England besagte, dass 39 Prozent der belästigten Kinder die sozialen Kontakte kappten und mehr als die Hälfte der Befragten nach Mobbing-Angriffen keine Hilfe von Aussenstehenden ersuchte.
Die Rubrik «Medienkompetenz» wird von Swisscom präsentiert. Das Unternehmen hat mehr als 6300 Schweizer Schulen kostenlos ans Internet angeschlossen und setzt sich für den Jugendmedienschutz ein. Mehr Infos ...
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