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Laut HarmoS soll vorwiegend der Staat für die Kinderbetreuung zuständig sein. SVP-Politikerin Silvia Blocher hält das für den falschen Weg. Erziehung sei Sache der Eltern, schreibt sie in ihrer Kolumne.
Eltern sind verantwortlich für die Erziehung der Kinder und nicht der Staat, findet SVP-Politikerin Silvia Blocher. Foto: ©iStockphoto.com/Catherine Yeulet
Um das HarmoS-Konkordat ist es ruhig geworden, nachdem es wegen mangelnder Zustimmung der Mehrheit der Kantone nicht gelungen ist, dieses flächendeckend über die ganze Schweiz auszubreiten. Doch: Das HarmoS-Konkordat wurde von 15 Kantonen angenommen und gilt z.B. auch für den Kanton Zürich. Unsere Schulstrukturen und Lehrerausbil-dungen werden laufend daran angepasst.
Laut HarmoS sollen unsere Kinder ab dem 4. Lebensjahr obligatorisch zur Schule (Ausnahmen sind ausdrücklich nicht vorgesehen). Jede Gemeinde ist verpflichtet, Tagesstrukturen zu schaffen, damit die Kinder - ab 4-jährig - jeden Tag, auch an den schulfreien Nachmittagen, von 7.00 bis 18.00 Uhr staatlich betreut und beaufsichtigt werden können. Neu soll also vorwiegend die Schule – und damit der Staat – für die Kinderbetreuung zuständig sein. Die Eltern sollen sich nur noch abends und am Wochenende mit den Kindern beschäftigen.
Eltern vermitteln über die Erziehung Werte
Ein veraltetes, längst überwunden geglaubtes Denkschema taucht da von neuem auf: Der Glaube, der Staat mache alles besser als Private. Wer ist denn der Staat, der unsere Kinder so viel besser erziehen und fördern soll als Eltern und Grosseltern, Verwandte und Bekannte? Auch der «Staat» kann nur Menschen mit Nachteilen und Fehlern als Erzieher und Lehrer zur Verfügung stellen. Zwar kann der Staat diese gezielt ausbilden, er kann ihnen Methoden und Erziehungsrezepte vermitteln, aber das genügt nicht. Erziehung erfolgt nicht einfach über Anleitungen. Mit der Erziehung werden auch Lebensanschauungen und Werte übermittelt. Das ist die intimste Aufgabe der Eltern, die ihnen vom Staat nicht einfach entrissen werden darf.
Totalitäre Staaten sind bekannt dafür, dass sie über die Schulen ihre Macht über die Bürger ausdehnen und durch Indoktrinierung der Kinder und Jugendlichen Widerspruch und Auflehnung abblocken und andere Ideen verhindern. In allen kommunistischen Staaten hat man beide Elternteile zur Arbeit verpflichtet und ihnen unter dem Deckmantel der Fürsorglichkeit die Pflege und Erziehung der Kinder bereits im frühen Kindesalter «abgenommen». Nicht nur wurden diese mit gefälschten Lehrmitteln unterrichtet, man zwang ihnen auch politische Parolen auf, die sie jederzeit auswendig hersagen mussten und die sie ein Leben lang begleiten sollten.
Zur Erziehung gehört elterliche Liebe
Erziehung ist Sache der Eltern! Nur so ist sichergestellt, dass unsere Kinder und Jugendlichen nicht als Masse manipuliert werden. Zur Erziehung braucht es nicht einfach Thesen, Methoden und Ideologien, dazu braucht es auch elterliche Zuneigung und Liebe, Einfühlung und Anteilnahme, uneingeschränktes Engagement und Vorbild durch feste Bezugspersonen. Ganztagesschulen gaukeln vielen Eltern vor, sie könnten ihre Erziehungsverantwortung an der Schultüre abgeben. Die Erziehungsverantwortung muss aber bei den Eltern bleiben.
Diese Verantwortung ist – anders als in der Schule – genau zugeordnet: Durch die Geburt ihrer Kinder sind Menschen zu Eltern geworden, und dies werden sie ihr Leben lang bleiben. Erziehung ist eine anspruchsvolle Aufgabe, die wir nicht einfach an den anonymen Staat delegieren dürfen.
Text: Silvia Blocher
Silvia Blocher ist ausgebildete Primarlehrerin. Als Mutter von vier Kindern und Grossmutter von sieben Enkeln waren Kinder seit jeher Teil ihres Lebens. Wohlergehen, Erziehung in Familie und Gesellschaft und Ausbildung von Kindern und Jugendlichen sind ihr ein grosses Anliegen.
Sie hat sich dazu in verschiedenen Kolumnen, Vorträgen und Fernseh-Auftritten geäussert, wobei sie sich auch kritisch mit den schulischen Neuerungen auseinandersetzt, welche sie bei Schulbesuchen und Gesprächen mit Eltern, Lehrern und Schulbehörden verfolgt.
Auf familienleben.ch finden Sie jede Woche eine neue Kolumne zur Familienpolitik. Es schreiben die vier Schweizer Politikerinnen Jacqueline Fehr (SP), Lucrezia Meier-Schatz (CVP), Silvia Blocher (SVP) und Christine Egerszegi-Obrist (FDP).
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