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Money Jack: Wie Jugendliche mit Geld umzugehen lernen

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Jugendliche geben heute viel Geld für Handy, Klamotten und Co aus. Schnell sind Schulden angehäuft, denn das Leben auf Pump ist ein Phänomen unserer Zeit, glaubt Christine Egerszegi-Obrist (FDP). Sie findet, dass wir uns offener mit dem Thema «Umgang mit Geld» auseinandersetzen sollten.

Jugendliche gehen gern einkaufen.

Jugendliche gehen gern einkaufen. Doch die Gefahr in die Schuldenfalle zu tappen, ist gross. Foto: ©iStockphoto.com/PIKSEL

Kürzlich habe ich bei einer Gruppe Schülern einen tollen, selbstgezeichneten Comic gesehen: Money-Jack, ein junger Mann will buchstäblich die Welt entdecken. Als erstes besorgt er sich schicke Kleider, dann lässt er sich auf den Oberarm ein Drachentatoo machen, geht in den Medienshop, kauft haufenweise Computerspiele, natürlich muss auch ein MP3-Player her, und am Abend spendiert er seinen Kolleginnen und Kollegen grosszügig Alkohol und Zigaretten. Schliesslich erscheint er mit völlig verändertem Look – tip top gestylt, um einen Viertel grösser, mit breitem Oberkörper, strahlendem Lachen - vor dem Postomat, wo ihm auf dem Bildschirm nüchtern mitgeteilt wird, dass er sein Konto überzogen habe und es blockiert sei. Das wirkt wie eine Nadel in einem Ballon: Die Luft entweicht, er sinkt in sich zusammen und geht klein, gebückt und frustriert von dannen.

Was so leicht und heiter daherkommt, hat einen ziemlich ernsten Hintergrund. Wir leben in einer Konsumgesellschaft. Junge Leute möchten teilhaben und etwas gelten in der Gesellschaft Gleichaltriger und der Welt der Erwachsenen. Der Kauf von teuren Kleidern und anderen Statussymbolen scheint zwar ein einfacher Weg des Erfolgs zu sein, ein billiger Weg ist es aber mit Sicherheit nicht. Die Verlockungen zum Geldausgeben lauern überall: Man bezahlt per Karte, telefoniert mit dem Handy für Tausende von Franken und kauft per Internet ein. So kann es leicht passieren: Man konsumiert oder wird zum Konsum verführt und macht schliesslich Schulden.

Nicht ganz zu Unrecht waren Schulden früher eine Schande. Heute sind Schulden – und ich meine dabei nicht die materiell abgesicherten Hypotheken auf Wohneigentum – für viele Leute fast zu einer Normalität geworden. Konsum soll jederzeit möglich sein, auch wenn er eigentlich gar nicht finanzierbar ist. Das Leben auf Pump ist ein Phänomen unserer Zeit. Die Schuldenfalle hat offensichtlich viel von ihrem Schrecken verloren oder wird bewusst verdrängt: Man sieht ja auch viele Plakate, wie man heute einkaufen kann, und erst morgen oder übermorgen dafür bezahlen muss - allerdings, und das wird häufig nur klein gedruckt, dann mit bis zu 11,2 Prozent Zinsen.

Wer sein Geld und seinen Konsum, sein Einkommen und seine Schulden nicht im Griff hat, der muss auch heute mit Folgen leben, die insbesondere auf die berufliche und die private Zukunft, aber auch auf die ganze Familie, schwerwiegende Konsequenzen haben können. Denn aus Schulden hinauszukommen, ist weit schwieriger als sie zu machen… Das müssen Jugendliche wissen, denn in der Jugend werden die Weichen für das ganze Leben gestellt.

Geld ist für viele Leute noch immer ein Tabuthema und ich finde, dass wir uns zuhause und in der Schule offener mit dem Umgang mit Geld auseinandersetzen sollten. Was mir die Jugendlichen mit «Money-Jack», der im Rahmen einer Projektwoche der Schule entstanden ist, gezeigt haben, hat mich tief beeindruckt und ich bin überzeugt, dass sie nicht nur Spass am Entstehen der Geschichte hatten, sondern auch inhaltlich etwas mitgenommen haben.

Text: Christine Egerszegi-Obrist

Christine Egerszegi-Obrist ist Ständerätin der FDP im Kanton Aargau.

Die Politikerin ist Mutter zweier erwachsener Kinder und wohnt in Mellingen (AG).

In ihrer Freizeit geniesst sie vor allem ihre fünf Enkel.

Auf familienleben.ch finden Sie jede Woche eine neue Kolumne zur Familienpolitik. Es schreiben die vier Schweizer Politikerinnen Jacqueline Fehr (SP), Lucrezia Meier-Schatz (CVP), Silvia Blocher (SVP) und Christine Egerszegi-Obrist (FDP).


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