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SVP-Politikerin Silvia Blocher findet, dass die Kinderfreundlichkeit in der Schweiz nicht von der Anzahl der Krippenplätze abhängig gemacht werden sollte. Viel wichtiger sei es zu fragen, wie kinderfreundlich die Schweizer sind.
Silvia Blocher hat festgestellt, dass die Schweizer kinderfreundlicher geworden sind.
Wie kinderfreundlich ist die Schweiz? Diese Frage ist falsch gestellt, sie müsste vielmehr lauten: Wie kinderfreundlich sind die Schweizer? Institutionen sind nämlich immer nur so gut wie die Menschen, die sie ausfüllen und beleben.
Nach meinen Beobachtungen sind die Schweizer in den letzten 40 Jahren sehr viel kinderfreundlicher geworden. Früher mussten sich Kinder in der Öffentlichkeit ganz den Erwachsenenbedürfnissen anpassen, d.h. sie hatten ruhig zu sein, still zu sitzen, nicht aufzufallen, der Umgebung keine Unannehmlichkeiten zu bereiten. Heute werden Kinder als junge Menschen wahrgenommen, die ihre Lebendigkeit nicht unterdrücken müssen, und Lebensfreude, Ärger und Enttäuschung lautstark zum Ausdruck bringen dürfen.
Diese Unbekümmertheit von Kindern und Eltern wird allerdings auf engem Raum, z.B. im Zug, oder in besonderer Atmosphäre, z.B. während eines Gebets, auch als unangemessen wahrgenommen. Häufig gelingt es in solchen Fällen, die Kinder abzulenken und zu dämpfen. Manchmal aber wird ein Gespräch mit den Eltern nötig, in dem man darauf hinweist, dass Kinder auch lernen müssen, Rücksicht zu nehmen.
In den Medien wird die Kinderfreundlichkeit der Schweiz allerdings daran gemessen, wie viele Krippenplätze pro Kind vom Staat zur Verfügung gestellt werden. Welch einseitige Betrachtungsweise! Als ob das Wohl des Kindes von der Anzahl der Krippenplätze abhinge! Ehrlicherweise muss man doch zugeben, dass es nur ganz wenige Fälle gibt, in denen beide Eltern oder der alleinstehende Elternteil unabdingbar Vollzeit arbeiten müssen um den Lebensunterhalt zu verdienen und deshalb die Erziehungsaufgabe an ihren Kindern nicht selbst erfüllen können. Trotzdem will man uns weis machen - und dies vor allem von sozialistischer Seite, die das Heil ohnehin auf jedem Gebiet vom Staat allein erwartet - dass das Wohl und die Zukunft unserer Kinder von staatlichen Krippenplätzen abhänge.
Nun hat aber eine Studie der Sozialdemokratin Karin Schwiter in der Schweiz gezeigt, dass die befragten jungen Erwachsenen sagen, «wenn man sich für Kinder entscheide, dann solle man sich auch um sie kümmern und sie ins Zentrum stellen.» Ein gesundes Zeichen für Selbstverantwortung und Unabhängigkeit! Vielleicht auch ein Zeichen von gesundem Misstrauen den Staatsangestellten gegenüber, die die Kinder anstelle der Eltern erziehen sollen. Natürlich kann die Sozialdemokratin Schwiter solche Antworten nur schon aus politischen Gründen nicht akzeptieren und spricht von «veralteten gesellschaftlichen Strukturen». Diese Auslegung wiederum ist ein weiteres Zeichen dafür, dass gewisse Leute überhaupt nicht verstanden haben, dass es im Leben «Werte» gibt, die unendlich viel «wert»-voller sind als alle Theorien, die uns heute von Sozialpädagogen bis zum Überdruss vorgelegt werden.
Text: Silvia Blocher

Silvia Blocher ist ausgebildete Primarlehrerin. Als Mutter von vier Kindern und Grossmutter von sieben Enkeln waren Kinder seit jeher Teil ihres Lebens. Wohlergehen, Erziehung in Familie und Gesellschaft und Ausbildung von Kindern und Jugendlichen sind ihr ein grosses Anliegen.
Sie hat sich dazu in verschiedenen Kolumnen, Vorträgen und Fernseh-Auftritten geäussert, wobei sie sich auch kritisch mit den schulischen Neuerungen auseinandersetzt, welche sie bei Schulbesuchen und Gesprächen mit Eltern, Lehrern und Schulbehörden verfolgt.
Auf familienleben.ch/familiensache finden Sie jede Woche eine neue Kolumne zur Familienpolitik. Es schreiben die vier Schweizer Politikerinnen Jacqueline Fehr (SP), Lucrezia Meier-Schatz (CVP), Silvia Blocher (SVP) und Christine Egerszegi-Obrist (FDP).
Diese Unbek
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Kommentare
@ mama michèle
gut geschrieben! mir gehen solche politikerinnen frauen extrem auf den kecks zumal sie das gefühl haben sie hätten die gesellschaft analysiert.
@frau blocher,
wenn es so einfach wäre bräuchte es solche kolumnen nicht! und ihre ansicht ist ja sehr sehr eng, das mag für ihre welt stimmen aber an der front sieht es doch nicht so rosarot aus. ich lade sie gerne mal ein mich einen tag zu begleiten und dann schauen wir mal ob sie immer noch durch die rosa brille schauen.
Liebe Frau Blocher,
hier fühle ich mich als Sozialpädagogin angegriffen. An der " Front" sehen diese Werte einfach anderst aus und viele Grundwerte sind einfach nicht vorhanden und werden von den Eltern an die Schule und somit an Schulsozialpädagogen delegiert. Zum einen, weil die Grundwerte von Anstand viel arbeit erfordern, respektive, weil ein Grossteil der Eltern diese Grundwerte nicht verinnerlicht haben. Wo bitte schön sollen es dann die Kinder lernen? Für die Eltern bedeutet es arbeit, es ist mühsam Grundwerte den Kindern ab zuverlangen und man muss als Eltern immer am Ball bleiben, damit die Kinder die Grundwerte verinnerlichen. Wir Leben mit unseren 3 Kindern in einem kleinen Schweizer Dorf und zum Teil bin ich schockiert und entzetzt über den Anstand der Heutigen Kindern....ein Bitte...ein Danke... Grüäzi etc. sind für viele Kinder ein Fremdwort, es wird mit 10 Jahren noch immer gedutzt, die Kinder erachten fremdes Eigentum als das Ihrige an und man Fragt sich wo bleibt da die Erziehung? Viele Eltern getrauen sich nicht mehr dem Kind ein Nein zuentgegnen und nehmen lieber in kauf, dass sich das Kind frei entwickeln kann und somit überall aneckt. Das darf dann die Schule übernehmen oder wir Sozialpädagoginnen und die Kinder einigermassen mit Anstand auszustatten, was mit einem riesen Aufwand verbunden ist und es besteht dann aber keine Garantie ob es Hänschen noch lernt.
Ist die Schweiz Kinderfreundlich? war die Ausgangslage, was hat das bitte schön mit Werten zu tun? Bei uns im Dorf, dürfen die Kinder nicht lärmend über den Spielplatz springen, da schauen schon die älteren Menschen zum Fenster raus und ermahnen die Kinder und regen sich über die heutigen Kinder und Eltern auf. Was dürfen den die Kinder Heute noch? Wo haben die Kinder ihre Freiräume? Sie werden betudelt, verwöhnt und was weiss ich was. Man nimmt ihnen jegliche Verantwortung ab, bewacht sie wo es nur geht, schützt sie vor jeglichen Gefahren, packt sie in Watte ein, die Eltern rennen zm Lehrer und nehmen das Kind bei jedem Fehlverhalten in Schutz, drohen mit dem Anwalt wenn das Kind keine besseren Noten nach Hause bringt....Was lernen hier die zukünftigen Erwachsenen? Man muss keine Verantwortung mehr übernehmen, ein anderer richtets dann schon...Deshalb sehe ich unsere Aufgabe als SozialpädagogInnen/ ErzieherInnen/ LehrerInnen als sehr wichtig an und die von Ihnen beschriebenen Eltern sind doch sehr dünn gesäht.
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