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Der ideale Politiker: «Tragbar, geräuschlos und leicht zu entfernen»

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Christine Egerszegi-Obrist verfasste für ihre Kolumne eine kleine Wahlnachlese. Sie beschreibt, wie der ideale Politiker aussehen sollte und ob sich die gewählten Volksvertreter daran messen lassen.

Christine Egerszegi-Obrist über den idealen Politiker.

Christine Egerszegi-Obrist, Ständerätin der FDP im Kanton Aargau schreibt über den idealen Politiker.

Kürzlich hat mir ein Kollege schmunzelnd gesagt: «Die idealen Politiker sieht man nur auf Wahlplakaten: Dort sind sie tragbar, geräuschlos und leicht zu entfernen.»

Das hat mich auf die Idee gebracht in meinem Bekanntenkreis die Frage zu stellen, wie man sich denn einen idealen Politiker oder eine gute Politikerin vorstellt? Das Ergebnis ist beeindruckend:

Der ideale Politiker sorgt sich aufrichtig um das Wohl aller, ist immer freundlich, zugänglich, aber trotzdem kein Netter. Er ist gut gekleidet, schätzt modische Jeans, und man mag ihn, wegen seiner Hemdsärmeligkeit. Obwohl er ein breites Wissen und viel Erfahrung hat, wirkt er sehr jugendlich. Er hat eine positive Ausstrahlung, kann sich für vieles begeistern, vermeidet aber alles Überschwängliche. Natürlich ist er ein mitfühlender und sensibler Mensch; jedoch wehleidig darf er nicht sein; denn Niederlagen muss er ohne weiteres einstecken können.

Der ideale Politiker hat ein offenes Ohr für alle Anliegen, nimmt sie ernst und geht verständnisvoll darauf ein. Schliesslich bewilligt er alles, ohne dafür Geld auszugeben und zieht konsequent auch unpopuläre Entscheide gegen den Widerstand hartnäckiger Interessenvertreter durch. Er ist aussergewöhnlich flexibel - mit einem starken Rückgrat - und tanzt zwar auf allen Hochzeiten, aber selbstverständlich  nicht mit jeder Braut.

Wenn es sich um eine Politikerin handelt, dann soll sie auch noch weiblichen Charme mit männlicher  Power ausstrahlen. Sie sollte wissen, dass gutes Aussehen für Wahlerfolge hilfreich ist, aber achtgeben, dass sie die Runzeln nicht versteckt! Sie muss überzeugen ohne zu belehren. Kurz: Sie sollte bezaubern ohne zu verhexen.

Ganz tolle Versprechen allerorts

Nun sind die Wahlen in die eidg. Räte grösstenteils vorbei. Zwar finden in den Ständerat noch etliche 2. Wahlgänge statt, aber sonst ist das neue Parlament bestellt. In unzähligen Podien und Standaktionen  konnte man sich von den Qualitäten der Politikerinnen und Politiker überzeugen. In vielen Beiträgen und Berichten las, hörte und sah man für was und für wen sie sich in den kommenden vier Jahren engagieren werden.

Und wir können uns tatsächlich  freuen: Es sind alles Frauen und Männer gewählt worden, die sich für unser Land einsetzen wollen:

  • Für eine familienfreundliche Schweiz und eine menschlichere Politik;
  • für das Wohlergehen aller Familien, unabhängig von ihrer Lebensform;
  • für eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf,
  • für ein qualitativ hochstehendes Gesundheitswesen mit bezahlbaren Leistungen für alle;
  • für ein vielseitiges, hochwertiges Bildungsangebot mit gleichen Chancen für alle Kinder und Jugendlichen;
  • für einen würdigen Lebensabend mit gesicherten Renten;
  • für eine sichere Zukunft in Freiheit und Wohlstand;
  • für tiefere Steuern, für die ganze Bevölkerung -  nicht nur für ein paar wenige - und vor allem auch für jene, die ihre Kinder selber grossziehen;
  • für eine intakte Umwelt, den Schutz der Landschaft und den natürlichen Ressourcen;
  • für den geförderten Ausbau von Schienen und Strassen und die freie Wahl der Verkehrsmittel; 
  • ja selbst für den Erhalt der Privatsphäre und die Offenlegung aller Interessenbindungen wollen sie sich stark machen.

Die Gewählten sprachen Klartext, und sie haben versprochen, sich in vier Jahren daran messen zu lassen! So stand es schliesslich in den verschiedenen Wahlunterlagen.

Text: Christine Egerszegi-Obrist

Christine Egerszegi-Obrist ist Ständerätin der FDP im Kanton Aargau.

Die Politikerin ist Mutter zweier erwachsener Kinder und wohnt in Mellingen (AG).

In ihrer Freizeit geniesst sie vor allem ihre fünf Enkel.

Auf familienleben.ch/familiensache finden Sie jede Woche eine neue Kolumne zur Familienpolitik. Es schreiben die vier Schweizer Politikerinnen Jacqueline Fehr (SP), Lucrezia Meier-Schatz (CVP), Silvia Blocher (SVP) und Christine Egerszegi-Obrist (FDP).


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