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Für viele ist der Advent eine ganz besondere Zeit im Jahr. Silvia Blocher erzählt in ihrer Kolumne, wie sie die Vorweihnachtszeit erlebt, warum sie sich zwei Tage Zeit für das Schmücken des Baumes nimmt und welche Traditionen in ihrer Familie dazugehören.
Silvia Blocher nimmt sich für das Schmücken des Weihnachtsbaumes zwei Tage Zeit.
Advent - Kaum ein anderes Wort weckt in mir so vielfältige Gedanken, Erinnerungen und Gefühle. Das beginnt im November: Wann ist der erste Adventssonntag? Und schon bin ich am Planen: Lichter im Garten braucht es unbedingt, um die langen dunklen Abende und die nebligen Morgenstunden aufzuhellen. Sie geben Halt und Zuversicht in der öden düsteren Zeit, spenden Trost indem sie auf Weihnachten hinweisen, das Fest des Lichtes, des Neuanfanges. Jedesmal wenn ich nachts durchs Land fahre, freue ich mich an den vielen Advents- und Weihnachtsbeleuchtungen. Ich fühle mich durch sie verbunden mit vielen Gleichgesinnten, mit Menschen, die in der Dunkelheit ein Licht anzünden und damit mitteilen, dass auch sie auf Weihnachten warten. «Sende Dein Licht und Deine Wahrheit, dass sie uns leite zu Deiner Wohnung...» (Kanon nach Psalm 43,3)
Aber nicht nur die Lichter im Garten gehören zu dieser Wartezeit: Im Haus sind es die Adventskränze, die Engel, die Windspiele, deren filigrane Figuren sich in der Wärme der brennenden Kerzen um die Krippe drehen. Es riecht nach Mandarinen, Orangen und nach den Grittibänzen, die von den Enkeln mit viel Freude und Fantasie verziert werden. Wir diskutieren, wer am traditionellen «Chlause-Höckli» welchen Grittibänz oder welche Grittifrau zugeteilt bekommt. Und was der Samichlaus wohl sagen werde. Wir betrachten den Adventskalender, wie manches Türchen noch zu öffnen sei, bevor er mit schwerem Sack voller Nüsse und Süssigkeiten angestapft komme. Und wer welches Gedicht oder Lied vortrage. Natürlich reden wir auch über Weihnachtswünsche und geheime Geschenke.
Zu unserer Weihnachtsfeier gehört nach einem ersten besinnlichen Teil mit Singen und Lesen der Weihnachtsgeschichte auch das gemeinsame Geschenke-Öffnen. Und da dürfen Überraschungen und Unvorhergesehenes nicht fehlen. Doch zuvor sind noch die Weihnachtsguetzli nach ihrem immer genau gleichen Rezept zu backen, der Weihnachtsbaum zu bestellen und aufzustellen. Für das Schmücken des Baumes nehme ich mir zwei Tage Zeit. Jede der unzähligen Kleinigkeiten, die ich aufhänge, ist verknüpft mit Erinnerungen, Erinnerungen an Menschen, an Zeiten, an nahe und ferne Orte. So wird das Schmücken zur Rückschau, zum Innehalten und Nachdenken über Vergangenes und Erlebtes. Und dann steht der Baum fertig da, prächtig und glitzernd.
Weihnachen kann kommen. Die Wartezeit ist vollendet. «Christ der Retter ist da» (Stille Nacht, Heilige Nacht! 1838).
Text: Silvia Blocher

Silvia Blocher ist ausgebildete Primarlehrerin. Als Mutter von vier Kindern und Grossmutter von sieben Enkeln waren Kinder seit jeher Teil ihres Lebens. Wohlergehen, Erziehung in Familie und Gesellschaft und Ausbildung von Kindern und Jugendlichen sind ihr ein grosses Anliegen.
Sie hat sich dazu in verschiedenen Kolumnen, Vorträgen und Fernseh-Auftritten geäussert, wobei sie sich auch kritisch mit den schulischen Neuerungen auseinandersetzt, welche sie bei Schulbesuchen und Gesprächen mit Eltern, Lehrern und Schulbehörden verfolgt.
Auf familienleben.ch/familiensache finden Sie jede Woche eine neue Kolumne zur Familienpolitik. Es schreiben die vier Schweizer Politikerinnen Jacqueline Fehr (SP), Lucrezia Meier-Schatz (CVP), Silvia Blocher (SVP) und Christine Egerszegi-Obrist (FDP).
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