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Die Gesundheit ist Teil vom Glück

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In der Schweiz vergessen wir oft, dass wir ein qualitativ hochstehendes Gesundheitswesen haben, findet Ständerätin Christine Egerszegi-Obrist. Statt über die Kosten zu diskutieren, sollten wir uns der Vorteile bewusst werden.

Christine Egerszegi-Obrist über das Gesundheitswesen in der Schweiz.

Wir sollten nicht immer über die Kosten im Gesundheitswesen diskutieren, findet Ständerätin Christine Egerszegi-Obrist.

Ganz viele Menschen haben mir zum Jahreswechsel viel Gesundheit gewünscht und beigefügt, dies sei das wichtigste; alles andere könne man irgendwie richten.

So ist es doch: Wir schätzen persönlich die Gesundheit als unbezahlbares Gut. Ist es da nicht eigenartig, dass wir in den Medien fast nur über die Kosten sprechen, die unser Gesundheitswesen verursacht?  Nutzen und Vorteile blenden wir gewöhnlich aus. Deshalb soll diese erste Kolumne im neuen Jahr für einmal ein positives Gegengewicht setzen:

Die Schweiz hat ein qualitativ hochstehendes Gesundheitswesen, das weitherum einen ausgezeichneten Ruf geniesst. Wir haben eine solidarisch finanzierte Grundversicherung mit einem gut ausgebauten Leistungskatalog und der Möglichkeit der freien Arzt- und Spitalwahl.  Einkommensschwache Personen erhalten Prämienverbilligungen und für Kinder wird keine Franchise erhoben und der Selbstbehalt halbiert.

Falls Sie jetzt denken, dass das heutige KVG die Prämien auch  langsam unbezahlbar mache und der alten Versicherung nachtrauern, sollten Sie sich erinnern, dass damals die Frauen doppelt so hohe Prämien, wie die Männer bezahlten, dass die Chronisch Kranken nach 720 Behandlungstagen von allen Versicherungsleistungen ausgeschlossen wurden und an die Pflegekosten in den Heimen täglich karge neun (!) Franken beigesteuert wurden. Auch von gezielten Prämienverbilligungen war keine Rede. Die obligatorische Grundversicherung hat den Frauen, vielen Familien, den Pflegebedürftigen und Chronisch Kranken wichtige Verbesserungen gebracht.

Gesundheitswesen in der Schweiz ist nicht in der Krise

Unser Gesundheitswesen lässt sich nicht einfach auf die Kostenfrage reduzieren. Und es ist auch nicht in der Krise. Die Gesundheitspolitik wird zu sehr von der Kostenfrage beherrscht. Es muss doch einmal gesagt werden: Der Fortschritt bringt auch Einsparungen: weniger Krankentaggelder, weniger Arbeitsausfall, weniger stationäre Kosten und erst noch mehr Lebensqualität. Der wirtschaftliche, soziale und gesellschaftliche Nutzen ist unübersehbar.

Wussten Sie, dass mehr als eine Million Menschen in der Schweiz ihr Brot direkt oder indirekt im Gesundheitswesen verdienen? Das sind nicht nur die Ärzte, Pflegenden und Apotheker, es sind auch die Tätigen in der Medizinaltechnik, der Pharmaindustrie, der Informatik-Branche und den Ausrüstern und Dienstleistern für Spitäler, Heime und Arztpraxen. Das sind auch die Arbeitsplätze von Laborantinnen, Therapeutinnen, Ausbildnern, Köchen, Mechanikern, Angestellten aller Art für administrative Tätigkeiten und Hilfspersonal für alle Dienste. Zehntausende von jungen Leuten werden dabei über eine Lehre in die Berufswelt eingeführt.

Alle diese Erwerbstätigen leisten einen entscheidenden Beitrag zu unserem Wirtschaftswachstum. Und das Gesundheitswesen ist der Wirtschaftsbereich, der sich am besten entwickelt. Er wächst zuverlässig - trotz starkem Franken. Wir brauchen das. Mit unsern Prämiengeldern kaufen wir die Dienstleistungen ein. Und unsere grösste Sorge ist, dass wir nicht genügend fähige Leute finden, die die Gesundheitsversorgung unserer Bevölkerung sicher stellen.

Ein kluger Kopf hat einmal geschrieben, dass wir «für das Krankwerden immer noch viel mehr Geld ausgeben, als für das Gesundwerden». Ja, Hand aufs Herz, nach den Schlemmereien der Festtage stellen wir doch zufrieden fest, dass dies auch viel mehr Spass macht…

Ich wünschen Ihnen von Herzen ein durch und durch gesundes Jahr!

Text: Christine Egerszegi-Obrist

Christine Egerszegi-Obrist ist Ständerätin der FDP im Kanton Aargau.

Die Politikerin ist Mutter zweier erwachsener Kinder und wohnt in Mellingen (AG).

In ihrer Freizeit geniesst sie vor allem ihre fünf Enkel.

Auf familienleben.ch/familiensache finden Sie jede Woche eine neue Kolumne zur Familienpolitik. Es schreiben die vier Schweizer Politikerinnen Jacqueline Fehr (SP), Lucrezia Meier-Schatz (CVP), Silvia Blocher (SVP) und Christine Egerszegi-Obrist (FDP).

 


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