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Dem Buch zuliebe!

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Am 11. März entscheidet das Schweizer Stimmvolk über die Buchpreisbindung. Warum die Buchpreisbindung das Schweizer Buch schützt und warum wir uns dafür entscheiden sollten, erklärt Nationalrätin Lucrezia Meier-Schatz (CVP).

Nationalrätin Lucrezia Meier-Schatz von der CVP

Wer sich für die Buchpreisbindung einsetzt, schützt das Schweizer Buch, findet Lucrezia Meier-Schatz.

Bücher sind nicht irgendein Konsumgut. Bücher sind viel mehr. Bücher bringen uns die Welt näher, nähren unsere Phantasiewelt, wecken Emotionen und sind Nährboden für Träume. Bücher sind Teil einer – unserer – Kultur. Ein besonders Kulturgut, welches einen besonderen Schutz braucht. Der Schutz heisst: Buchpreisbindung. Unsere Nachbarstaaten machen es uns vor, die Buchpreisbindung ist dort unbestritten. Die Bevölkerung in unseren Nachbarländern weiss, dass die Buchpreisbindung eine sehr unbürokratische Art der Kulturförderung ist, die den Steuerzahler nichts kostet.

Persönliche Beratung ging verloren

Was andere können, können wir auch! Das Schweizer Parlament hat sich aus Überzeugung für die Buchpreisbindung ausgesprochen. Im Vorfeld dieses Entscheides haben wir eine Analyse der Buchhandlungslandschaft gemacht und stellten fest, dass diese, seit der damaligen Aufhebung der Buchpreisbindung, sich sehr verändert hat. Zahlreiche kleine Buchhandlungen auf dem Land und in den Städten sind verschwunden. Vieles ging dabei verloren: die persönliche Beratung und vor allem die Empfehlungen der Buchhändlerinnen und Buchhändler. Sie sind dafür ausgebildet, aus der überwältigenden Produktion der Verlage das Geeignete auszuwählen oder zu empfehlen. Sie bieten auch kleine Bücher, mit regionalem Einschlag, an. Diese hätten in einem Discounter oder im Internet keine Chance. Denn die Discounter leben vor allem von Bestsellern, sie legen Dan Brown und John Grisham auf, das tun zwar die kleinen auch, aber sie legen noch Melinda Nadj Aboniji oder Etienne Barillier auf. Diese Schweizer Autoren sind auf Schweizer Verlage angewiesen, wie dies auch für Martin Suters Bücher der Fall war. Auch er verdankt seinen Erfolg einem Schweizer Verlag. Vergessen wir nicht: Suters Bücher sind nicht vom Himmel gefallen, sondern wurden von einem Schweizer Verlag lanciert und erst über den Schweizer Buchhandel zum Erfolg.

Die Buchpreisbindung sorgt dafür, dass die Konkurrenz der Bücher beim Endkunden nicht über den Preis, sondern über den Inhalt läuft. So bekommt neben dem Bestseller aus den USA auch die Übersetzung aus dem Rätoromanischen eine Chance. Auch wenn wir die Buchpreisbindung wieder einführen, werden die Preise, nicht etwa vom Staat, sondern wie bis anhin von den Verlagen im freien Wettbewerb festgelegt. Der Rowohlt Verlag kann nicht plötzlich einen gebundenen Roman für Fr. 60.- verkaufen, weil er in Konkurrenz zu Diogenes, Suhrkamp und vielen anderen steht. Der Preisüberwacher kontrolliert ferner, dass die Umrechnung vom Euro in den Franken für die Konsumenten stimmt.

Für Schweizer Bücher und die Buchpreisbindung stark machen

Wenn wir weiterhin wünschen, dass Buchhandlungen uns allen, die gerne Bücher lesen, auch solche, die von Schweizern geschrieben sind, anbieten, dann müssen wir uns für die Buchpreisbindung stark machen. Wenn wir weiterhin wünschen, dass Buchhandlungen eine grosse Auswahl anbieten, einen tollen Beratungs- und Bestellservice aufrecht erhalten, dann dürfen wir den Buchmarkt nicht den Discountern und dem Internet überlassen, sondern müssen uns für die Buchpreisbindung einsetzen. Nur so verhindern wir die Verödung der Buchlandschaft und schützen ein besonderes Kulturgut, das Schweizer Buch.

Text: Lucrezia Meier-Schatz

Lucrezia Meier-Schatz ist Nationalrätin der CVP im Kanton St. Gallen, sowie Geschäftsführerin des Dachverbandes der Familienorganisationen Pro Familia Schweiz.
Sie ist Mutter von zwei Söhnen und lebt mit ihrer Familie in St. Peterzell.

Auf familienleben.ch/familiensache finden Sie jede Woche eine neue Kolumne zur Familienpolitik. Es schreiben die vier Schweizer Politikerinnen Jacqueline Fehr (SP), Lucrezia Meier-Schatz (CVP), Silvia Blocher (SVP) und Christine Egerszegi-Obrist (FDP).

 


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