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Musikunterricht ist teuer. Nicht alle Eltern können ihren Kindern ermöglichen, ein Instrument zu lernen. Damit Musikunterricht nicht mehr vom Geldbeutel der Eltern abhängig ist, fordert Ständerätin Christine Egerszegi-Obrist Sie auf, bei der Volksabstimmung vom 23. September über den neuen Verfassungsartikel zur Jugendmusikförderung mit Ja zu stimmen.
Ständerätin Christine Egerszegi-Obrist setzt sich für die Jugendmusikförderung ein.
Kürzlich war ich am Jubiläumskonzert eines Jugendspiels. Achtzig Jugendliche in zwei verschiedenen Niveauklassen spielten sich mit ihren Instrumenten in die Herzen der Zuhörerinnen und Zuhörer. Diese waren restlos begeistert und verlangten mit tobendem Applaus eine Zugabe nach der andern. Beiläufig fragte ich die anwesenden Politiker, ob sie sich bewusst seien, dass die Eltern dieser musizierenden Kinder zusammengezählt über eine halbe Million Franken aus dem eigenen Sack dafür bezahlt haben, damit wir diese Musik jetzt geniessen können. Sie schauten mich ungläubig an. Dann rechnete ich ihnen vor: Elternbeitrag, Instrumentenmiete und Noten machen pro Jahr schnell 1‘500 Franken pro Kind. Durchschnittlich spielten die Jugendlichen im Ensemble sicher schon während vier Jahren bis zu einem solchen Konzert. Jetzt stelle man sich vor: für ein Kind bezahlen die Eltern je nach Wohnort zwischen1500 und 2400 Franken pro Jahr. Und mit zwei Kindern das Doppelte.
Das stimmt schon nachdenklich:
Der jährliche Betrag, den die Eltern für einen kleinen Trompeter aufbringen müssen ist etwa gleich hoch, wie die Krankenkassenprämien für eine ganze Familie mit zwei Kindern während einem Vierteljahr. Das kann doch nicht sein!
Ja, wir vergessen oft, dass der Musikunterricht für die Familien ein ziemlich teurer Spass ist und die Möglichkeit zum aktiven Musizieren oft von der Dicke des Portemonnaies der Eltern abhängt. Und zwar nicht nur in der Volksschule: In den Gymnasien wird der Musikunterricht stark subventioniert, aber jene, die eine Lehre machen, bezahlen meistens alles aus der eigenen Tasche.
Eine gute Bildung und Ausbildung ist wichtig für unsere Kinder. Es ist unbestritten, dass das Singen und Musizieren dazu gehört. Damit werden nicht nur besondere Fähigkeiten geweckt und gefördert, es ist bewiesen, dass mit der musikalischen Förderung auch die andern Fertigkeiten besser werden. Selber gestalten, Töne nicht nur erklingen lassen, sondern einordnen in eine Reihe – allein oder im harmonischen Zusammenspiel mit andern, einen Takt verfolgen und einhalten, das bildet neben der musikalischen Schulung auch grundlegende Fertigkeiten, die im Alltag und Beruf von grösster Bedeutung sind: Fleiss, Durchhaltewillen, Auftreten, Sozialkompetenz und Offenheit gegenüber Neuem.
Wir alle freuen uns, wenn Kinder musizieren. Mit Stolz und Begeisterung nehmen wir an Musikschulkonzerten teil, zeigen den jungen Musizierenden unser Interesse und geniessen es, wenn Kinderchöre und Jugendensembles unsere Feste musikalisch verschönern.
Damit das auch weiterhin für alle Kinder und Jugendlichen eine Selbstverständlichkeit ist, brauchen wir den neuen Verfassungsartikel über die Jugendmusikförderung, über den wir am 23. September abstimmen. Er will, dass das Singen und Musizieren selbstverständlicher Teil des Schulunterrichtes ist. Wer gerne Musik macht, sollte ein Instrument lernen können. Wer begabt ist, sollte auch in der Lehre musikalisch gefördert werden.
In einer Zeit,
ist diese Förderung des Musizierens junger Leute nötiger denn je.
Deshalb setze ich mich ein für ein grosses Ja am 23. September für den neuen Verfassungsartikel zur Jugendmusikförderung in der Volksabstimmung. Und es wäre schön, wenn auch Sie Ja stimmen würden!
Text: Christine Egerszegi-Obrist

Christine Egerszegi-Obrist ist Ständerätin der FDP im Kanton Aargau.
Die Politikerin ist Mutter zweier erwachsener Kinder und wohnt in Mellingen (AG).
In ihrer Freizeit geniesst sie vor allem ihre fünf Enkel.
Auf familienleben.ch/familiensache finden Sie jede Woche eine neue Kolumne zur Familienpolitik. Es schreiben die vier Schweizer Politikerinnen Jacqueline Fehr (SP), Lucrezia Meier-Schatz (CVP), Silvia Blocher (SVP) und Christine Egerszegi-Obrist (FDP).

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