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Lucrezia Meier-Schatz: Ferienzeit und nun?

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Die Schulferien stehen vor der Tür und der Sommer lockt ins Freie. Die Ungeduld der Kinder ist spürbar: keine Hausaufgaben, kein Lernen, keine Schule. Einfach sein! Sie haben in den kommenden Wochen fast unendlich viel Zeit für ihre eigenen Welten und werden ihrer Kreativität freien Lauf schenken können. Sie werden uns Erwachsene hie und da herausfordern und zwischendurch auch die Geduld ihrer Eltern und Lehrer strapazieren. Und doch..., was wäre wohl eine Welt ohne Kinder?

Lucrezia Meier-Schatz schreibt mit an der Kolumne zur   Familienpolitik auf familienleben.ch

Lucrezia Meier-Schatz, Nationalrätin der CVP im Kanton St. Gallen.

Diese Frage sei erlaubt, wie aber auch die nächste: Gehen wir auf diese Kinderwelt ein? Ferien, diese schulfreie Zeit ist für viele Kinder ein Traum, für andere wiederum aber ein Albtraum. Denn es gibt Kinder, die wissen nicht, wie sie ihren Tag verbringen werden und sollen. Ihre Schulfreunde sind im Sommerlager oder im Urlaub mit den Eltern und so sitzen diese Kinder stattdessen vor dem Fernseher oder PC, schlafen aus, langweilen sich – und warten auf den Urlaub der Eltern, warten auf die Rückkehr der Freunde und Freundinnen.

Die langersehnten Schulferien haben nicht nur eine unterschiedliche Bedeutung für Kinder, sondern auch für deren Eltern, denn für viele Eltern ist Ferienzeit nicht gleich Urlaubszeit!

 

In der öffentlichen Diskussion fehlt es – trotz Diskussion über die Kinderbetreuung – an Bewusstsein darüber, dass die Betreuungslücke während den Schulferien für viele Eltern einer echten Herausforderung gleichkommt. Wie Eltern die Arbeits- und Ferienzeit in Einklang bringen, gibt nach wie vor kaum Anlass zur öffentlichen Debatte. Nicht alle Eltern haben ein stets verfügbares Netz, eine zuverlässige Unterstützung von Grosseltern. Nicht alle Kinder haben, dank der Betreuung durch Bekannte und Verwandte, unvergessliche Ferien- und Familienerlebnisse, Erlebnisse, die ihrer Verbundenheit und ihrer Entwicklung förderlich sind. Nicht alle Eltern haben Arbeitgeber, die Ferienangebote für die Kinder ihrer Mitarbeitenden, wie z.B. die Raiffeisenbank Schweiz, anbieten. Nicht alle Kinder besitzen einen Ferienpass oder gehen ins Lager, nein, viel zu viele Kinder bleiben nach wie vor bis zum Urlaub der Eltern sich selbst überlassen. Und immer wieder gibt es da und dort – auch bei der besten Organisation, eine verbleibende Ferienwoche, die Eltern ein organisatorisches Rätsel aufgibt.

Über die Kinderbetreuungsdiskussion hinweg wäre es an der Zeit, dass Unternehmen sich vermehrt dem Thema annehmen und gemeinsam mit ihren Mitarbeitenden mit Familienpflichten angepasste Arbeitszeitlösungen ausarbeiten. Es ist allen Dreien – Kindern, Eltern und Unternehmen dienlich, wenn ausserhalb der Urlaubszeit die Ferienzeit der Kinder eine Bereichernde ist.

Achten wir auf die Kinderwelt, berücksichtigen wir die Bedürfnisse sowohl der Kinder als auch der Eltern. Denn eines ist sicher, Ferienzeit ist noch nicht Urlaubszeit. Eltern brauchen Zeit, viel Zeit. Setzen wir uns gemeinsam ein, dass sie diese Familienzeit erhalten, denn Familienzeit ist Lebenszeit!

Text: Lucrezia Meier-Schatz

Lucrezia Meier-Schatz ist Nationalrätin der CVP im Kanton St. Gallen, sowie Geschäftsführerin des Dachverbandes der Familienorganisationen Pro Familia Schweiz.

Sie ist Mutter von zwei Söhnen und lebt mit ihrer Familie in St. Peterzell.

Ab sofort gibt es auf familienleben.ch eine wöchentliche Kolumne zur Familienpolitik mit den vier Schweizer Politikerinnen Jacqueline Fehr (SP), Lucrezia Meier-Schatz (CVP), Silvia Blocher (SVP) und Christine Egerszegi-Obrist (FDP).


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Kommentare

  • steeldoor 17.06.2010 16:09 Uhr
    Lieber besorgter Vater . Es ist doch schön wenn sie und ihre Familie das traditionelle Familienmodell leben konnten . Ich habe mich bewusst und sehr überlegt für meine KInder entschieden zusammen mit meinem Mann ! Als mein jüngster ein Jahr alt war erkrankte mein Partner schwer ! Er ist nun in einer Pflegeinstitution wir sind geschieden und ich erziehe unsere Kinder alleine arbeite zu 80% wenn s finanziell eng wird auch mal 90 % . Ich erhalte keine Sozialhilfe ! Vier bis Fünf Tage im Monat ist mein Ex- Mann bei uns und nimmt soviel Anteil am Alltag wie er eben kann ! Ich bin froh , dass ich vor seiner Erkrankung in einem kleinen Pensum gearbeitet habe den nur so hab eich im Job richtig einsteigen können. Ich habe auch prächtige Kinder zwei tolle Söhne und eine wunderbare Tochter !
    wir sind auch ein echte Familie !!!
  • Hanspeter Werner 14.06.2010 09:26 Uhr
    Liebe Eltern

    Ich möchte eine gegenfrage stellen. Was hat denn Priorität die Familie oder der Beruf? Ich muss feststellen, dass es das grössere Problem ist, wie verschachere ich meine Kinder als wie erziehe ich meine Kinder. Viele Eltern sollten sich im Vorfeld gedanken machen was sie wollen bevor sie Kinder bekommen. Die Betreuung von den berufstätiger Eltern kann ich noch einwenig verstehen, wenn nun noch für die Ferien Krippen geschaffen werden müssen frage ich mich wieso solche Eltern sich überhaupt für Kinder entschieden haben!! Oder werden die Kinder zu einem Prestigeobjekt? Ich und meine Frau haben auch 2 Jungs grossgezogen 18 +21J. alt, und mussten dadurch das meine Frau "Hausfrau und Mutter" ist, auf einiges verzichten. Aber es hat sich gelohnt,es sind prächtige Jungs!
    Desshalb ein an Apell, denkt zuerst an die Kinder und die Politiker sollten sich für den erhalt von echten Familien einsetzen und nicht nur für diese welche die Kinder haben um welche zu haben.

    Ein besorgter Vater

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