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Vor dem neuen Schuljahr, vor dem Schulbeginn überhaupt, machen sich viele Eltern Sorgen um die Sicherheit ihrer Kinder. Viele Kinder müssen die Verkehrsregeln lernen, dicht befahrene Strassen überqueren und die verschiedenen Verkehrsteilnehmer beachten, vom Velofahrer bis hin zum grossen Lastwagen. Die berechtigte Sorge hat eine Entwicklung hervorgerufen, die uns alle wachrütteln sollte.
Lucrezia Meier-Schatz, Nationalrätin der CVP im Kanton St. Gallen.
Zu Beginn der Kindergarten- und Primarschulzeit können Eltern eine wichtige Rolle in der Förderung des Sicherheitsgefühls und des Verkehrsverhalten ihrer Kinder übernehmen. Sie begleiten ihre Kinder zur Schule, leider aber immer häufiger, glaubt man den Untersuchungen des Bundesamtes für Strassen, mit dem Auto, statt den Weg zu Fuss mit den Kindern, den eigenen und jenen des Nachbarn, zurückzulegen. Trotz der Tatsache, dass 2/3 der Primarschulwege kürzer als ein Kilometer sind, werden die Eltern immer häufiger zu Taxifahrern.
Dieser Trend, der bis anhin vor allem in den städtischen Gebieten und in den Agglomerationen anzutreffen war, hat sich in den letzten Jahren verstärkt und verbreitet sich mittlerweile auch in ländlichen Gebieten. Dies ist ein Zeichen unseres Wohlstandes, leben doch fast 50 Prozent aller Kinder in einem Haushalt mit zwei und mehr Autos.
Persönlicher Lauf-Einsatz
Familien in der Westschweiz haben sich vor einigen Jahren ausgetauscht und den Pedibus – einen Bus, der von Kinderbeinen angetrieben und von Eltern, Grosseltern oder anderen Freiwilligen geführt wird, ins Leben gerufen. Sie wollten dem wachsenden Trend, die Kinder mit dem Auto zur Schule zu chauffieren, mit ihrem persönlichen Lauf-Einsatz entgegenwirken. Sie wussten aus ihrer eigenen Lebenserfahrung, dass ihr damaliger Schulweg viele spannende Erlebnisse und Erfahrungen ermöglichte, Erlebnisse und Erfahrungen, die im PW der Eltern nicht gemacht werden können. Sie wollten auch ihren Kindern frühzeitig Verkehrskompetenzen vermitteln, im Wissen, dass sie dadurch die Unfallgefahr reduzieren und das Sicherheitsgefühl des Kindes erhöhen können.
Der Pedibus hat sich in den Städten der Westschweiz etabliert. Vor dem Schuljahrbeginn werden die Fussrouten, die Fuss-Bus-Linien, also die Pedibus-Linien, festgehalten und den Eltern mitgeteilt. Die Kinder warten an der jeweiligen Pedibus «Haltestelle» auf die bereits früher eingereihten Kinder und marschieren mit diesen den Weg zur Schule weiter. Der Pedibus wird von Eltern, Grosseltern oder anderen Freiwilligen geführt und erlaubt den Kindern sicher zu Fuss zur Schule zu gehen. Der Pedibus (www.pedibus.ch) hat viele Vorteile und vermittelt Kindern Sicherheit, Bewegung, Austausch und Erfahrung.
Es ist zu hoffen, dass auch in den Städten sowie in den verkehrsdichten ländlichen Regionen der deutschen und italienischen Schweiz diese Idee, die mittlerweile vom VCS weiter promoviert wird, Fuss fasst und Eltern, Grosseltern und Freiwillige somit einen aktiven gemeinsamen Beitrag zur Gesundheitsförderung und zur Mobilität ihrer Kinder, Grosskinder oder Kinder der Nachbarn leisten. Eine wertvolle Initiative, die Schule machen sollte!
Text: Lucrezia Meier-Schatz
Lucrezia Meier-Schatz ist Nationalrätin der CVP im Kanton St. Gallen, sowie Geschäftsführerin des Dachverbandes der Familienorganisationen Pro Familia Schweiz.
Sie ist Mutter von zwei Söhnen und lebt mit ihrer Familie in St. Peterzell.
Ab sofort gibt es auf familienleben.ch eine wöchentliche Kolumne zur Familienpolitik mit den vier Schweizer Politikerinnen Jacqueline Fehr (SP), Lucrezia Meier-Schatz (CVP), Silvia Blocher (SVP) und Christine Egerszegi-Obrist (FDP).
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