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Es ist nicht unbedingt etwas, das man gern beim Abendessen mit Freunden diskutiert. Doch Verstopfung in der Schwangerschaft ist für viele Frauen irgendwann in den neun Monaten ein Thema. Durch die veränderte Hormonproduktion wird der Darm träge. Wie Sie Verstopfungen vorbeugen können, erfahren Sie in diesem Beitrag.
Gegen Verstopfung in der Schwangerschaft können Trockenfrüchte helfen. Foto: iStockphoto, Thinkstock
In der Schwangerschaft gibt es neben der Vorfreude auf das Baby auch so einige Probleme und Beschwerden, die die Schwangerschaft für die werdende Mutter beschwerlich machen können. Das Gute an den allermeisten dieser Probleme ist, dass sie nach der Schwangerschaft wieder verschwinden. Verstopfung ist eines von diesen typischen Schwangerschaftsbeschwerden, die häufig vorkommen, völlig normal sind und nach der Geburt wieder vorbei sind.
Von Verstopfung spricht man, wenn mehr als drei Tage zwischen jedem Stuhlgang vergehen oder der Stuhlgang sehr hart ist und schwer auszuscheiden ist. Eventuell kann es zu Blutungen im Enddarm kommen. Ein aufgeblähter Bauch ist ebenfalls ein typisches Symptom für Verstopfung, obwohl das natürlich in der Schwangerschaft, wenn der Bauch ohnehin dick ist, etwas schwer festzustellen ist.
Der Grund, warum besonders Schwangere von Verstopfung betroffen sind, liegt, wie bei so vielen typischen Schwangerschaftsbeschwerden, an den Hormonen. Das Hormon Progesteron, das Ihr Körper vermehrt in der Schwangerschaft produziert, entspannt die Muskeln in Ihrem Darm. Dieser wird dadurch träger und arbeitet langsamer. Zumindest können Sie sich freuen, dass Ihr Kind durch den verlangsamten Transport auch mehr Nährstoffe aus Ihrer Nahrung bekommt. In der Spätschwangerschaft kommt verstärkend hinzu, dass die ständig wachsende Gebärmutter auf den Darm drückt und damit den Darmausgang behindert. Ausserdem benötigt Ihr Körper mehr Flüssigkeit, die der Nahrung entzogen wird und den Stuhl noch zusätzlich hart und fest macht.
Wenn Sie bemerken, dass Sie Probleme mit der Verdauung entwickeln, können Sie einiges tun, um einer schlimmen Verstopfung in der Schwangerschaft vorzubeugen. Dazu gehört in erster Linie, dass die Lebensmittel, die Sie essen, die Darmtätigkeit unterstützen. Auf Ihrem Menüplan sollte sich viel ballaststoffreiche Nahrung finden, wie zum Beispiel Vollkornbrot, rohe Früchte und Gemüse oder Müesli. Vermeiden Sie Weissbrot und Schokolade. Dies kann zusätzlich stopfend wirken. Verdauungsfördernd sind dagegen Naturjoghurt, Buttermilch, Molke und Kefir.
In der Schwangerschaft sollten Sie ohnehin darauf achten, dass Sie viel trinken. Auch zur Vorbeugung von Verstopfung ist eine reichliche Flüssigkeitsaufnahme sehr wichtig. Sie sollten mindestens 2 Liter pro Tag trinken, wobei Wasser, Tee und Saftschorlen die gesündesten Optionen sind.
Viel Bewegung ist ebenfalls ein wichtiges Hilfsmittel, um eine verlangsamte Darmtätigkeit anzukurbeln. Auch wenn Sie vielleicht nicht regelmässig Sport treiben, sollten Sie sich bemühen, einmal am Tag einen Spaziergang im schnellen Schritt zu unternehmen. So schnell Ihnen das mit dickem Bauch eben möglich ist. Andere Sportarten, wie zum Beispiel Rad fahren oder Schwimmen, sind ebenfalls gut geeignet. Hauptsache, Sie bleiben in Bewegung. Dann lässt sich Ihr Darm auch davon anstecken.
Hören Sie auf Ihren Körper und den Druck in Ihrem Darm. Natürlich ist es nicht immer ganz einfach, sich die Zeit zu nehmen. Wenn irgend möglich, sollten Sie aber die Toilette besuchen, wenn Ihr Darm Ihnen Stuhlgang signalisiert. Zu starkes Pressen bei Verstopfung kann Hämorrhoiden verursachen.
Eisenpräparate können eine Verstopfung übrigens noch verschlimmern. Sollten Sie Eisentabletten einnehmen, tun Sie dies am Besten nach einer Mahlzeit mit viel Flüssigkeit.
Wenn alle Vorbeugemassnahmen nichts nützen und Sie unter Verstopfung in der Schwangerschaft leiden, dann gibt es einige Tricks, wie Ihre Verdauung wieder normal werden kann. Trockenobst, wie Pflaumen oder Feigen, kann dabei helfen, eine Verstopfung zu lösen. Sie können die Früchte entweder gleich essen oder über Nacht in Wasser einweichen. Auf nüchternen Magen wirken sie früh noch besser. Das Wasser, in dem die Früchte lagen, können Sie zusätzlich trinken. Auch Pflaumen- oder Sauerkrautsaft wirken abführend. Ein Glas pro Tag sollte ausreichend sein.
Pflanzliche Quellmittel wie Leinsamen oder Weizenkleie können Ihrer Verdauung helfen. Trinken Sie dazu viel, sonst könnte dies das Gegenteil bewirken und stopfend wirken. Leinsamen und Weizenkleie wirken nicht abführend, sondern stuhlregulierend, das heisst längerfristig angewendet, sollten sie für eine ausgeglichene Verdauung sorgen.
Die meisten Abführmittel sind in der Schwangerschaft ungeeignet. Sprechen Sie mit Ihrer Hebamme oder Ihrem Frauenarzt darüber, wenn Sie etwas einnehmen möchten.
Noch einmal auf einen Blick – das hilft bei Verstopfung in der Schwangerschaft:
Autor: Julia Wohlgemuth
Haben Sie Erfahrung mit Verstopfung in der Schwangerschaft? Schreiben Sie uns. Hier geht es zum Kommentarbereich.

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