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BMI für Kinder: Ist Ihr Kind zu dick?

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Viele Eltern fragen sich, ob ihr Kind zu pummelig ist. Ob das Gewicht von Kindern normal oder zu hoch ist, lässt sich nicht immer leicht erkennen. Doch es gibt Anhaltspunkte wie den BMI für Kinder, der Ihnen Orientierung bietet.

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BMI für Kinder: Ist mein Kind zu dick?

Ist mein Kind zu pummlig? Der BMI für Kinder gibt Anhaltspunkte. Foto: iStockphoto - Thinkstock

Viele Schweizer Kinder sind zu dick. In Basel, Bern und Zürich gilt jedes fünfte Schulkind als übergewichtig. Jedes 20. Kind ist sogar besonders fettleibig, haben die Schulärztlichen Dienste dieser Städte herausgefunden. Übergewicht hat dramatische Auswirkungen auf den Gesundheitszustand der betroffenen Kinder, warnt die Gesundheitsförderung Schweiz. «Vermehrt treten schon bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen chronische Krankheiten wie Diabetes Typ II und psychische Belastungen auf.»

«Ist auch mein Kind zu dick?» fragen sich viele Eltern. Der äussere Anschein ergibt nicht immer das richtige Bild. Oft messen Eltern von übergewichtigen Kindern dem hohen Gewicht wenig Bedeutung bei – sie erkennen das Problem einfach nicht. Viele Eltern sehen ihre Kinder mit anderen Augen, ergab auch eine australische Studie. 89 Prozent der Eltern mit übergewichtigen Kindern im Alter von fünf bis sechs Jahren und 63 Prozent der Eltern mit dicken zehn- bis zwölfjährigen Kindern sind sich nicht bewusst, dass ihre Kinder zu schwer sind, ergab die Untersuchung. Gleichzeitig empfinden manche Eltern ihre Kinder als zu dick, obwohl sie durchaus normalgewichtig sind.

Body-Mass-Index (BMI) beurteilt Gewicht von Kindern

Erwachsene, die wissen wollen, ob ihr eigenes Gewicht im gesundheitlich unbedenklichen Rahmen liegt, ziehen üblicherweise den Body-Mass-Index, kurz BMI, zu Rate. Der BMI bewertet das Gewicht eines Menschen in Bezug zu seiner Körpergrösse. Errechnet wird er aus dem Körpergewicht in Kilogramm geteilt durch die Körpergrösse in Metern zum Quadrat. In der Regel gilt ein Mensch als übergewichtig, wenn das Ergebnis, also der errechnete BMI, grösser als 25 ist. Ein BMI von mehr als 30 ist ein Zeichen für Fettsucht. Für Kinder kann der BMI so aber nicht übernommen werden.

Bei Kindern ändert sich das Verhältnis von Grösse zu Gewicht im Laufe des Heranwachsens immer wieder. So ist der BMI bei Babys im Durchschnitt etwas höher als bei Vorschulkindern und wächst mit dem Schuleintritt wieder an. Um das Gewicht von Kindern zu beurteilen, muss deshalb neben dem BMI immer auch das Alter der Kinder berücksichtigt werden.

Perzentil Jungen

BMI von Jungen. Zum Vergrössern klicken! Grafiken aus "Übergewicht bei Kindern und Jugendlichen", Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, 51109 Köln

Perzentil Mädchen

BMI von Mädchen. Zum Vergrössern klicken!
Grafiken aus "Übergewicht bei Kindern und Jugendlichen", Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, 51109 Köln

Auf folgenden Tabellen lässt sich ablesen, ob ein Kind normal-, unter- oder übergewichtig ist. Um sich in der senkrechten Spalte links orientieren zu können, müssen Sie zunächst den BMI ausrechnen. Die horizontale Zeile unten zeigt die verschiedenen Altersstufen an.

Die Kurven, die sogenannten Perzentilen, sind Prozentangaben. Konkret: Liegt der BMI-Wert eines achtjährigen Jungen auf der 15. Perzentile, heisst das, dass 15 Prozent der gleichaltrigen Jungen einen niedrigeren BMI-Wert, 85 Prozent einen höheren BMI-Wert haben. Der BMI des Jungen ist damit im Vergleich zu den gleichaltrigen Jungen eher niedrig. Normalgewichtig sind Kinder, deren BMI zwischen der 10. und der 90. Perzentile liegt.

Zu hohes Gewicht: Gespräch mit Arzt der Kinder sinnvoll

Liegt ein Kind knapp über dem Normalgewicht, sollten Eltern nicht zu sehr erschrecken. Gesundheit richtet sich nicht nach Zahlen. Ein Kind, das relativ viele Kilos auf die Waage bringt, könnte auch Muskulatur aufgebaut haben. Muskelgewebe ist schwerer als Fettgewebe.

Ein BMI-Wert, der sich nicht im Norm-Bereich befindet, sollte dennoch auf jeden Fall Anlass sein, sich einen Termin beim Kinderarzt zu holen. Der Kinderarzt weiss, ob sich das Gewicht des Kindes gesundheitsschädlich auswirken kann. Darüber hinaus kann er helfen herauszufinden, wie Ernährungsgewohnheiten alltagstauglich geändert werden können.

Gesunde Ernährung für ein gutes Gewicht von Kindern

Bei einer gesunden Ernährung stellt sich das richtige Gewicht und der optimale BMI-Wert nach und nach von ganz allein ein.

  • Wasser trinken: Genug trinken ist gesund! Geben Sie Wasser den Vorzug vor Süssgetränken oder künstlich gesüssten Light-Getränken. Zur Abwechslung eignen sich ungesüsster Früchte- oder Kräutertee oder  verdünnte Fruchtsäfte.
  • Früchte und Gemüse essen: Entdecken Sie die Vielfalt des Angebots an Früchten und Gemüse. Bringen Sie zu jeder Saison frische Abwechslung in Ihre Küche.
  • Regelmässig essen: Ein ausgewogenes Frühstück ist der beste Start in einen fitten Tag. Müesli, Vollkornbrot, Früchte, Gemüse und Milchprodukte wie Käse, Joghurt und Milch versorgen Ihre Kinder mit dem nötigen Schwung für den ganzen Morgen. Verteilen Sie die Mahlzeiten regelmässig über den Tag.
  • Essen und Trinken schlau auswählen: Versuchen Sie, Ihren Kindern eine schlaue und abwechslungsreiche Auswahl an Nahrungsmitteln zu bieten – täglich Früchte, Gemüse, Vollkornprodukte, Milchprodukte und regelmässig Fisch, Eier und Fleisch.

(Quelle: Schweizerische Gesellschaft für Ernährung)

 

Eine wichtige Ursache für ein zu hohes Gewicht kann neben einer Fehlernährung auch mangelnde Bewegung sein. «Neue Studien belegen, dass sich viele Kinder zu wenig bewegen. Sie leben ihren natürlichen Bewegungsdrang - auch aufgrund mangelnder Möglichkeiten - nicht genügend aus», teilt das Bundesamt für Sport BASPO mit. «Kinder zwischen 5 und 10 Jahren sollen sich während mindestens einer Stunde pro Tag bewegen.»

Kinder orientieren sich am Verhalten ihrer Eltern. Eltern sind demnach Vorbild – auch beim Essen und bei der Bewegung. «Was und wie Kinder mit ihren Eltern gemeinsam essen und tun, prägt sie für ihr ganzes Leben», darauf weist die Gesundheitsförderung Schweiz hin.

Weiterführende Links zum Gewicht und BMI bei Kindern

Autor: Sigrid Schulze

Was halten Sie vom BMI-Rechner für Kinder? Haben Sie den BMI Ihres Kindes schon einmal ausgerechnet? Schreiben Sie einen Kommentar!


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