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Vielen Frauen ist das Risiko einer Infektion mit Toxoplasmose in der Schwangerschaft nicht bewusst. Was sich hinter dem Schwangerschaftsrisiko Toxoplasmose verbirgt und warum sich besonders Katzenliebhaber in Acht nehmen müssen, lesen Sie hier.
Toxoplasmose wird über Katzenkot übertragen, deshalb sollten Katzenbesitzer in der Schwangerschaft besonders vorsichtig sein. Foto: © Sven Bähren - Fotolia.com
Was ist Toxoplasmose?
Toxoplasmose ist eine Infektionskrankheit, die dem ungeborenen Kind gefährlich werden kann. Der Parasit überträgt sich stets vom Tier auf den Menschen, vor allem Katzen sind oft von dem Infekt betroffen. Aber auch andere Tiere können sich anstecken und die Infektion weiter verbreiten.
Für einen erwachsenen Menschen ist die Infektion mit Toxoplasmose absolut unbedenklich. Viele Menschen infizieren damit und bemerken es gar nicht, da die Symptome nicht sonderlich ausgeprägt sind. Vereinzelt kann es zu grippeähnlichen Symptomen wie Gelenk- oder Kopfschmerzen und in seltenen Fällen auch Fieber kommen. Wer sich einmal mit dem Parasiten infiziert hat, ist anschliessend sein Leben lang immun gegen den Erreger. Wer Antikörper in seinem Körper hat, ist vor Toxoplasmose geschützt, auch in der Schwangerschaft. Viele Schwangere wissen aber nicht genau, ob sie schon mal infiziert wurden und da liegt die Problematik.
Ist Toxoplasmose in der Schwangerschaft schädlich?
«Eine Erstinfektion in der Schwangerschaft sollte unbedingt vermieden werden», warnt das Gesundheitsportal Frauenärzte im Netz vor dem Schwangerschaftsrisiko Toxoplasmose. Bei einer Erstinfizierung mit Toxoplasmose in der Schwangerschaft kann es zu schweren Schädigungen des ungeborenen Kindes kommen, denn der Parasit dringt ungehindert durch die Plazenta in den Blutkreislauf des Kindes. Je früher die Infektion in der Schwangerschaft erfolgt, desto grösser können die Schäden sein. Toxoplasmose kann in schweren Fällen sogar zu einer Tot- oder Fehlgeburt führen.
Kinder, die im Mutterleib an Toxoplasmose erkrankt sind, leiden meist später unter grossen Defiziten in der motorischen aber auch der geistigen Entwicklung. Da es bereits im Mutterleib zu einer Hirn- und Augenentzündung kommen kann, kommen viele infizierte Kinder mit schweren Seh- oder Hörschäden auf die Welt. Die Entwicklung des Hirns wird durch die Infektion ebenfalls stark beeinträchtigt. Auch die Leber und die Milz des Ungeborenen können von Toxoplasmose betroffen sein.
Wie vermeidet man eine Infektion mit Toxoplasmose in der Schwangerschaft?
Toxoplasmose wird in vielen Fällen durch Katzenkot auf den Menschen übertragen. Katzenliebhaber müssen allerdings Ihre Katze nicht gleich ins Tierheim bringen. Wenn Sie einige Dinge beachten, halten Sie das Toxoplasmose-Risiko gering. Zunächst sollten schwangere Frauen die Reinigung des Katzenklos einem anderen Familienmitglied überlassen oder mit dicken Handschuhen arbeiten, um das Risiko einer Infektion über Katzenkot möglichst zu verringern.
Achtung: Auch bei der Gartenarbeit oder beim Spielen im Sandkasten besteht die Gefahr mit Katzenkot in Berührung zu kommen. Deshalb gilt es auch da, besonders gut aufzupassen. Geistreichelt werden, dürfen die Katzen allerdings weiterhin.
Doch auch der Verzehr von rohem oder nur halbgarem Fleisch birgt ein grosses Risiko und kann leicht zu einer Infektion in der Schwangerschaft führen - denn auch Katzen infizieren sich zuerst über rohes Fleisch. Deshalb gilt es, konsequent auf rohes Fleisch (z.B. Tartar) zu verzichten. «Ebenso sollten Hände und Küchengeräte nach der Verarbeitung von rohem Fleisch oder Innereien stets gründlich gewaschen werden», rät das Bundesamt für Gesundheit (BAG).
Beim Garen oder Braten von Fleisch sollte immer genau darauf geachtet werden, das rohe Fleisch genügend zu erhitzen, um die Parasiten abzutöten. Richtig durch ist das Fleisch, wenn im Innern mindestens zwei Minuten lang eine Mindesttemperatur von 70 Grad Celsius herrscht. «Wer unsicher ist, kann ein Fleisch-Thermometer verwenden», rät das Portal Frauenärzte im Netz.
Nach einer Infektion mit Toxoplasmose: Was tun?
Bei einem Verdacht auf eine Infektion mit Toxoplasmose sollte sofort ein Arzt aufgesucht werden. Die Infektion kann heutzutage mit Medikamenten und Antibiotika problemlos behandelt werden. Je schneller die Infektion bekämpft wird, desto geringer ist die Gefahr für das ungeborene Kind. Falls Sie unsicher sind, ist es immer besser, einmal mehr nachzufragen und einen Test zu machen, anstatt das Risiko in Kauf zu nehmen.
Was sind Ihre Erfahrungen zu Toxoplasmose in der Schwangerschaft? Schreiben Sie einen Kommentar zum Artikel.
Autor: Fabienne Wernli, Quellen: wikipedia.org, lifeportal.ch, geburtskanal.de
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Kommentare
Vielen Dank Dr. Siegrist für Ihre Stellungnahme wegen dem Katzenkot. jetzt weiss, ich dass bedenkenlos weiterhin 2x täglich das Katzenklo reinigen kann und nicht meinen Mann mit dieser Arbeit belasten muss.
Es ist wirklich unglaublich, was für eine unseriöse Angsmacherei - trotz Aufklärung - immer noch mit dieser Krankheit der Toxoplasmose getrieben wird. Und dies mit Frauen die schwanger sind, und somit schon per se etwas ängstlich und unsicher. Schon in der Einleitung dieses Textes wird klar, dass er nicht von einer fachkundgen Person, und das sind nun mal was die Toxoplasmoe betrifft, die Tierärzte, geschrieben wurde. Bei der Toxoplasmose handelt es sicht NICHT um ein Bakerierium, sondern um einen Parasiten, der intrazellulär lebt! Auch ist es einfach nicht wahr, dass diese Kranheit am häufigsten von Katzen übertragen werden.Diese sind wohl Endwirte, aber: Etliche Studien beweisen, dass sich Menschen am häufigsten über zuwenig gekochtes Fleisch, und ungewaschenes Gemüse anstecken. Und irgendwann kommt als mögliche Ansteckungsquelle noch die Katze. Aber: es sind - wenn überhaupt - meist nur junge Katzen, die Oozysten auscheiden. Ich arbeite seit Jahren im Labor, und wir hatten noch nie eine Katze bei der wir Oozysten im Kot nachweisen konnten! Wichtig: die ausgeschiedenen Oozysten, müssen, um infektiös zu werden, zuerst spoulieren: dies können sie aber nur, wenn der Kot 2 - 3 Tage an der Luft liegen bleibt. Oozysten in frisch ausgeschiedenem Kot sind (noch)nicht infektiös!!! Wenn das Kistchen jeden Tag zwemal gesäubert wird, besteht praktisch keine Gefahr. Würde man (Medizinalpersonal, Frauenärzte, Humanärzte) dies Fakten auch so wahrheitsgetreu komunizieren,und würden AutorInnen im Vorfeld besser recherchieren, gäbe es viele traurige und verunsicherte Frauen weniger. Und, last but not least, auch viele einsame Katzen in den sonst schon überfüllten Tierheimen weniger, die wegen falschen Informationen dort geparkt werden. Dr. med. vet. Y. Sigrist
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