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Es erscheint zunächst ganz und gar nicht logisch: Ihr Fetus ist gerade einmal zwei Wochen alt und Ihr Frauenarzt spricht bereits von der 5. Schwangerschaftswoche. Wie kommt das? Wir erklären Ihnen, warum das so ist und wie Sie selbst die Schwangerschaftswoche berechnen können.
In welcher Schwangerschaftswoche Sie sich auch immer befinden: Geniessen Sie die Zeit mit Ihrem ungeborenen Baby. Foto: Comstock, Thinkstockphoto
Wenn Sie gerade herausgefunden haben, dass Sie schwanger sind, dann beginnt für Sie eine Zeit des Lernens. Von überall prasselt neues Wissen auf Sie ein: Wann sind welche Vorsorgeuntersuchungen? Warum ist Folsäure so wichtig? Was ist jetzt erlaubt und was verboten? Plötzlich gibt es lauter neue Begriffe, von denen Sie vorher vielleicht noch nichts gehört hatten. Pränatale Diagnostik zum Beispiel oder Toxoplasmose. Das kann schon verwirrend sein. Und dann spricht der Frauenarzt auch noch von Schwangerschaftswochen, die mit Ihren eigenen Berechnungen eventuell gar nicht übereinstimmen.
Wenn man vom logischen Menschenverstand ausgeht, dann würde man die Wochen zählen, in denen man tatsächlich schwanger ist. Ihr Frauenarzt jedoch beginnt mit der Zählung bereits vor dem eigentlichen Beginn der Schwangerschaft. Er nimmt den ersten Tag Ihrer letzten Regel als ersten Tag in der Zählung der Schwangerschaftswochen. Dieser Tag ist genauer als der ungefähre Tag der Befruchtung. Auch wenn Sie genau wissen sollten, wann Sie erfolgreichen Geschlechtsverkehr hatten, so kann es bis zur eigentlichen Befruchtung trotzdem mehrere Tage gedauert haben.
Rein rechnerisch gibt es verschiedene Methoden, die Schwangerschaftsdauer zu beschreiben. Schwanger sind Sie natürlich deshalb trotzdem immer gleich lang. In Tagen ausgedrückt sind Sie 280 Tage vom ersten Tag Ihrer letzten Regel schwanger, in Wochen sind es 40 Wochen und in Monaten schliesslich neun Kalendermonate oder 10 Mondmonate, die jeweils genau vier Wochen dauern.
Wenn Sie also selbst berechnen wollen, in welcher Woche Sie schwanger sind, so können Sie beim ersten Tag Ihrer letzten Regel beginnen und von da aus die Wochen zählen. Wenn Sie 40 Wochen abzählen, können Sie auch den Geburtstermin bestimmen. Eine weitere Möglichkeit, den Entbindungstermin zu bestimmen, besteht in der sogenannten Naegele-Rechnung, nach dem Heidelberger Gynäkologen Franz Naegele. Dabei werden vom ersten Tag der letzten Regel drei Monate abgezogen und dann sieben Tage hinzugerechnet. Wenn Ihnen das alles zu kompliziert ist, dann hat Ihr Frauenarzt oder Ihre Hebamme auch einfach eine Schablone, die Ihnen auf einfache Art und Weise die Schwangerschaftswoche und den voraussichtlichen Geburtstermin verrät.
Wenn Sie also zu einer Vorsorgeuntersuchung gehen, dann wird Ihnen Ihr Arzt beispielsweise sagen «Sie sind in der 8.Woche schwanger» und schreibt dann auf «7+5 schwanger». Das ist nicht etwa ein Schreibfehler Ihres Frauenarztes sondern heisst ganz einfach, dass Sie in der achten Woche schwanger sind. Wie auch beim Alter, bei dem Sie sich ja bereits im 35-sten Lebensjahr befinden, wenn Sie 34 Jahre alt sind, befinden Sie sich in der achten Schwangerschaftswoche, wenn Sie sieben Wochen schwanger sind. Die zweite Zahl bestimmt dann noch den genauen Tag. In dem erwähnten Beispiel wären Sie also sieben Wochen und fünf Tage schwanger.
Ihr Frauenarzt nimmt diese Berechnung der Schwangerschaftswoche und des Geburtstermins zu Beginn der Schwangerschaft nur als vorläufigen Wert. Beim ersten Ultraschall wird er anhand der Grösse und Entwicklung des Fötus die Schwangerschaftswoche und den wahrscheinlichen Geburtstermin eventuell noch einmal korrigieren. Dies gilt ganz besonders, wenn die Schwangerschaftswoche vorher nicht eindeutig feststellbar war, weil Sie vielleicht den ersten Tag Ihrer letzten Regel nicht wussten oder Sie trotz Schwangerschaft weiter Ihre Menstruation hatten.
All zu viel sollten Sie ohnehin nicht auf den errechneten Geburtstermin geben: Nur rund vier Prozent aller Kinder werden am eigentlichen Entbindungstermin geboren. Die überwiegende Mehrzahl der Babys kommen innerhalb von zehn Tagen vor oder nach diesem Termin auf die Welt.
Die rein rechnerische Schwangerschaftswoche, bei der Sie 40 Wochen schwanger sind und bei der die Schwangerschaft am ersten Tag Ihrer letzten Regel beginnt, eignet sich jedoch sehr gut für Sie selbst, um nachzulesen und nachzuvollziehen, was in jeder Schwangerschaftswoche passiert. Ihr Arzt benutzt diese Art der Schwangerschaftsbestimmung dazu, den richtigen Zeitpunkt für verschiedene Vorsorgeuntersuchungen festzulegen.
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Autor: Julia Wohlgemuth
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