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Warum niedriger Blutdruck in der Schwangerschaft nicht harmlos ist

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Meist heisst es, niedriger Blutdruck ist nicht so gefährlich wie hoher Blutdruck. Ein niedriger Blutdruck in der Schwangerschaft ist jedoch nicht ganz so harmlos. Die Kreislaufprobleme können zu einer Unterversorgung des Babys führen. Mit ein paar Massnahmen können Sie vorbeugen.

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Niedriger Blutdruck in der Schwangerschaft lässt sich durch regelmässiges Messen feststellen.

Regelmässige Kontrolle des Blutdrucks ist in der Schwangerschaft sehr wichtig. Foto: iStockphoto, Thinkstock

Die meisten Menschen wissen, dass ein zu hoher Blutdruck beispielsweise für Herzinfarkt verantwortlich gemacht wird. Ein zu niedriger Blutdruck dagegen kann zwar die Lebensqualität beeinträchtigen, gilt jedoch im Grossen und Ganzen als ungefährlich. In der Schwangerschaft ändert sich das. Denn Hypotonie, wie zu niedriger Blutdruck in der medizinischen Fachsprache genannt wird, kann die Gesundheit Ihres ungeborenen Kindes gefährden. Als zu niedrig gilt dabei ein Blutdruck unter 95/65 mmHG. Dies ist einer der Gründe, warum Ihr Frauenarzt bei jeder Vorsorgeuntersuchung Ihren Blutdruck untersucht.

Darum ist zu niedriger Blutdruck gefährlich

Bei längerfristiger Hypotonie kann es zu einer ungenügenden Durchblutung der Gebärmutter kommen. Ausserdem kann zu niedriger Blutdruck zu Sauerstoffmangel und Entwicklungsstörungen beim Kind führen. Da Ihnen bei niedrigem Blutdruck zudem oft schwindelig werden kann, ist die Gefahr zu stürzen grösser. Das kann Ihr Baby verletzen. Wenn Sie hingefallen sind, sollten Sie deshalb zu Ihrem Arzt gehen.

Besonders junge und schlanke Frauen scheinen oft von Hypotonie betroffen zu sein. Selbst wenn Sie vor der Schwangerschaft keine Probleme mit Ihrem Kreislauf hatten, können die schwangerschaftsbedingten Hormonveränderungen dazu führen, dass Ihr Blutdruck zu niedrig wird. Auch ein niedriger Blutzuckerspiegel oder eine unzureichende Durchblutung des Gehirns können den Blutdruck absacken lassen.

Symptome von Hypotonie

Ein zu niedriger Blutdruck äussert sich in häufigem Schwindelgefühl oder in einem Flimmern vor den Augen. Wenn Ihnen häufig schwindelig wird, besonders wenn Sie lange stehen, schnell aufstehen oder wenn es sehr warm ist, dann könnte eventuell Hypotonie dahinterstecken. Schwindel kann übrigens auch ein Zeichen für zu hohen Blutdruck sein. Zwei gute Gründe also, Ihren Frauenarzt aufzusuchen, falls Sie besonders in der zweiten Hälfte Ihrer Schwangerschaft davon betroffen sind. Dies gilt auch, wenn Sie öfter unter Kopfschmerzen leiden oder starken Durst verspüren. Beide Symptome können ebenfalls Hinweise auf zu niedrigen Blutdruck sein.

Weitere Anzeichen von zu niedrigem Blutdruck können ausserdem Müdigkeit und Antriebslosigkeit sein. Manche Frauen verspüren auch ein Herzrasen oder fühlen sich besonders gereizt. Eine Folge von zu niedrigem Blutdruck können auch Durchblutungsstörungen sein, die sich besonders in kalten Händen und Füssen äussern.

Das hilft gegen niedrigen Blutdruck

Medikamente, die im nicht schwangeren Zustand zur Kreislaufstabilisierung gegeben werden, sind in der Schwangerschaft nicht sicher.  Sie können  die Blut- und Nährstoffversorgung des Babys beeinträchtigen, was wiederum zu Entwicklungsstörungen führen kann. Besprechen Sie dies mit Ihrem Arzt. Es gibt jedoch einige natürliche Tipps, wie Sie den Kreislauf stabil halten und dafür sorgen können, dass der Blutdruck nicht zu sehr abnimmt.

Nehmen Sie sich Zeit, wenn Sie morgens aufstehen, so dass es nicht gleich zu Schwindel kommt. Wechselwarme Duschen können dabei helfen, Ihren Kreislauf in Schwung zu bringen. Den Tag mit einem ausgiebigen Frühstück zu beginnen, kann sich ebenfalls günstig auf den Blutdruck auswirken. Bei der Nahrung sollten Sie darauf achten, dass Sie genügend Salz zu sich nehmen. Das Salz hilft dabei, den Blutdruck stabil zu halten. Achten Sie auch darauf, im Laufe des Tages mehrere kleine Mahlzeiten oder Snacks zu essen und genug zu trinken. So wird der Blutzuckerspiegel nicht zu niedrig, was wiederum einen Einfluss auf den Blutdruck hat.

Vermeiden Sie es, lange an einem Ort zu stehen. Laufen Sie lieber etwas hin und her oder setzen Sie sich. Auch das Tragen von Kompressionsstrümpfen kann dafür sorgen, dass der Blutfluss zum Herzen unterstützt wird.

Vorbeugend wirkt sich regelmässiger Sport positiv auf Ihren Blutdruck aus. Es gibt einige Sportarten, die auch in der Schwangerschaft sicher sind und dafür sorgen, dass Sie fit und in Bewegung bleiben. Dazu gehören zum Beispiel Fahrrad fahren oder Schwimmen, aber auch straffes Laufen.

Als Sofortmassnahme bei einem Schwindelanfall hilft es, sich hinzulegen und die Beine hochzulegen. So kommt das Blut aus den Beinen wieder in den Oberkörper. In der späteren Schwangerschaft, wenn der Bauch schon recht dick ist, sollten Sie allerdings bedenken, dass Sie sich besser nicht auf den Rücken legen. Dann kann nämlich die Gebärmutter auf die grosse Hohlvene, die sogenannte Vena cava, drücken und den Blutrückfluss zum Herzen unterbrechen, was den Schwindelanfall noch verstärken kann. Legen Sie sich deshalb besser auf die Seite.

Massnahmen gegen zu niedrigen Blutdruck noch einmal auf einen Blick:

  • Nach dem Liegen langsam aufstehen, eventuell schon etwas erhöht schlafen.
  • Wechselduschen, die mit kaltem Wasser enden.
  • Mit dem Frühstück beginnend auf eine ausgewogene Ernährung mit ausreichend Salz achten.
  • Viel Trinken und über den Tag verteilt viele kleine Snacks essen.
  • Gehen statt stehen.
  • Regelmässig Sport treiben und für ausreichend Bewegung sorgen.
  • Kompressionsstrümpfe tragen.

Autor: Julia Wohlgemuth

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