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Die Herzen von Schwangeren und ihren ungeborenen Kindern schlagen zeitweise synchron. Dieses Verhalten wird massgeblich durch den Atem-Rhythmus der Mutter bestimmt. Welche Auswirkungen das auf die Entwicklung des Babys haben kann, erfahren Sie hier.
Der mütterliche Atemrhythmus beeinflusst Herz-Kreislauf- und Nervensystem des Babys.
Der Herzschlag des Babys passt sich an den Atem der Mutter an. Das haben Wissenschaftler des Grönemeyer-Instituts für Mikrotherapie und des Lehrstuhls für Radiologie und Mikrotherapie der Universität Witten/Herdecke rund um Peter van Leeuwen und Dietrich Grönemeyer in einer neuen Studie herausgefunden.
Schwangere berichten häufig, dass sie eine besondere Beziehung zu ihren ungeborenen Kindern verspüren. Der Grund für diese Verbindung könnte zum Teil die Synchronisation des Herzschlags sein. Der Gleichklang wird massgeblich vom Atemrhythmus der Mutter beeinflusst, berichtet das Forscherteam. «Die Ergebnisse der Studie deuten darauf hin, dass der Fötus in der Lage ist, den Herzschlag seiner Mutter wahrzunehmen und seinen Herzschlag daran anzupassen. Zum ersten Mal ist es gelungen, in einem so frühen Stadium das enge körperliche, möglicherweise sogar emotionale Zusammenspiel zwischen Mutter und Kind bereits im Mutterleib zu dokumentieren», sagt Prof. Dietrich Grönemeyer.
Schnellere Atmung beeinflusst das Baby mehr
Die Probandinnen folgten für jeweils fünf Minuten einem vorgegebenen Atemrhythmus von 10, 12, 15 und 20 Atemzügen pro Minute. Wie die Forscher nun berichten, treten die Synchronisationsepochen des Herzschlags von Mutter und Ungeborenem deutlich häufiger auf, wenn die Mutter einem schnellen Atemrhythmus folgt. Das Baby passt seinen Herzschlag dann dem der Mutter an.
Bei langsamer Atmung hingegen scheint das Zusammenspiel anders zu verlaufen. Dann besteht das synchrone Verhalten nicht mehr in einem gleichen Herzrhythmus (eins zu eins), sondern einem festen Verhältnis der Herzfrequenz des Kindes zur Herzfrequenz der Mutter von beispielsweise drei zu zwei oder vier zu drei. Dass sich die Herz-Kreislaufsysteme von Mutter und Kind beeinflussen und wie das geschieht, ist damit wissenschaftlich belegt.
Für die aktuelle Studie wurden sechs in der 34. bis 40. Woche Schwangere mit einem Magnetokardiographen untersucht. Die Wissenschaftler konnten einen Algorithmus entwickeln, der das synchrone Verhalten in Messdaten identifizieren kann. Dieser mathematische Ansatz macht es möglich, das Zusammenspiel der Herzen als Wechselwirkung zu deuten. «Das Verfahren kann Aufschluss über die vorgeburtliche Entwicklung des Herz-Kreislauf- und möglicherweise auch des Nervensystems des Ungeborenen geben. Möglicherweise sind wir sogar in der Lage, Erkrankungen des Ungeborenen so frühzeitig festzustellen», sagt Peter van Leeuwen.
Text: Kathrin Fischer
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