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Studien weisen darauf hin, dass Stillen positiv für Mutter und Kind ist. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt, sechs Monate ausschliesslich zu stillen. Dennoch hält sich höchstens die Hälfte der Schweizer Mütter an diesen Rat. Ein schlechtes Gewissen müssen die Frauen deshalb trotzdem nicht haben.
Auch Mütter, die nicht stillen und ihrem Baby den Schoppen geben, vernitteln ihrem Kind Wärme und Nähe.
«Muttermilch ist das Beste, was Sie Ihrem Baby geben können», heisst es bei der Schweizerischen Stiftung zur Förderung des Stillens. Denn Stillen stärke die wichtige Mutter-Kind-Bindung und bedeute für das Kind Zuwendung, Nähe und Wärme. Zudem fördere es durch eine immer optimale Zusammensetzung und Menge der Muttermilch das gute Wachstum und Gedeihen des Babys. Auch die Entwicklung der Immunabwehr werde positiv beeinflusst.
Nicht nur die Schweizerische Stiftung zur Förderung des Stillens setzt sich vehement für das Stillen ein, auch die Weltgesundheitsorganisation, die Stillorganisation La Leche League, Hebammen und Stillberaterinnen machen Werbung für die positiven Effekte der Muttermilch. Manche Mütter, die wegen Schmerzen nicht stillen können oder wollen, haben deshalb ein schlechtes Gewissen, weil sie ihrem Baby die von vielen Seiten gepriesene wertvolle Muttermilch nicht geben können. So schrieb denn auch der «Beobachter» im Jahr 2003: «Heutzutage herrscht Stillzwang.»
Fast 90 Prozent der Schweizer Mütter haben ihr Kind zumindest am Anfang einige Wochen gestillt, so das Ergebnis der Schweizerischen Gesundheitsbefragung für das Jahr 2007. Doch die empfohlenen sechs Monate ausschliesslich zu stillen, das schafft höchstens die Hälfte der Frauen, so die Vermutung. Denn zwei von drei Frauen haben im Wochenbett Schwierigkeiten beim Stillen, wie eine Untersuchung des Instituts für Sozial- und Präventivmedizin in Basel zeigte. Jede zweite Frau klagte über zu wenig Milch, Erschöpfungszustände, wunde Brustwarzen und Brustentzündungen. Ganz wenige Frauen konnten wegen einer Erkrankung des Babys oder eigener Krankheit gar nicht stillen.
Obwohl sie ihre Kinder nicht stillen, brauchen diese Frauen trotzdem kein schlechtes Gewissen zu haben. Stillen sei keine Garantie für eine gute Mutter-Kind-Beziehung, sagte Stillberaterin Verena Marchand dem «Beobachter». Es gebe genug andere Gelegenheiten, das Kind liebevoll in den Armen zu wiegen, und Millionen von Babys seien mit Schoppenmilch aufgewachsen und gediehen. «Wenn eine informierte Mutter abstillen will, weil sie Stillen zu sehr schmerzt, die psychische Belastung zu gross ist, sie den Druck ihres Partners nicht mehr aushält oder sie Stillen und Arbeiten nicht vereinbaren kann, ist jeder Zeitpunkt zum Abstillen richtig», so Marchand weiter.
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