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Wenn Bruno Hächler auf der Bühne steht, schlagen Kinderherzen höher. Der erfolgreiche Kinderlieder-Sänger hat jetzt seine neue CD «Stadtfüchs» veröffentlicht. Im Interview spricht er über seine verrückten Ideen zu den Liedern.
Bruno Hächler singt Kinderlieder und hat mit «Stadtfüchs» eine neue CD veröffentlicht. Fotos (3): brunohaechler.ch.
Sie sind begeisterter Kinderlieder-Sänger, was bedeutet Ihrer Meinung nach Musik für Kinder?
Bruno Hächler: Ich weiss vor allem, wie viel mir Musik als Kind bedeutet hat. Sie hat mich glücklich gemacht und mich getröstet, sie hat meine Wünsche und meine Phantasie angeregt, mir Mut gemacht. Ich hoffe, dass meine Musik das gleiche bei den Kindern auslöst.
In Ihrer neuen CD «Stadtfüchs» geht es oft um Tiere: Kugelfische, Hamster, Reiher und eben der Stadtfuchs. Welche Bedeutung haben Tiere in Ihren Texten?
Ich habe einfach gern Tiere und ich glaube, das geht den meisten Kindern auch so. Zu Tieren fällt mir immer etwas ein.
Warum sind Tiere besonders gut geeignet, Geschichten für Kinder zu erzählen?
Sie sind faszinierend, weil sie uns ähnlich und doch so anders sind. Man kann sie vermenschlichen, wie ich das beim kochenden Hamster oder dem Elefanten, der ans Meer will, gemacht habe. Darin sehen die Kinder sich selber.
Andererseits wecke ich gerne die Neugier, lasse den Fuchs durch die Stadt schleichen: scheu, geheimnisvoll, schön. Oder folge in Gedanken dem Reiher, der jeden Tag an meinem Fenster vorbeifliegt. Ich hoffe, dass die Kinder die Geschichten, die in meinen Liedern stecken, weiterdenken.
Woher kommen Ihnen eigentlich die Ideen für Ihre Geschichten, zum Beispiel den nächtlichen Hamster am Herd?
Viele Ideen kommen mir unterwegs. Beim Spazieren. Im Zug. Ich laufe mit offenen Augen, aber auch mit offenen Ohren durch die Gegend. Dabei stosse ich auf Tiere oder Lieder, die mich inspirieren. Beim Lied «Hamschter» war dies der Rocksong «Cookin' With D'Redbone» der Gruppe Redbone, der mich schon als Jugendlicher begeistert hat. Ich wollte ein Lied mit einem ähnlich «kochenden, brodelnden» Rhythmus schreiben. Nun musste ich noch jemanden finden, der in der Küche so richtig «chlapperet und swingt». Und da kam eigentlich nur Hamster Max in Frage. Auf meiner dritten Kinder-CD «Langi Ohre» erzähl ich bereits von ihm, wie er im Wecker wohnt, dort fleissig am Rad dreht und so die Uhrzeiger zum Laufen bringt.
Im Konzert erlebt man Sie häufig inmitten der Kinder, die begeistert mitmachen. Wie erleben Sie das?
Die Spontaneität der Kinder begeistert mich und meine Musiker immer wieder. Im Nu hat man eine tolle Stimmung. Die Schwierigkeit ist eher, wie man sie bei der Stange hält.
Und was ist das für ein Gefühl, eine Halle voll von Kindern zu begeistern?
Ein grosses Glücksgefühl. Ich glaube, das ist nicht mal so anders als bei einem Pop-Konzert. Wenn man eins wird mit dem Publikum - und es sind ja auch viele Erwachsene dabei - dann ist das unglaublich schön. Nach einem guten Konzert bin ich jeweils noch stundenlang erfüllt von diesem Glücksgefühl.
Doch die Konkurrenz ist gross. Bereits zehnjährige Kinder hören sich heute lieber Popmusik an und schauen im Fernsehen Musikvideos an, wo es vielmals um Gewalt und Sex geht. Die Öffentlichkeit zeigt sich ab dieser Entwicklung besorgt. Wie ist Ihre Meinung dazu?
Dass sich die Kinder Pop-Musik anhören, stört mich überhaupt nicht. Das haben wir auch gemacht, denn Kinderlieder, wie sie heute in der Schweiz gemacht werden, gab es zu meiner Kinderzeit noch nicht. Aber die Gewaltverherrlichung und der Sexismus, der sich in gewissen Musikrichtungen breitgemacht hat, das finde ich schlimm: nicht nur für Kinder, sondern genauso für Jugendliche und Erwachsene.
Sie sind schon lange im Geschäft, die CD «Stadtfüchs» ist bereits Ihre sechste Kinder-CD. Ist es heute schwieriger als vor einigen Jahren, Kinder für Ihre Musik zu begeistern?
Nein. Aber das Publikum ist im Laufe der letzten zehn Jahre jünger geworden, die grösseren Kinder fehlen oft, was ein bisschen schade ist. Dafür haben sich unsere Konzerte in richtige Familienanlässe verwandelt. Und das bedeutet: Der ganze Saal tanzt.
Sie schreiben ja nicht nur Kinderlieder, sondern auch Kinderbücher. Wie passt dies zusammen?
Ich habe mit Kinderbüchern angefangen. Mein erstes Kinderlied entstand zum ersten Bilderbuch. Für mich ist das eine tolle Abwechslung und Ergänzung. Es gibt Zeiten, da stehe ich fast jeden Tag vor Publikum, singe, spiele, lese. Aber ich mag es zwischendurch auch ruhig am Computer vor mich hinzuschreiben.
Und welches Genre ist einfacher?
Vom künstlerischen Standpunkt her empfinde ich beide gleich.
Da liegt es doch nahe, Geschichten und Musik in einem grossen Stück zu vereinen. Haben Sie darüber schon einmal nachgedacht?
Ehrlich gesagt: nein. Ich kombiniere an meinen Auftritten manchmal Lieder und Geschichten, aber grössere, zusammenhängende Stücke wie zum Beispiel ein Musical reizen mich nicht. Das merkt man auch bei meinen Konzerten: Es geht mir in erster Linie immer um die Lieder.
Was sind Ihre Pläne für die Zukunft?
Im Moment bin ich intensiv mit der neuen CD auf Tournee. Viele Konzerte stehen an. Dass es die «Stadtfüchs» in die offizielle Schweizer Hitparade geschafft haben, gibt mir zusätzlich Auftrieb. Und so lange es mir Freude macht, schreibe ich weiter Geschichten und Lieder für Kinder und Familien.
Mehr Informationen über den Kinderlieder-Sänger Bruno Hächler und seine aktuellen Tourdaten finden Sie unter www.brunohaechler.ch
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