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Schnitzeljagd, Lagerfeuer, Baumhütte bauen: Fällt der Begriff «Pfadfinder», stellen sich die gedanklichen Bilder wie von selbst ein. Bei der Pfadi erleben Kinder und Jugendliche manches Abenteuer in der Natur.
Das eigene Zelt aufzubauen gehört bei der Pfadi dazu. Foto: Pfadibewegung Schweiz
Wer jemals am Bach die beste Staumauer aller Zeiten gebaut hat, als Detektiv eine geheime Botschaft entschlüsselt oder am Lagerfeuer Honigäpfel und Speckwürste gebraten hat, der weiss: An solche Erlebnisse erinnert man sich ein ganzes Leben.
Abenteuer in der Natur – die finden Kinder bei den Pfadfindern reichlich. Bei den Treffen, die während der Schulzeit meist an den Samstagen stattfinden, werden Gespenster gejagt, Rindenschiffe gebaut und Schätze gesucht. Ältere Kinder lernen lebenspraktische Fähigkeiten: zum Beispiel mit Karte und Kompass umzugehen und starke Knoten zu binden.
Als Höhepunkte gelten die Pfadi-Lager
Als Höhepunkte aller Freizeitaktivitäten gelten die Lager, die in den Ferien angeboten werden. Jedes Jahr sind die Pfadfinder mehrere Wochen unterwegs: Ihre Zelte schlagen sie im In- und Ausland auf. Meist stehen die Lager unter einem bestimmten Motto. Das kann mal «Wilder Westen», «Raumschiff» oder «Gallien» heissen. «In vielen Gemeinden bieten Pfadigruppen ausserdem im Rahmen von Ferienpass-Angeboten Schnupperaktivitäten an», berichtet David Kieffer, der bei der Pfadibewegung Schweiz für den Bereich «Ausbildung und Programm» zuständig ist.
Wie alles bei der Pfadi begann
Die Geschichte der Pfadfinder begann vor mehr als 100 Jahren. Im Jahr 1907 führte der General Robert Baden-Powell in England erstmals ein Pfadfinder-Lager durch, damals mit nur 22 Jugendlichen. Seine Idee: Erziehung durch Erleben. Schon in den nächsten Jahrzehnten breitete sich die Pfadfinderbewegung auf der ganzen Welt aus.
Heute zählt die Pfadibewegung allein in der Schweiz seit fünf Jahren konstant etwa 42.000 Mitglieder. 1990 hatte sie allerdings noch 18.000 Mitglieder mehr. «Mitte der 2000er Jahre hat die Pfadibewegung Schweiz deshalb eine grössere Studie über die Mitgliederentwicklung durchgeführt », berichtet David Kieffer. Danach wurde die Pfadi u.a. für Jugendliche attraktiver gemacht. Klettern und Abseilen, bei einer Schneeschuhwanderung im Iglu übernachten, Treffen mit Pfadfindern aus der ganzen Welt – das sind Beispiele für Aktivitäten, die viele Jugendliche begeistern.
Abenteuer bei der Pfadi: Spannende Aufgaben erwarten die Kinder. Foto: Pfadibewegung Schweiz
Die Leitbilder der Pfadi
Die Pfadibewegung will nicht nur Freizeit von Kindern und Jugendlichen füllen, sie will mehr: Sie will Kinder auch erziehen. «Ganzheitliche Förderung der Entwicklung», so lautet die pädagogische Zielsetzung der Pfadfinder.
Kinder sollen u.a. lernen, selbstbewusst und kritisch zu sein, eine eigene Meinung zu haben und zu vertreten. Gleichgültig, ob es um den eigenen Körper oder um eigene Gefühle geht: Kinder sollen sich annehmen und ausdrücken können. Wichtig ist den Pfadfindern, anderen Menschen gegenüber offen zu begegnen und sie zu respektieren. Darüber hinaus will die Pfadibewegung Kreativität und Umweltbewusstsein fördern. Auch spirituelle und religiöse Fragen finden Raum bei den Pfadis.
Die Methoden der Pfadi
Der Dachverband hat die Methoden, mit denen pädogische Ziele erreicht werden sollen, klar definiert. Erziehung findet durch die Förderung des persönlichen Fortschritts, das Leben in der Gruppe, durch Mitbestimmen und Verantwortung tragen, durch das Erleben von Natur und durch Spielen statt.
Darüber hinaus werden Rituale und Traditionen gepflegt. Dazu gehören zum Beispiel der Pfadigruss, ein spezielles Handzeichen, und das Pfadihemd, das die Kinder der einzelnen Gruppen einheitlich tragen. Auch die Pfadi-Taufe, bei der heranwachsende Jugendliche einen Pfadfinder-Namen erhalten, ist Bestandteil der Rituale.
Eine grosse Bedeutung hat darüber hinaus das sogenannte Gesetz, ein Leitfaden, an dem sich alle Pfadis orientieren sollen. Die Pfadis versprechen sich freiwillig, sich zu bemühen, das Gesetz im Alltag umzusetzen.
Das Gesetz der Pfadibewegung Schweiz besteht aus folgenden acht Punkten: Es heisst:
- offen und ehrlich sein
- Freude suchen und weitergeben
- unsere Hilfe anbieten
- uns entscheiden und Verantwortung tragen
- andere verstehen und achten
- miteinander teilen
- Sorge tragen zur Natur und allem Leben
- Schwierigkeiten mit Zuversicht begegnen.»
Die Kosten der Pfadi
Die Beiträge, die Eltern für die Mitgliedschaft ihres Kindes bei den Pfadfindern zahlen, unterscheiden sich von Gruppe zu Gruppe. «Durchschnittlich ist mit 50 bis 80 Franken Jahresbeitrag zu rechnen», schätzt David Kieffer. «Die Teilnahme an einem Lager kostet abhängig von seiner Dauer und vom Durchführungsort durchschnittlich zwischen 100 und 200 Franken.»
- 1. Teil Die Pfadi verspricht Abenteuer
- 2. Teil Wie zeitgemäss die Pfadi noch ist
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