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Zumba für Kinder verbessert nicht nur die Fitness und Ausdauer, sondern macht auch richtig Spass! Warum die Kinder bei diesem Tanz- und Fitnessprogramm mit vollem Eifer dabei sind, konnten wir in einem Zürcher Tanzstudio beobachten.
Vor dem grossen Spiegel im Dietlikoner Tanzstudio «Danzare» stehen 15 Mädchen und Jungen, die gekonnt die Tanzschritte ihrer Choreographin Romina Celli nachahmen. Noch vor wenigen Minuten sind sie wild durch den Raum gerannt und mussten daran erinnert werden, dass nur beim Abschlusstanz mitmacht, wer konzentriert und fleissig bei der Sache ist. Da sind laute Stimmen schnell verstummt. Mittanzen will nämlich jeder! Dass Zumba nicht nur Anstrengung bedeutet, sondern auch richtig viel Spass macht, steht den Kindern ins Gesicht geschrieben. Sie sind stolz, ihre Tanzkenntnisse präsentieren zu dürfen und beobachten sich dabei gerne im Spiegel.
Für Kinder unterrichtet Romina Celli am Freitagnachmittag «Zumbatomic», einer der sechs Kurse aus dem offiziellen Zumbaprogramm. «Kinder bewegen sich im Alltag zwar oft, meist aber zu wenig gezielt. Bei uns können sie spielerisch ihre Ausdauer, Koordination und Muskelspannung verbessern und trainieren ihre Teamfähigkeit», erklärt die Tänzerin und Choreographin.
Beim Zumba entwickeln die Kinder ein gutes Körpergefühl und mehr Selbstvertrauen.
Willkommen sind Mädchen und Jungen zwischen fünf und neun Jahren, die Freude an Musik und Bewegung haben. Mit immer wieder neuen Liedern und Tanzschritten begeistert Romina Celli die Kinder für Zumba. «Mit den Variationen will ich vor allem Langeweile vermeiden. Kinder brauchen viel Neues!» So tanzen die kleinen Tänzer zu Halloween mal einen «Vampirtanz», im Winter einen «Pinguintanz».
Heute steht Merengue auf dem Programm. Der Grundschritt macht den Kindern noch keine Mühe: Im Takt der Musik schreiten sie von einem Fuss auf den anderen. Bald weiten sich die Schritte jedoch auch seitwärts aus, wobei noch nicht ganz jeder im Takt ist. Die Mädchen und Jungen in der hintersten Reihe müssen Romina Celli zuerst ein paar Takte lang zusehen, bevor sie sich die richtige Schrittabfolge zutrauen. Die meisten Kinder haben jedoch keine Scheu vor falschen Schritten und sind von Anfang an mit dabei.
Als es schliesslich bei allen klappt, wird die kurze Choreographie mehrmals mit Musik durchgetanzt bis die Schritte sitzen. Bei einer zweiten Probephase ohne Musik kommen nun auch Bewegungen der Arme hinzu. Wie war das noch gleich? Ein Mädchen ganz vorne stösst die Arme zuerst in die falsche Richtung, bemerkt ihren Fehler aber schnell, als sie die beiden Kinder zu ihren Seiten trifft. Zuerst hoch, dann auf die Seite. «So ist’s richtig!» Immer wieder ermuntert Romina Celli die kleinen Tänzer und schon nach wenigen Minuten sitzt die ganze Merengue-Choreographie. «Meist mische ich bereits Bekanntes mit neuen Schritten. In der Regel lernen Kinder die neuen Abläufe sehr schnell», erklärt sie.
Zumba ist ein Tanz-Fitness-Programm, das in den 90er Jahren kreiert worden und heute weltweit berühmt ist. Es entstand als der Tänzer und Choreograf Alberto «Beto» Perez in einem seiner Aerobic-Kurse die Kassette vergass. Spontan holte er traditionelle Salsa- und Merenguekassetten aus seinem Auto und improvisierte für den Unterricht. Nach grossem Erfolg in Kolumbien brachte er das aus Tanz- und Aerobicschritten bestehende Fitnessprogramm in die Vereinigten Staaten. Die lebhafte Choreographie, in welcher zu Cumbia, Reggaeton, Merengue, Hiphop, Mambo und vielen weiteren Rhythmen getanzt wird, ist heute weltwelt berühmt. Ziel des Programms ist es, mit unterschiedlichen Rhythmen und Ausdauertraining die Fitness der Teilnehmer zu erhöhen und das Körpergewicht gleichzeitig zu reduzieren. Derzeit umfasst das Zumba-Programm sechs verschiedene Kurse, darunter auch «Zumbatomic», ein Spezialprogramm für Kinder zwischen vier und zwölf Jahren.
In den letzten Jahren hat sich Zumba in Europa rasant verbreitet und gehört mittlerweile zum festen Angebot vieler Tanz- und Fitnesscenter. Handelt es sich dabei nur um eine Modeerscheinung? Nein, meint Romina Celli: «Zumba ist sehr vielseitig. Wichtig ist, dass das Fitnessprogramm Mädchen und Jungen anspricht und somit den Graben zwischen klassischen Geschlechtersportarten wie Ballet und Fussball überwindet.» Und tatsächlich; die tanzenden Jungen scheinen kein bisschen weniger Spass zu haben als die Mädchen. Die Nachfrage ist inzwischen so gross, dass Celli einen zweiten Kinderkurs anbieten möchte. «Wir erhalten in letzter Zeit immer mehr Anfragen. Da mehr als 15 Kinder pro Kurs aber nicht sinnvoll sind, würden wir das Kursangebot gerne erweitern.» Ein Einstieg ist Kindern jederzeit möglich. Für einen vierwöchigen Kurs à 45 Minuten pro Woche bezahlen Eltern 70 Franken.
Das grosse Highlight der Tanzstunde kommt am Ende. Nach einer letzten Hauptprobe öffnen sich die Türen und gespannte Eltern erscheinen im 300 Quadratmeter grossen Tanzstudio. Volle Konzentration zeigt sich in den Gesichtern der Kinder als die Musik ertönt. Jetzt können sie zeigen, was sie gelernt haben. Fehler passieren keine, jeder kennt die Choreographie. Nicht nur den Kindern, sondern auch den Eltern sieht man den Stolz förmlich an – Zumba ist eine gute Sache, dabei sind sich alle einig. Als die Stunde vorbei ist, freut sich schon manch ein Kind auf die nächste Woche: «Ich gehe gerne ins Zumba, weil mir das Tanzen und die Musik so gut gefallen», verrät die achtjährige Yasmin. Später möchte sie Tänzerin werden, genau wie ihre Choreographin Romina.
Text und Bilder: Jasmine Helbling im März 2012
Was halten Sie von Zumba für Kinder? Haben Ihre Kinder oder Sie selbst bereits Erfahrungen mit Zumba gemacht? Schreiben Sie einen Kommentar!

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