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Nicht nur Erwachsene sind von Depressionen betroffen, auch Kinder haben darunter zu leiden. Fachleute gehen davon aus, dass mehr als fünf Prozent aller Kinder von einer schweren Depression betroffen sind und etwa zehn Prozent deutliche depressive Symptome aufweisen.
Depressive Kinder wirken oft traurig und ziehen sich zurück.
Jeder hat schon mal den Satz gehört: «Warum bist du denn heute so depressiv drauf?» Depressionen sind kein momentaner Gemütszustand, sondern eine erstzunehmende Krankheit.
Die Symptome werden in psychische Verhaltensmerkmale und körperliche Auffälligkeiten eingeteilt. Diese sind vielfältig und je nach Alter verschieden. Säuglinge und Kleinkinder wirken traurig, drücken sich durch übermässiges Schreien und Weinen aus und wirken passiv. Diese Merkmale sind oft gepaart mit gestörtem Essverhalten und Schlafproblemen. Depressive Kinder im Kindergartenalter haben manchmal Probleme mit Einnässen und Einkoten, motorischen Entwicklungsrückständen oder Albträumen. Sie wirken traurig, reagieren gereizt oder aggressiv oder ziehen sich allgemein zurück.
Jedes Kind in dieser Altersspanne wird einmal traurig sein, in die Hose machen oder vor Wut ein Buch auf den Boden werfen. Dieses Verhalten ist absolut normal. Bei depressiven Kindern treten typische Symptome besonders oft oder sehr ausgeprägt auf. Wenn Kinder in die Schule kommen, treten die Anzeichen noch deutlicher hervor als im Kindergartenalter. Zusätzlich zum traurigen, niedergeschlagenen Verhalten kommen vermehrt körperliche Symptome dazu: Kopf- und Bauchschmerzen, Einnässen und Einkoten und Schlafprobleme.
Depressionen und Burnout im Teenageralter
Probleme, Liebeskummer, Traurigkeit und Melancholie gehören zum Teenageralter wie der erste Rausch. Jugendliche verkriechen sich gerne im Zimmer, hören schwermütige Musik und reden manchmal tagelang kein Wort mit den nervenden Eltern. Das alles ist im Rahmen. Eine genaue Erklärung, wann ein Jugendlicher nicht mehr normal «pubertätstraurig» sondern «depressivtraurig» ist, gibt es nicht. Es ist wichtig, dass immer noch eine Kommunikation mit dem eigenen Kind möglich ist. Auch wenn Eltern fünfmal einen Korb bekommen und der Sprössling nicht mit ihnen über seine Probleme reden will, so erfährt er doch – Mama und Papa sind interessiert an mir und möchten für mich da sein. Diese Erkenntnis bestärkt den Heranwachsenden schon ungemein. Viele Kinder und Jugendliche bauen depressives Verhalten auf, weil sie sich verlassen und einsam fühlen – oder tatsächlich sind. Sobald Eltern aber ernsthaft besorgt sind und sich nicht mehr zu helfen wissen, sollten sie sich Rat und notfalls Hilfe holen. Eventuell kann ein Burnout-Syndrom vorliegen, wenn Jugendliche sich völlig leer und verausgabt fühlen. Der Jugend- oder Hausarzt ist in diesen Fällen der richtige erste Ansprechpartner.
Ursachen für Depressionen bei Kindern
«Woher kommts?» fragen sich viele Eltern. Ursachen können unter anderem Veranlagung, depressive Eltern, Vernachlässigung, Konflikte in der Familie und ein schwaches Selbstbewusstsein sein. Der richtige Umgang innerhalb der Familie spielt eine grosse Rolle. Wenn Eltern den emotionalen Grundbedürfnissen ihrer Kinder wie Liebe, Zuwendung, Fürsorge und Akzeptanz nachkommen, legen sie den Grundstein für eine gesunde Psyche. Im Fachbuch «Depressionen im Kindes- und Jugendalter» werden mögliche negative Auswirkungen von falschem Umgang aufgeführt: Studien zeigen, dass in Familien mit einem depressiven Kind über ein höheres Ausmass an Konflikten berichtet wird. Zudem zeigt sich, dass diese Familien häufig weniger unterstützend sind und auch in Bezug auf den Kommunikationsstil und die angewendeten Problemlösungsstrategien ungünstiger verfahren als Familien mit gesunden Kindern.
- 1. Teil Depression bei Kindern und Jugendlichen
- 2. Teil Diagnose und Behandlung
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